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Ferd[inand] Royß

Tabella. Wien, am 12. März 1754

Quelle: Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich (Graz), Nachlass Georg Grausam, Signatur 48. Beachten Sie das Copyright!

Transliteration: Reinhard Müller.

1

TABELLA.

 TEutsch- und Lateinischer Name eines jeglichen groß- kleinen, oder auch einschichtigen Orts, so in älteren, als jüngeren Zeiten, und ob es eine Stadt, Markt, Dorf, Schloß, Frey- oder Edel-sitz, dann in was für einem Viertel des Landes solches gelegen seye?

Grämmätneusidl hat keinen eigenen lateinischen Nahmen sonder in alt, noch damahligen Zeiten, ist ein Dorf, gelegen in V[erwaltungs] V[iertel unter dem] W[iener] W[ald]

Was für eine Stadt, Markt, Fluß, Berg, oder anderes landes-kündiges Bemarchungs-Ort demselben sowohl gegen Sonnen-Aufgang, als Niedergang, Mittag und Mitternacht am nächsten, und wie weit entfernet lige?

Gegen Osten ist eine kleine Viertlstund davon der Fischaflus gegen Westen eine Stund davon die kay[ser]l[iche] Marckt Himberg gegen Norden eine halbe Stund davon die Herrschaft Ebergässing [d.i. Ebergassing; Anm. R.M.], gegen Süden eine Viertl Stund davon das Dorf Moßbrunn [d.i. Moosbrunn; Anm. R.M.]

A

2

Wodurch die Lage des Orts sich am füglichsten kennbar mache, und von anderen Orten gleichen Namens unterscheide?

Die Lage des Orths ist nicht darnach beschaffen, daß Sie sich durch solche von anderen besonders unterscheidete, ansonsten aber ist von einem gleichns Nahmens nichts bekannt.

Ob solches auf der Ständischen Land-karte befindlich, und solchen Falls, ob es richtig in derselben situiret seye, oder nicht?

Ist in der Ständischen Landkarte befindlich, und in derselben gehörigen Orthen Situiret.

3

Wer dessen anjetziger Besitzer seye?

Das Hochwürdige Dom Capitul ad S[anc]tum Stephann in Wienn [d.i. Wien; Anm. R.M.]

Ob solches Ort eine eigene Herrschaft ausmache, oder der Haupt-Ort einer Herrschaft seye, wovon die ganze Herrschaft den Namen führet, oder ob es zu einer Haupt-herrschaft gehörig, und wohin?

Es ist ein ansonsthen keiner Herrschaft abhangendes Ambt

B

4

Wann es eine Haupt-herrschaft ist, was für Märkte, Dörfer, und Aemter als eine Zugehörde dahin einverleibet seyen?

Ist extra Inohtionem [d.i. gegenstandslos; Anm. R.M.]

Mit was für anderen Gütern, solches Land-gut angränze, und ob die Gränzen ordentlich vermarchet, oder strittig, und mit weme, seyen?

Gegen Osten mit der Herrschaft Seuberstorf [d.i. Seibersdorf; Anm. R.M.] gegen Westen mit der Herrschaft Felling [d.i. Velm; Anm. R.M.], gegen Norden mit der Herrschaft Ebergässing gegen Süden mit Moßbrunn und ist die Marchung mit keiner derenselben strittig.

5

Weme an solchen Ort die Dorf- und Grund-herrlichkeit zustehe, ob einem allein, oder mehreren, und wie dieselbe heissen, auch ob sie in allerhöchsten Diensten in civili, oder militari stehen?

Dorf und Grundherrlichkeit gebühret dem Hochwürdigen Dom-Capitul privative

Mit wie viel Haus, oder behausten Grund-holden das ganze Ort, und jeder Grund-herr insonderheit in der Herrschaft einleget seye?

Ganze, halb- Viertel-lehnere | Summa

Von diesem war der ganze orth mit 24 aufrechten Hauser eingelegt bey dermahlen obhandtener rectification aber seynd die Hauser alle in gleicher die Haus Gründ aber nach Proportion in der Einlaag, ob die Local Visitation aber eine weitere Änderung machen werde, stehet zu gewärtigen, indessen bestehen sämmentl[ich]e Hauser, in 5 ganz, 27 Halblehen, und einer Hofstatt, oder viertl Lehen, dann in einer Mühl, und Leeder-Walch [d.i. Lederwalke; Anm. R.M.] à parte

in Summa 34.

