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Hertha Firnberg

das ist Hertha Margaretha Firnberg; verheiratete Hon; auch: Hertha Hon-Firnberg

geb. Niederrußbach, Niederösterreich, am 18. September 1909

gest. Wien, am 14. Februar 1994

sozialdemokratische Politikerin und Soziologin

Hertha Firnberg wurde als erstes von vier Kindern des Gemeindearztes Josef Firnberg und seiner Ehefrau Anna Firnberg, geborene Schamanek, Beamtin, in Wien geboren. Aufgewachsen in Niederrußbach, Niederösterreich, besuchte sie hier die Volksschule.

Anschließend übersiedelte sie nach Wien, wo Firnberg die Mittelschule in der Bundeserziehungsanstalt in Wien-Hernals 1927 mit der Matura abschloss. Seit 1926 war sie Mitglied und später Zweite Obfrau des »Verbandes Sozialistischen Mittelschüler Österreichs«. 1927 begann sie das Studium an der Universität Wien, zunächst zwei Semester Rechtswissenschaften, dann Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 1936 wurde sie bei Alfons Dopsch (18681953) zur Doktorin der Philosophie (Dr. phil.) promoviert. Daneben war sie als Funktionärin des »Verbandes Sozialistischen Studenten Österreichs« aktiv und wurde 1928 Mitglied der »Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs« (SDAP). 1936 bis 1941 war Firnberg teils als Nachhilfelehrerin, teils als freischaffende Wirtschaftsjournalistin tätig, 1941 bis 1945 arbeitete sie beim führenden Modeverlag »Chic Parisienne«, erlernte die Buchhaltung und erlangte schließlich die Prokura im Verlag.

1946 bis 1948 war Hertha Firnberg halbtags beschäftigte Wissenschaftliche Hilfskraft und Bibliothekarin am Seminar für Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Universität Wien. Daneben arbeitete in einem Büro für Werbung und Statistik und studierte Statistik an der Universität Wien. 1948 bis 1969 war sie Angestellte der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Niederösterreich in Wien, und zwar als leitende Sekretärin und Abteilungsleiterin für Statistik sowie Leiterin die Studienbibliothek. Außerdem wurde sie vom Österreichischen Arbeiterkammertag als ordentliches Mitglied in die Statistische Zentralkommission delegiert.

1950 war Hertha Firnberg Mitbegründerin und bis 1957 Beirätin sowie 1960 bis 1972 Vizepräsidentin der »Österreichischen Gesellschaft für Soziologie«.

1959 bis 1983 nahm Hertha Firnberg verschiedene politische Aktivitäten innerhalb der »Sozialistischen Partei Österreichs« (SPÖ) war: seit 1959 Mitglied des Bezirksparteivorstandes der SPÖ Wien / Favoriten; Juni 1959 bis Oktober 1963 vom Wiener Landtag in den Bundesrat der Republik Österreich entsandt; 1959 bis 1970 Mitglied der österreichischen Delegation zur Beratenden Versammlung des Europarates in Straßburg (Strasbourg) und Vizepräsidentin der Kommission für Sozial- und Gesundheitsfragen sowie der Kommission für Flüchtlings- und Bevölkerungsfragen; Oktober 1963 bis Juni 1970 und Oktober 1970 bis Mai 1983 Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat (unter anderem Mitglied des Finanz‑, Unterrichts- und Justizausschusses, Zweite Obfrau des außenpolitischen Ausschusses sowie Mitglied des Asylbeirates im Bundesministerium für Inneres), 1967 bis 1981 Vorsitzende des Bundes-Frauenkomitees der SPÖ, Stellvertreterin des Bundesparteivorsitzenden der SPÖ und Mitglied des Parteipräsidiums der SPÖ, Bundesvorstandsmitglied des »Bundes Sozialistischer Akademiker« und Vorsitzende des »Vereins für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschafter« sowie Vorsitzende der Frauen-Arbeitsgemeinschaft im »Bund Sozialistischer Akademiker«.

Seit 21. April 1970 zunächst Ministerin ohne Portefeuille im Kabinett Kreisky I, war Hertha Firnberg vom 26. Juli 1970 bis 24. Mai 1983 Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung des neu geschaffenen Ministeriums. Außerdem war sie vom 8. Oktober bis zum 5. November 1979 mit der Leitung des Bundesministeriums für Gesundheit und Umweltschutz betraut. Im Mai 1983 zog sie sich aus der Politik zurück.

Selbstständige Publikationen von Hertha Firnberg

● (Hertha Hon-Firnberg) Lohnarbeit und freie Lohnarbeiten im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Ein Beitrag zur Geschichte der agrarischen Lohnarbeit in Deutschland. Baden-WienLeipzigBrünn [Brno]: Rohrer 1935 (= Veröffentlichungen des Seminars für Wirtschafts- und Kulturgeschichte an der Universität Wien. Herausgegeben von Alfons Dopsch. 11.), 115 S. Zugleich Philosophische Dissertation, Universität Wien 1936.

