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Raoul Auernheimer

das ist Raoul-Othmar Auernheimer; Pseudonyme: Raoul Heimern; Raoul Othmar

geb. Wien, am 15. April 1876

gest. Oakland, California, am 7. Januar 1948

Schriftsteller, Journalist und Übersetzer

Raoul Auernheimer, Sohn eines Kaufmanns – seine Mutter war eine Cousine des Schriftstellers und jüdischen Politikers Theodor Herzl (1860–1904) –, besuchte die Volksschule in Linz (Oberösterreich) und das Gymnasium in Ober-Döbling (Niederösterreich; heute zu Wien). Nach seinem Jahr als Einjährig-Freiwilliger studierte er seit 1894 Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1900 zum Doktor der Rechte (Dr. jur.) promoviert wurde. Danach wurde er Gerichtsreferendar in Wien. Auernheimer war schon früh schriftstellerisch tätig, sein erstes Theaterstück wurde 1898 in Wien aufgeführt. Seit 1896 war er Mitarbeiter der Zeitschrift »Jugend. Münchner illustrirte Wochenschrift für Kunst und Leben« (München), schließlich 1906 bis 1933 Theaterkritiker und Feuilletonist bei der »Neuen Freien Presse« (Wien), bei der er das Burgtheaterreferat leitete. Außerdem war er 1920 bis zu seinem Tod regelmäßiger Mitarbeiter der »National-Zeitung. Organ für Handel und Industrie, Anzeigeblatt der Stadt Basel« (Basel). 1922 war Raoul Auernheimer Proponent des 1923 gegründeten Wiener PEN-Clubs und 1923 bis 1927 dessen erster Präsident, danach Vizepräsident des von Felix Salten (1869–1945) präsidierten PEN-Clubs und 1933 bis 1935 interimistischer Leiter.

Raoul Auernheimer heiratete 1906 Irene Beate Leopoldin, geborene Guttmann (1880–1967), aus Budapest, mit der er eine Tochter hatte. Raoul und Irene Leopoldine Auernheimer verkehrten unter anderem im Kreis der Kunstmäzenin Jenny Mautner (1856–1938) und deren Mann, dem Großindustriellen Isidor Mautner (1852–1930), welcher seit 1925 auch Besitzer der Textilfabrik Marienthal war.

Raoul Auernheimer wurde im März 1938 verhaftet und mit dem ersten Transport im April 1938 ins Konzentrationslager Dachau (Bayern) deportiert, im August 1938 jedoch gegen Auswanderungsrevers freigelassen.

Im November 1938 emigrierte Raoul Auernheimer mit seiner Familie in die USA, deren Staatsbürger er 1944 wurde. Er lebte zunächst in New York (New York), war in der österreichischen Exilbewegung aktiv, Mitglied des »Free Austrian PEN« und arbeitete 1944 an der »Kulturellen Schriftenreihe des Free Austrian Movement« (London) mit. Sein Versuch, gemeinsam mit seinem Freund Ernst Lothar (1890–1974) »Die Österreichische Bühne / The Austrian Theatre« zu gründen, scheiterte. 1941 war Auernheimer für den Film in Los Angeles (California) tätig.

Raoul Auernheimer gilt heute vor allem als erfolgreicher Dramatiker der Wiener Moderne.

Selbstständige Publikationen von Raoul Auernheimer

● Talent. Eine Komödie in drei Akten. Als Manuskript gedruckt. Wien: Bauer 1899, 74 S.

● Rosen, die wir nicht erreichten. Ein Geschichtenband. Wien: Wiener Verlag [1901], 249 S.

● Koketterie. Brünn [Brno]: Winiker & Schickardt [1902], 31 S.

● Die Lügenbrücke. Einaktige Komödie. Wien: Die Wage 1902, S. 733–766. Auch unter dem Titel: Die Lügenbrücke. Schwank in einem Aufzug.

● Renée. Sieben Capitel eines Frauenlebens. Wien–Leipzig: Wiener Verlag [1902], 116 S. Später unter dem Titel: Renée und die Männer.

● In festen Händen. Ein Zwischenspiel. Wien: Die Wage 1903, 10 S.

● Lebemänner. Novelle. Wien–Leipzig: Wiener Verlag [1903], 88 S.

