[Georg Grausam]

Gramatneusiedl anno 1787

in: Pfarrblatt St. Peter u. Paul für Gramatneusiedl, Marienthal, Neureisenberg und Kirchberger-Siedlung Mitterndorf (Gramatneusiedl), 6. Jg., Nr. 1 (Dezember 1956), S. [3–4].

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Gramatneusiedl anno 1787.

Das Ausmeß- und Fassionsbuch der Gemeinde Gramatneusiedl (n[ieder]ö[sterreichisches] Landesarchiv UW 17) der Josefinischen Fassion ist am 19. Dez[ember] 1787 unterschrieben von Franz Leopold Schmidmayer, Herrschaftsvertreter, Johannes Biberhoffer, Richter, den Geschwornen Jacob Grismilner, Johannes Magerl und Jacob Fischer, Ausschuß: Matheis Fischer, Michael Tröger, Joseph Zimmerman und Florian Bergstaller, es enthält insgesamt 784 Nr. der topographischen Ordnung (Grundstücke) in XII Rieden.

I. Orts-Plaz [!] Gramatneusidl hat an Häusern: N[umme]r 18 dem hochw[ürdigen] Metropolitan Domkapitl in Wienn als Herrschaft zu Gramatneusidl gehöriges Schloß (jetzt Nr. 1), 19 der Gemeinde zugehörige Würthshaus (2), 20 Ignaz Oßmann (3), 21 Martin Puchner (4), 22 Jakob Grießmiller (5), 23 Florian Bergstaller (6), 24 Maria Zimer-

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manin (7), 25 Mathias Spiglgraber (8), 26 Margaritha Oßmanin (9), 27 Joseph Mitterer (10), 28 Leopold Schottner (11), 29 Andreas Schottner (12), 30 Johannes Biberhofer (13), 31 Johann Magerl (14), 32 Gemeinde Hauß (Halter- u[nd] Schmid Wohnung, Smidten), Kirchen, 33 Schullhauß neben der Kirche (18), 34 Sebastian Hofschneider (20), 35 Joseph Renner (21), 36 Johann Jebanschitz (22), 37 Jakob Weber (23), 38 Johann Georg Biberhofer (24), 40 Georg Filz (25): »an den Weeg hinter den Dorf und Weeg nach Moßbrun [d.i. Moosbrunn; Anm. R.M.] neu erbautes Pazenhäußl«, Nr. 2 Johann Georg Grüßmiller (27) »neben der Peter u[nd] Paulus Saulen«, 3 Johann Georg Wohlschlager (28), 4 Mathias Fischer (29), 5 Joseph Zimerman (30), 6 Martin Rauscher (31), 7 Georg Fink (32), 8 Joseph Hartl (33), 9 Georg Fischer (34), 10 Georg Grötz (35), 11 Jakob Fischer (36), 12 Jakob Zimerman (37), 13 Konrad Schell (38), 14 Mathias Grüßmillers Erben (39), 15 Joseph Schramseiß (40), 16 Franz Suchentrunk (41), 17 Michael Tröger (42).

II. Ried: Hinter denen Eignen; III. In Grundfeld; IV. In Holzäckern; V. Das Breinfeld; VI. An Steinrigln; VII. Neuriß; VIII. Müllfeld: Nr. 1 Margarith Oßmanin (jetzt Lagerhaus-Werkstätte Marienthal) »als Inbaberin der an dem Fischafluß und Weeg nacher Reisenberg liegenden Laaden Mühl« (fol[io] 56), »Margarith Oßmanin Inhaberin der über den Weeg nächst der Theresien Mühl liegend unbewohnt und Cassirten Lederer Walch zu No 1 (jetzt Neureisenberg 114) so nach Himberg von den Ant[on] Fronwalt transferiret worden ist, dermahlen ein Hüte zu Aufbewahrung des Mühl Zeiches«, Nr. 39 Theresien Mühl, Ignaz Oßman Inhaber (43), »hinter der Mühl befindet sich ein Kechbrun und respective untragbarer Grund« (fol. 58); IX. Am Paradeis; X. In der Scheiben; XI. In Trenkfeld; XII. In Kirchenfeld: »Weingebierg neben der Moßbruner Gränitz und vorgehenden Weingart Akern« (mit 36 Weingärten, davon 19 Achtel-, 15 Viertel- und 2 Sechstelweingarten), als Weingartenbesitzer werden aufgezählt: Spiegelgraber 25, Grießmiller 22, Wagner 12, Konrad Schell, Franz Fink Moßbrun 10, Georg Fink 7, Joh. Biberhofer 30, Martin Rauscher, Math. Fischer 4, Johann G. Biberhofer, Michael Reingruber Moßb[run] 32, Franz Höllinger Moßb. 35, Suchentrunk 16, Wohlschlager 3, Grießmiller 2, Weber 37, Joh. Schmid Moßb. 70, Magerl 31, Zimerman 5, Zimermanin 24, Joh. Georg Steininger Moßb. 38, Jos[eph] Walzer Velling 37, Joseph Fischer 18, Georg Fischer 9, Joseph Wappel Moßb. 74 (zweimal), Jakob Pfisterer Moßb. 55, Math. Grießmillers Erben 14, Grötz 10, Hartl 8, Fischer 11, Zimermanin 24, Mitterer 27, Bergstaller 23, Puchner 21, Johann Georg Biberhofer 38 (fol. 83–86).

Eine Zusammenstellung des Grundbesitzes gibt der »Ausweiß« (fol. 90) an:

 

Dominical Gründe

(Herrschafts Gründe)

Rustical Gründe

(Bauern Gründe)

Summe

 

Joch

Klafter

Joch

Klafter

Joch

Klafter

Äcker

81

191

473

12233/6

554

14144/6

Wiesen

60

11863/6

308

1093

369

6793/6

Gärten

513

6

741

6

1254

Hutweiden

73

1124

73

1124

Schotter- u. Sandgruben

 

640

14173/6

1

4573/6

Auen

5

525

4

341

9

866

Weingärten

10

728

10

728

Summe

147

14553/6

878

2681/6

1026

1234/6

Als Ernteergebnis der Äcker sind 846/8 Mezen Waitzen, 63162/8 Mezen Korn, 68605/8 Mezen Haber angegeben; die Wiesen erbrachten 18652/8 Zentner Heu und 1077/8 Zentner Grumet; die Weingärten 1252/8 Eimer Wein. Bei den Aeckern heißt es »Aerndte auf 1½ Jahren 66306/8 Mezen« (1 Mezen hat 61.487 l[iter], Hohlmaß), [»]Durchschnitt auf 1 Joch 1115/16 Mezen, 1 Mezen 315/48 Korn.« – Da bei Ried I (fol. 1) steht: »In dieser Ried wird gewöhnlicher massen allgemen ausgesäet auf 1 Joch von 1600 □ [d.i. Quadrat] Klafter 4 Mezen Winter und 4 Mezen Somer Frucht«, war es mit der Fruchtbarkeit damals schlecht bestellt, denn für 1 Metzen Aussaat bekam man 315/48 Metzen Erntefrucht herein.

Als der Kirche Gramatneusiedl gehörig werden 12 Joch, 1776/8 Klafter Wiesen fol. 63 angegeben: Parz[ellen] 557–563 »Kirchenhagen« an der Fischa.

Die »Waldungen« (Auen) erbrachten damals 3 Klafter weiches Holz.