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Franz Ferdinand Graf von Schrattenbach

[Bestätigung der Stiftung von Elisabeth Osmannin für die Kirche Sankt Peter und Paul]. Wien, am 16. Dezember 1763

Quelle: Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich (Graz), Nachlass Georg Grausam, Signatur 48. Beachten Sie das Copyright!

Transliteration: Reinhard Müller.

[1]

WIR MARIA THERESIA von GOTTES Gnaden Römische Kayserin, in Germanien, zu Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien, Slavonien etc. Königin, Erzherzogin zu Österreich, Herzogin zu Burgund, Ober- und Nider-Schlesien, zu Steyer, zu Kärnten, zu Krain, Marggräfin des Heiligen Römischen Reichs, zu Mähren, zu Burgau, zu Ober- und Nider-Laußniz, gefürstete Gräfin zu Habsburg, zu Flandern, zu Tyrol und zu Görz, Herzogin zu Lothringen und Barr, Großherzogin zu Toscana:

Bekennen hiemit für Uns Unsere Erben, und Nachkommen, daß

Wayl[and] Elisabeth Oßmannin verwittibt-geweste Arcierin in ihrer untern 8ten Martij 1760 eigenhändig errichtet, und den 20ten Aug[ust] ablauffenden

[2]

Jahrs bey Unßeren 1ten Arcieren Leib-Garde Auditoriats-gericht publicirten Testament § 5to der Kirchen SS. [d.s. Sancti] Petri et Pauli zu Gramath Neusidl in Österreich Ain Hundert Gulden Rein, zu dem Ende legiret hat, daß die Lampen bey dem Hoch-Altar nicht nur bey allen Messen, sondern auch alle Samstag, wann die leuth den Rosenkranz betten, richtig angezündet werde, und die ganze Nacht hindurch an bemelten Samstag brennen solle, worfür Sie dem Jenigen, so diese Lampen an zindet, zu einen Neuen Jahr dreyssig Kreutzer besonders ausgeworffen, und was sodann über abzug deren dissfalls erforderlichen Unkösten übrig verbleibet, bemelter Kirchen geschencket hat.

Da nun erwehntes Capital pr. Ain Hundert Gulden mittels einer Wiennerischen Stadt Banco Obligation dd. 13ten Septembris 1763: à 5 P[ercen]to zu Unßeren Universal-Depositen-Amt vermög für zu halten dd. 26ten Septembris 1763: Depositieret, auch von dem allhiesigen Erzbischöflichen Consistorio der erforderliche Consens beygebracht, sodann um ausfertigung des gewöhnlichen Stifftbrieffs

[3]

angelanget worden; Wir auch in ausfertigung dessen Gnädigst gewilliget, und bedeute Stüfftung in Unßeren Allerhöchsten Schuz genommen haben.

Solchem nach befehlen Wir hiemit Gnädigst, und wollen, daß obgedachte Stiftung festiglich gehalten, und zu dem Ende drey gleich lautende Exemplaria aufgerichtet, hievon eines bey Unserer Milden Stiftungen Haupt-Cassa-Administration wohl verwahrlich aufbehalten, daß anderte denen Oßmannischen Erben, und das dritte endlichen Oberwehnter Kirchen zu allerseits guten versicherung, und gleichmässig-wohlverwahrlicher aufbehaltung, auch Einverleibung in daselbstiges Stiftungs-Prothocoll extradiret, Übrigens auch der von obigen Stiffts-Capital à 5 p[ercen]to abfallende Interesse-Betrag widerholter Kirchen zu Gramath Neusidl gegen Quittung und Vollständiger Erfüllung obbemelter Stifftung richtig verabfolget werden solle. Thuen dieses hiemit wissendlich mit Urkund dieses Brieffs der mit Unserem Landes Fürstlichen Insigl

[4]

bekräftiget, und geben ist in Unserer Kays[er]l[ich] Königl[ichen]-Haupt- und Residenz Stadt Wienn [d.i. Wien; Anm. R.M.] den Sechzehenden Monaths Tag December im Ein Tausend Sibenhundertdrey und Sechzigsten Jahre.

Franz Ferdinand Graff von Schrattenbach

Statthalter

Thomas Ignatz Edler von Pöck

Canzler

Franz Joseph Edler v[on] Krähmann

Ferd[inand] Jos[eph] v. Sartori

Johann Franz Märquärt,

Revisor

Faksimile:

[1], [2], [3], [4].

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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