● Die Verliebten. Zeichnungen von Otto Friedrich. Wien–Leipzig: Wiener Verlag [1904] (= Schwarz-Weiß-Bücher. 1.), 198 S.

● Karrière. Ein Zwischenspiel. Wien: Die Wage 1904, S. 465–470.

● Die Notleine. Bühnenmanuskript. Wien: Eirich [um 1905], 40 S.

● Der Unverschämte. Szene. Wien: Eirich [um 1905], 32 S.

● Die Dame mit der Maske. Buchschmuck von Leopold Forstner. Wien–Leipzig: Wiener Verlag [1905], 287 S.

● Die große Leidenschaft. Lustspiel in drei Akten. Als Manuskript gedruckt. Wien–Leipzig: Wiener Verlag [1905], 157 S.

● Der gute König. Lustspiel in drei Akten. Stuttgart–Berlin–Leipzig: Union Deutsche Verlagsgesellschaft 1907, 108 S.

● Die ängstliche Dodo. Novellen. Berlin: Fleischel 1907, 192 S.

● Die man nicht heiratet. Novellen. Berlin: Fleischel 1908, 197 S.

● Die glücklichste Zeit. Lustspiel in drei Akten. (Büchern und Vereinen gegenüber Manuskript.) Berlin: Vita, Deutsches Verlagshaus [1909] (= Bibliothek moderner Dramen. 31.), 122 S.

● Gesellschaft. Mondäne Silhouetten. Berlin: Fleischel 1910, 180 S.

● Der gußeiserne Herrgott. Berlin: Fleischel 1911, 227 S.

● (Mit Leo Feld [d.i. Leo Hirschfeld]) Das dumme Glück. Eine Schicksalskomödie in drei Akten von Raoul Auernheimer und Leo Feld. Berlin: Fischer 1912, 110 S.

● Das Paar nach der Mode. Wiener Lustspiel in drei Akten. (Als Manuskript gedruckt.) Berlin: Fischer 1913, 163 S.

● Laurenz Hallers Praterfest. Erzählung. Berlin: Fischer 1913, 121 S.

● Die verbündeten Mächte. Lustspiel aus der Wiener Kongreßzeit in drei Akten. Berlin: Fischer 1915, 128 S.

● Das wahre Gesicht. Novellen. Berlin: Fleischel 1916, 204 S. Enthält: Der Unbeliebte. – Escamills. – Die Locke. – Das Lippenrot. – Der Bär. – Liebesgaben. – Die Hochtour. – Das Landgut der Fiametta. – Vetter Maigrün.

● Herzen in Schwebe. Berlin: Fleischel 1916 (= Die Feldbücher. [3].), 171 S.

● Der Geheimniskrämer. Novelle. Berlin: Fischer 1919, 177 S.

● Frau Magda im Schnee. Eine Erzählung. Leipzig–Wien: Lyra-Verlag 1919 (= Molitor’s Novellenschatz. 1.), 28 S.

● Das ältere Wien. Bilder und Schatten. Leipzig–Wien: Tal 1920, 167 S.

● Maskenball. Novellen im Kostüm. Berlin: Fleischel 1920, 155 S.

● Lustspielnovellen. Stuttgart–Berlin: Deutsche Verlagsanstalt 1922, 181 S.

● Das Kapital. Roman aus der jüngsten Vergangenheit. Berlin: Ullstein 1923, 235 S.

● (Übersetzer) [Charles-Augustin] Sainte-Beuve. Literarische Portraits aus dem Frankreich des XVII.–XIX. Jahrhunderts. Herausgegeben von Stefan Zweig. (Übersetzt von L. Andro [d.i. Therese Rie], Raoul Auernheimer, Gustav von Festenberg, Wilhelm Friedmann, Guido Fuchs, Erwin Rieger, Alfred Rottauscher, Paul Stefan und Friderike Maria Zweig.) Frankfurt am Main: Frankfurter Verlags-Anstalt [1923], 2 Bände:

1. Band: [1923], 412 S. & 11 Bildtafeln.

2. Band: [1923], 414 S. & 9 Bildtafeln.

● Casanova in Wien. Komödie. Drei Akte in Versen. München: Drei Masken-Verlag 1924, 151 S.