C

6

Mit wie viel bespannt- und unbespannten Unterthanen oder Grund-holden das ganze Ort, und jeder Grund-herr insonderheit, bey der Landschaft tam in Dominicali, quam Rusticali eingeleget seye?

Hierauf ist weder bey der alt, noch neuen Einlaag gesehen worden, sondern Leediglich auf die Haußer pro Dominicali aber wird dermahlen die Centesima von denen à 5 p[ro] C[entum] zu Capital angeschlagenen Einkünften jedes Orths angerechnet.

Wie viel Klein-häusler, Inn-leute und Bürg-knechte nebst denen behausten Gütern sich unter jedem Grund-herrn befinden?

befindet sich nur 1 Klein Haußler, 71 Innleuth, 9 Knecht, und 169 [recte 159; Anm. R.M.] Haussessige Persohnen

7

Wie viele Seelen von beederley Geschlecht in dem Ort befindlich seyen?

Männlich, Weiblich. Summa:

Männlichen Geschlechts 120, Weibl[ich] auch 120 in Summa 240

Mit wie vielen eigenen Herren-pfunden, oder Herren-gült jeder Grund-herr im Land-haus innlige?

Von diesem war die Einlaag von Grämmätneusidl 9 P[fund] 1 S[chilling] 16 Pf[ennig] dermahlen aber ist die Einrichtung respectu Dominicalij obgehörter massen die Centesima und wird unter einstens von allen Herrsch[aft]l[ichen] Geföhlen, mithin von Grämmätneusidl nichts besonders angerechnet.

D

8

Wer die Landes-anlagen an solchem Ort collectire?

D[o]m[inic]um Cap[itu]l[u]m collectirt solche durch dero Beambte selbst

Ob ein Herrschaftliches Schloß, Haus, Mayer-hof, Schäflerey an dem Ort seye, und zu was Herrschaft gehörig?

Die Herrschaft hat einen Hof und 24 Stuckh Melch-Khüen [d.s. Melkkühe; Anm. R.M.]

9

Ob das Gut ein freyes Eigen, oder lehenbar seye?

Ist freyes Aigen

Was davon lehenbar, und wohin zu Lehen rühre, auch was für Geschlechter, und wie viel Stammen damit belehnet seyen?

Cessat [d.i. zu vernachlässigen; Anm. R.M.]

E

10

Ob dasselbe ein Fidei-Commiss, Seniorat, Majorat-gut, oder ein freyes Eigentum seye?

Cessat

Was für Geschlechtere und Stämme zu dem Fidei-Commiss-gut beruffen seyen?

in simili [d.i. desgleichen; Anm. R.M.]

11

Weme die Land-gerichts-herrlichkeit gebühre, und wo der Haupt-sitz des Land-gerichts seye?

Dem Hochstift Passau, des Landgerichts Haubt Siz ist zu Schwaadorf [d.i. Schwadorf; Anm. R.M.]

Ob jemanden eine Vogtey gebühre, und auf solchen Fall, wie viele Vogt-holden der Vogt-herr an solchem Ort habe?

Niemanden

F

12

Ob an solchem Ort ein ordentlich-geschlossener Burg-fried vorhanden, kraft dessen die Personal- und Real-Jurisdiction dem Burg-frieds-herrn mit Ausschliessung deren übrigen Grund-herren zu statten kommet, wie weit sich solche Burg-frieds-herrlichkeit erstrecke, von weme, und mit was Gerichts-handlungen ausgeübet werde?

Die Burgfrieds Herrlichkeit gebühret D[o]m[inic]o Cap[itu]lo als alleinig Grund Dorf, und Feldherrn indistincte, und gehet bis an die ad 8vu schon angezeigte Marchungen, und werden alle actus reales und personales Jurisdictionis, wie Sie immer Nahmen haben, exclus[us] die Landschaft unperturbirt exerciret

Ob in dem Gezirk jemanden die Feld-freyheit zukomme, kraft dero der Feld-herr alle Actus reales, als Schätzung, Ausmarchung, Augenschein etc. mit Ausschliessung deren übrigen Grund-herren privativè vornihmt, wie weit sich diese Feld-freyheit erstrecke, und mit was für Actibus geübet werde?

