M.J. [d.i. Marie Jahoda]

Stadtrandsiedlung Leopoldau. Bericht 1. 5.II.34. [Fragment]

[Wien], am 5. Februar 1934, unpaginiert (1 S.); Maschinenschrift.

Quelle: Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich (Graz), Nachlass Paul Felix Lazarsfeld, Signatur 1, Filmrolle 1. Beachten Sie das Copyright!

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WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGISCHE FORSCHUNGSSTELLE

Stadtrandsiedlung Leopoldau

M.J. / M.J.

Bericht 1

5.II.[19]34

Die letzten zwei Wochen waren waren [!] den Hausbesuchen in den alten Wohnungen der Siedler gewidmet. Von den 340 Familien (80 wohnen schon seit einem Jahr unten) konnten nur 200 besucht werden, weil die Familien früher als vereinbart übersiedelten.

Das eingelaufene Material ist reichhaltig. Motive und Pläne kommen deutlich zum Ausdruck, Stimmungsbeurteilung ist nicht einheitlich.

Technische Schwierigkeiten: Subjektivität der Rechercheuere [!] bei diesem Thema besonders gross. (Beilage 2 Recherchen).

Anregungen für weitere Arbeit: Generationsproblem beim Siedeln. (Die Jungen, besonders die Unverheirateten wollen nicht siedeln).

Nächste Arbeitspläne: Aerztliche Untersuchung nach [Sigismund] Pellers Vorschlägen. Durchführung in einer zentralen Baracke. Für die Üebergangszeit [!] zur Entlastung der Eltern ein Kindergarten und ein Hort (Arbeit mit den Kindern: Beintinger.

Psychologische Beobachtungsarbeit: Dr. [Alexandra] Gan.[1] Hier besonders Generationsproblem).

Erziehungsberatung (Dr. [Marie] Jahoda) einmal in der Woche-

Greislerbeobachtung und Gärtnerhilfe ([Hans] Herma[2]).

Probleme: Die Leute sind gegen Gesiba sehr misstrauisch (dazu gibt es vielfältige Beweise). Es ist also sehr schwer, Erhebungen mit Bogen etc. zu machen. Andererseits wollen wir doch die »Statistische Achse« mehr betonen. Das scheint […]

[1] Vgl. die am Psychologischen Institut verfasste Dissertation von Alexandra Gan [d.i. Aleksandra Gan / Александра Ган]: Stellung des jugendlichen Arbeiters zum Beruf. Philosophische Dissertation, Universität Wien 1933, 248 S., Maschinenschrift. Anm. R.M.

[2] Hans Herma war Student am Psychologischen Institut der Universität Wien, wo er 1938 promovierte; vgl. Hans Herma: Die Bildhaftigkeit des Films. Philosophische Dissertation, Universität Wien 1938, 197, V S., Maschinenschrift. Anm. R.M.