● (Zusammen mit Gustav Otruba) Die soziale Herkunft der niederösterreichischen Studierenden an Wiener Hochschulen. Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte in Niederösterreich 1951 (= Der niederösterreichische Arbeiter. 3.), XIX, 109 Bl. & mehrere Bl. Tabellen.

● Berufslaufbahn und Berufsschicksale niederösterreichischer Arbeiter. Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte in Niederösterreich 1954 (= Untersuchungen über Berufsprobleme der niederösterreichischen Arbeiterschaft in Gegenwart und Vergangenheit. 3. / Der niederösterreichische Arbeiter. 4.), XXXI, 263, 56 S.

● (Mitarbeiterin) Inventur im Kleiderkasten. Erhebungen über Bestand und Bedarf an Bekleidung und Wäsche in Wiener Arbeitnehmerhaushalten. [Wien]: ÖGB, Frauenreferat [1954], 57 S.

● (Mit Gustav Otruba & L[udwig] S[iegfried] Rutschka) Ausgewählte Dokumente und statistische Materialien zur historischen Entwicklung und gegenwärtigen Struktur. Zusammengestellt von Hertha Firnberg, Gustav Otruba und L. S. Rutschka. Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte in Niederösterreich 1957 (= Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Niederösterreichs von der industriellen Revolution bis zur Gegenwart. 2. / Der niederösterreichische Arbeiter. 5.), XXI, 384 S.

● (Mit L[udwig] S[iegfried] Rutschka) Betreuung alter Menschen. Zusammengestellt von Hertha Firnberg. L. S. Rutschka. [Wien]: Österreichischer Städtebund 1964 (= Österreichischer Städtebund. Bibliographische Notizen.), 30 S.

● (Mit Ludwig S[iegfried] Rutschka) Die Frau in Österreich. Wien: Österreichischer Gewerkschaftsbund 1967 (= Aktuelle Probleme unserer Zeit.), 119 S.

● Die soziologischen Strukturveränderungen in Wien. Wien-München: Jugend & Volk 1968 (= Kleine Reihe für den Erzieher.), 26 S.

● (Herausgeberin) Gefährdung und Resozialisierung Jugendlicher. Vorträge über Bewährungshilfe, gehalten auf einem Seminar des Soziologischen Instituts der Universität Wien. Herausgegeben von Leopold Rosenmayr, Hans Strotzka und Hertha Firnberg. Wien-Frankfurt am Main-Zürich: Europa Verlag 1968, 191 S.

● Die Zeitschriften im kulturellen Leben Österreichs. Ein Vortrag. Wien: Werner 1970 (= Zeitschrift »Presse und Vertrieb in Österreich«. Sonderheft.), 16 S.

● Die Frau in der Zeit von heute. Referat, gehalten auf der Bundesfrauenkonferenz in Villach am 16. April 1972. Wien: Bundesfrauenkomitee der SPÖ 1972, 16 S.

● (Mit Hermann Schrubnell) Hertha Firnberg: Demographische Forschung in Österreich. – Hermann Schrubnell: Warum ist Bevölkerungswissenschaft notwendig und ihre Institutionalisierung nützlich? Wien-New York, N.Y.: Springer 1974 (= Veröffentlichung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.), 21 S.

● Wissenschaft als zentrales gesellschaftliches Anliegen. Das 1970 neuerrichtete Ministerium stellt die Weichen für die Zukunft unseres Landes. Wien: Sozialistische Partei Österreichs, Zentralsekretariat [1975], 48 S.

● Austrian 10 kWE solar power plant. A project of the Federal Ministry for Science and Research. Vienna [Wien]: Austrian Federal Chancellery, Federal Press Service 1977, 24 S.

● (Mit Fred Sinowatz & Karl Blecha) Kultur, die wir meinen. Wissenschaft, Bildung, Kultur und das neue Parteiprogramm. Wien: Dr.-Karl-Renner-Institut 1978 (= Zeitdokumente. 16.), 35 S.

● Studieren in Österreich. Ein Leitfaden für den Universitäts- und Hochschulbesuch. Wien: Molden 1981 (= Schule und Elternhaus.), 199 S.

● (Mit Fritz Bock & Willfried Gredler) Österreich zuliebe. Der Staat, den alle wollten. Wien-Hamburg: Zsolnay 1985, 207 S.

Festschrift

● Wissenschaft und Weltbild. Festschrift für Hertha Firnberg. Herausgegeben von Wolf Frühauf. Wien: Europaverlag 1975, 628 S.

Über Hertha Firnberg auf dieser Website

● Große Chronik von Gramatneusiedl, Marienthal und Neu-Reisenberg:

© Reinhard Müller
Stand:
März 2009

Bibliografie
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