Ist die Auskunft in præcedenti enthalten

13

Wer die Zehend-gerechtigkeit besitze, ob eigentumlich oder lehenbar, ob einer, oder mehrere Zehend-herren?

H[och]h[errschaftlicher] Graf v[on] Cavrian [d.i. Christoph Graf von Cavriani (1715–1783); Anm. R.M.], als Herrsch[aft] Seuberstorf genüsset auf 50 Joch Äckhern den ganzen Zehend, item auf andere 44 Jochen 3 Theil, und Dmum. Caplm. den 4ten Theil, respectu aller übrigen in der Freyheit befindlichen Gründten ist das Dom Capitul alleiniger Zehent Herr, und ist alles Freyes aigen.

Weme der Wild-bahn zustehe, ob es der hohe, oder niedere, ob eigentumlich, oder lehenbar?

Der Hoche Wildbahn ist Kayl. Königles Reyß Gejayd aber gehört der Herrschaft Freyaugs

G

14

Was es mit dem Blumen-such oder der Weid-gerechtigkeit für eine Beschaffenheit habe?

Den Blumensuch und Wayd-Gerechtigkeit genüsset deren Unterthanen ihr Vieh, so, wie das Herrschaftl[iche] promiscue

Ob, und was für geistliche Stiftungen, ob eine Haupt- oder eine Filial-pfarr, und letztere wohin gehörig, consecrirt- oder unconsecrirte Capellen, ob ein- oder mehrere Klöster, Residenzen, oder Beneficien, und von was Ordens Geistlichen vorhanden seyen, wie viele gestiftet, wie viele dermalen unterhalten werden, wie viele darunter Juniores, Clerici, oder Novizen seyen, ob sothane Geistliche exempt, oder unter der Jurisdiction des Ordinarii, oder unter weme sonsten stehen?

Es befindet sich allhier eine denen Heiligen Aposteln Petro und Paulo dedicirt – noch unconsecrirte Filial Kirchen zur Haubt-Pfarr Moßbrunn gehörig.

15

Ob die Pfarr, Filial, oder Beneficium durch weltliche- oder Ordens-priestere, und durch was für einen Orden versehen werde, auch ob ein Pfarr- oder Beneficiaten-haus vorhanden seye?

Die Pfarr wird durch einen weltlichen Priester als Pfarrer versehen

Ob es ein Landes-fürstliches, oder Herrschaftliches Beneficium seye, und weme das Jus Patronatûs, allenfalls auch das Jus nominandi gebühre?

Das Jus Patronatus gebühret dem Hochstift Passau, in dessen Dioces auch die Pfarr gelegen ist.

H

16

Ob der Unterhalt des Pfarrers oder Beneficiati in baarem Geld, oder in einer Wirtschaft, Früchten, Zehend etc. bestehe, und wie hoch sich solcher ungefähr belauffe?

Hierüber wird das Hochstift Passau die verlangte Auskunft zu geben haben

Ob der Pfarrer Capelläne, und wie viele halte, ob es aus desselben freyer Willkur beschehe, oder ob solche eigends gestiftet seyen, und von weme?

Haltet einen Capellan, das übrige wird gleichfahls das Stift Passau, alß Herrsch[af]t zu Mosbrunn erläutheren können

17

Ob die Pfarr-kinder von der Haupt-pfarr weit, und wie weit entfernet seyen?

Eine kleine halbe Stundt

Ob etwann die Filialen, oder die Pfarr-kinder so weit von der Mutter-pfarr entlegen, daß zwischen der Mutter-pfarr und der Filial-kirche, oder denen Pfarr-kindern andere Pfarren gelegen seyen?

Nein

18

Was für Schulen daselbst vorhanden, und wer den Schulmeister aufstelle, und unterhalte?

