Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien und Niederösterreich

»Arbeiterkammer«

1920 für jedes Bundesland (ausgenommen die gemeinsame für Wien und Niederösterreich, welche erst 1934 getrennt wurden) begründet, wurde diese öffentlich-rechtliche Interessensvertretung aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen 1933 vom autoritären Ständestaat-Regime gleichgeschaltet und 1938 von den Nationalsozialisten verboten. 1945 erfolgte deren Wiedererrichtung in neu organisierter Form.

Die Arbeiterkammern befassen sich unter anderem mit der Sozialgesetzgebung, Konsumentenberatung und -schutz, Preisfestsetzung und -kontrolle.

Die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien (bis 1934: und Niederösterreich) verfügt seit 1922 über eine bedeutende Sozialwissenschaftliche Studienbibliothek, und zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehörten Persönlichkeiten wie die Soziologin Käthe Leichter (1885–1942) sowie die Soziologin und erste Wissenschaftsministerin Österreichs Hertha Firnberg (1909–1994).

1931/32 finanzierte die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien und Niederösterreich – gemeinsam mit der »Rockefeller Foundation« – auch die Marienthal-Studie.

© Reinhard Müller -- Graz, im Oktober 2006

GLOSSAR
Arbeiterkammer
Arbeiterzeitung
Einheitsgewerkschaft
Freiwilliger Arbeitsdienst
Gesellschafts- & Wirtschaftsmuseum
Gesiba
Adolf Hitler
Institut für Sozialforschung
Leopoldau
Neu Beginnen
Neue Freie Presse
Revolutionäre Sozialisten
Rockefeller Foundation
Sozialistische Bildungszentrale
Wiener Kreis