● Das ältere Fach. Lustspiel in einem Akt. Berlin: Drei Masken-Verlag [ohne Jahresangabe], 35 S.

● (Übersetzer) Paul Géraldy [d.i. Paul Lefèvre]: Helene. Roman. Deutsch von Raoul Auernheimer. Berlin–Wien–Leipzig: Zsolnay 1924, 119 S.

● Die linke und die rechte Hand. Roman. Berlin: Fischer 1927, 196 S.

● (Herausgeber) Die Wienerin im Spiegel der Jahrhunderte. Eingeleitet und herausgegeben von Raoul Auernheimer. Zürich–Leipzig–Wien: Amalthea 1928, 236 S.

● Die Feuerglocke. Lustspiel in drei Akten. Berlin: Fischer 1929, 98 S.

● Evarist und Leander, oder Die Damenwahl. Novelle. Leipzig: Staackmann 1931, 131 S.

● Gewitter auf dem Rigi. Lustspiel in drei Akten. Berlin: Fischer 1931, 36 S. (Maschinenschrift vervielfältigt).

● Geist und Gemeinschaft. Zwei Reden. Berlin–Wien–Leipzig: Zsolnay 1932, 69 S.

● Der gefährliche Augenblick, Abenteuer und Verwandlungen. Farbige Bilder: Max von Poosch. Leipzig: Staackmann 1932, 175 S.

● Gottlieb Weniger dient der Gerechtigkeit. Roman. Leipzig–Wien: Tal 1934, 191 S.

● (Mit Arthur Rundt) Weniger und die Gerechtigkeit. Eine Wiener Komödie in drei Akten (acht Bildern) von Raoul Auernheimer und Arthur Rundt. Wien: [ohne Verlags- und Jahresangabe], getrennte Seitenzählung (Maschinenschrift vervielfältigt).

● (Übersetzer) Jenő Heltai [d.i. Jenő Herzl]: Der stumme Ritter. Lustspiel in drei Akten von Eugen Heltai. Deutsche Übertragung von Raoul Auernheimer (Burgtheaterfassung). Unverkäufliches Manuskript. Wien: Marton 1937, 97 S. (Maschinenschrift vervielfältigt). Original: A néma levente. Vígjáték három felvonásban. Budapest 1936.

● Wien. Bild und Schicksal. Mit acht handkolorierten und acht einfarbigen Bildtafeln. Wien: Lorenz [1938], 264 S. & 16 Bl.

● [Klemens von] Metternich. Staatsmann und Kavalier. Wien: Ullstein 1947, 334 S. Zuerst in englischer Übersetzung erschienen: Prince Metternich, statesman and lover. New York, N.Y. 1940.

● Das Wirtshaus zur verlorenen Zeit. Erlebnisse und Bekenntnisse. Wien: Ullstein 1948, 374 S. Später auch unter dem Titel: Aus unserer verlorenen Zeit. Autobiographische Notizen 1890–1938.

● Franz Grillparzer, der Dichter Österreichs. Mit 17 Bildtafeln. Wien: Ullstein [1948], 316 S. & 16 Bildtafeln.

● The correspondence of Arthur Schnitzler and Raoul Auernheimer with Raoul Auernheimer’s Aphorisms. Edited with introduction and notes by Donald G[eorge] Daviau and Jorun B. Johns. Chapel Hill, N.C.: University of North Carolina Press 1972 (= University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures. 73.), xi, 158 S.

● Wiener Klatsch. Sechs Einakter. (Vervielfältigtes Manuskript.) Wien–München–Pfarrkirchen: Sessler [1974], 26, 24, 28, 27, 75, 49 S. Enthält: Wiener Klatsch. – Die Freundin. – Eine mondäne Frau. – Die Frau, die ihren Mann betrügt. – Das ältere Fach. – Die Notleine.

● (Mit Stefan Zweig) The correspondence of Stefan Zweig with Raoul Auernheimer, edited with an introduction and notes by Donald G[eorge] Daviau and Jorun B. Johns. And with Richard Beer-Hoffmann, edited with commentary and notes by Jeffrey B[ennett] Berlin. Columbia, S.C.: Camden House 1983 (= Studies in German literature, linguistics, and culture. 20.), x, 273 S.

© Reinhard Müller
Stand:
September 2012

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