Ist keine vorhanden, sondern die Kinder müssen in die Schul nacher Moßbrunn geschulet werden, das übrige kommt der Herrschaft Moßbrunn zu erläuteren zu.

Ob ein Spital an dem Ort befindlich, und zu was Herrschaft mit der Obsorg und Aufsicht gehörig seye?

Ist keines vor Handen

19

Was für, und wie viele Arme dahin gestiftet seyen, ob selbe, oder einige davon, und wie viele mit der Natural-kost, oder in Geld verpfleget werden?

Ist nichts vor die armen gestiftet

Wie viele geschobene Leute ausser dem Spital vorhanden, und ob keine derenselben zur Arbeit tauglich seyen?

Seynd keine dergleichen geschobner Leuth vor Handten

20

Ob an dem Ort eine Maut seye? und ob selbe Landes-fürstlich, oder eine Privat-Maut, auch letzteren Falls weme gehörig, und worinne die Abnahme bestehe?

Ist nichts der gleichen vorhandten

Ob selbe dem Commercio sehr nachtheilig seye, und warum?

Cessat

21

Ob daselbsten Landes-fürstliche Wald-ämtliche, von der Landes-fürstlichen Jägerey, Hand-gräfliche, Haupt-maut-ämtliche, Ständische Beamte, als Forst-meister, Forstner, Forst-knechte, Jäger, Mautner, Aufschlägere, Dreyssiger, Uebergehere, Ueberreitere wohnhaft seyen, und allda ihre ausgewiesene Station haben?

Ein Tabak Geföhls Überreither hat seinen Unterstand, und angewiesene Station allda

Ob an dem Ort Wochen- oder Jahr-märkte gehalten werden, und an was für Tägen, nebst Anführung der hierzu habenden Befugnus?

Nichts dergleichen

22

Ob daselbst eine Fabrique, Manufactur, Spinnerey etc. vorhanden, und weme zugehörig, oder von weme verleget werde?

Seynd keine vorhandten

Ob der Ort wegen besonderer Lage, oder Erzeugnus zu einer, und zu was für einer Manufactur tauglich wäre?

Hat zu nichts dergleichen einige Bequemlichkeit

23

Was für Handel und Wandel daselbst im Schwunge seye, oder nutztlich angestellet werden könte?

Kein anderer, als mit derselbst erziglenden, Körner, Heu, Krauth und gar sonniger Weinfexung

Wovon sich die Unterthanen und Einwohnere der Zeit ernähren, was für Gattungen Feld-früchten, Erd-gewächse, dasige Gründe hervorbringen, folglichen ob solche gröstentheils in Acker- oder Wein-bau bestehen?

Erst gehörter massen von den aigenen Feldbau an Korn und Haaber [d.i. Hafer; Anm. R.M.] Haubtsechlichen, von Wein ist fast nichts zu sagen.

24

Wie hoch die Fechsung an allen Körner-sorten sowol, als am Wein-gewächs beyläuffig nach einem Uberschlag des Mittels von 10. Jahren gerechnet werden könte?

Werden keine andern Sorten, als Korn und Haaber gebauet, an ersteren mag sich die Fexung auf beyläufige 50 Muth, und an lezteren auf 80 Muth der Wein Wachs aber auf 120 bis 130 Eimer belaufen

Was sonsten noch durch Bearbeitung an anderweiten Erzeugnussen, als Wollen, Leinwat [d.i. Leinwand; Anm. R.M.], Holz-werk, Kalk, Kohlen, Eisen-geschmeid, und anderen Hand- und Kunst-werken daselbst aufgebracht werden?

Weillen eines orths die Grund sehr Sand und Steinig, und anderen Orths Morastiger Bach ist, würde mit derley Erzeugnussen nichtes zu machen seyn

25

Ob ein Bräu-haus, Mahl- Schneid- Säge- Pulver- Papier- oder andere Mühlen, Hammer-gewerke, Ziegel-öfen, und dergleichen nutz-bringende Industrialia bey dem Gut vorhanden, und weme gehörig?

Es ist eine einzige Mühl, und eine Leeder Walch an der Fischa vorhanden, erstere gehöret einem Mühlnermaister Nahmens Ignaz Oßman, letztere aber einem Wienner[ische]n Weisgärber, Nahmens Johann Wibmer

Ob, und wie viele Mayer-höfe, Schäflereyen, oder sonstige Vieh-zucht alda gehalten werden?

Ausser der Herrschl. 24 Stuckh Melch-Khüen nichts

26

Was für Profeßionisten, Handels- oder Handwerks-leute, und Künstler, das ist, von was Gattung, und wie viele von jeder Gattung daselbsten befindlich, und zu was für einer Haupt- oder Viertel-lade sie gehörig seyen?

Es befinden sich in diesem Dorf, nur 3 Professionisten, nemblich 1 Schmid, 1 Schuster, und 1 Leinweeber, die ersteren gehören zur Viertl Laad nacher Schwechat, der letztere aber nacher Pottendorf

Wann eine Viertel-lade vorhanden, zu was für einer Haupt-lade : oder soferne eine Haupt-lade vorhanden, was für Viertel-laden darzu gehörig seyen?

Ist weder eine Haubt noch Viertl Laad allda

27

Ob ein Medicus, Chyrurgus, Bader, Apothecker, Heb-amme, oder wie viele derenselben vorhanden, ob solche für stäts alldorten angestellet, und ob dieselbe approbiret, oder examiniret seyen?

in loco befindet sich von allen niemand

Wohin der Ort mit dem Gericht gehörig? Das ist, wo die Unterthanen und Innsassen des Orts in Stritt-fällen ihre Klagen in erster Instanz anzubringen haben? Auch ob das Stadt- Markt-gericht, Verwalterey, Amtmannschaft, Herrschafts-canzley in loco vorfindig, oder wenigstens ein Richter, und Geschworner an dem Ort seyen?

Richter und geschworne seynd in loco angestelt, die Herrschl. Canzley aber in Wienn, allwo die Unterthanen ihre Klagen, wann Sie bey dem Richter nicht verglichen werden können anzubringen haben

28

Ob eine Haupt-strasse, oder was für Seiten-strassen, ob der Post-weeg durch den Ort gehe, und wohin; auch ob etwann ein Post-hauß in loco vorhanden, oder wie weit davon entlegen seye?

Keine Post Strassen gehet nicht durch, sondern der Weeg nach Reisenberg und Mannerstorf [d.i. Mannersdorf am Leithagebirge; Anm. R.M.], die Post Stationes Hochau [d.i. Achau; Anm. R.M.] und Fischament [d.i. Fischamend; Anm. R.M.] werden jene gegen Süden, die andere gegen Norden, jede bey 2 Stunden entfernet seyn.

Ob ein Fluß, Bach, Haupt-wasser, wildes Wasser, Brucken, See, Teich etc. daselbst befindlich, und weme zugehörig?

Beede kleine Flüsse Fischa und Piesting kommen hier zusammen, und hat lezterer den Einflus in ersteren, über Beede seynd von Holz geschlagene Bruckhen, Übrigens nichts

29

Was für Berge, Wälder, Heiden; wie beschaffen, und wie gemeiniglich benamset?

Keine Waldung ist nicht vorhandten, sondern ein sehr kleine der Herrschaft gehörige Au von Ehrlen Stauden, sonsten lauter morästige gegend

Ob der Ort unter eigenem Namen in dem Land-haus innlige, oder unter einer anderen eingelegten Herrschaft begriffen seye?

Von diesem ist Grämmätneusidl unter aigenen Nahmen bey der Landschaft inngelegen, bey jeziger rectification aber unter die übrig[en] Capitls Gülten gezogen, und die Aufrechnung des Contributionalis unter einen beschehen

30

Ob ein Urfahr, Leg-statt, oder sonsten was besonders an dem Ort vorfindig, und weme solche Gerechtigkeit zuständig?

Nichts

Was für Altertümer, besondere Merk-würdigkeiten von älteren, und jüngeren Zeiten daselbsten vorfindig seyen?

Nichts remarquables.

Wienn [d.i. Wien; Anm. R.M.] den 12.n Marty. [1]754

 Ferd[inand] Royß
Dom Cap[itel] Hofmeister

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Faksimile:

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, [31], [32].

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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