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Ilse Zeisel

das ist bis 1938: Ilse Zeisl; verheiratete Ilse Zeisel Williams

geb. Harzdorf, Böhmen (heute Harcov, heute zu Liberec, Tschechische Republik), am 21. August 1909

gest. Trenton, New Jersey, am 6. Mai 1999

Meinungsforscherin und Sportlerin, Beteiligte an der Marienthal-Studie

Ilse Zeisl war die Tochter des Rechtsanwalts Otto Zeisl (1875–1940), der bereits seit 1906 eine Anwaltskanzlei in Wien unterhielt, und seiner Ehefrau Elsa, geborene Frank (1881–1975), sowie Schwester des Soziologen und Rechtswissenschaftlers Hans Zeisel (1905–1992). In Wien besuchte sie das Gymnasium und wurde Mitglied der »Vereinigung sozialistischer Mittelschüler«. Nach der Matura studierte Zeisl Philosophie, Englische Philologie und Kinderpsychologie an der Universität Wien, letzteres bei Charlotte Bühler (1893–1974) und Karl Bühler (1879–1963). Außerdem machte sie am Montessori House of Children in London eine Ausbildung als Kindergärtnerin, die sie mit einem Diplom abschloss.

Als Studentin gehörte Ilse Zeisl zum Projektteam der Marienthal-Studie. Die damals 22–Jährige führte zwischen November 1931 und Mai 1932 Recherchen im Zusammenhang mit dem Marienthal-Projekt durch.

Ilse Zeisl machte später auch marktanalytische Studien für die »Österreichische Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle«, ebenso für die tschechoslowakische Schuhfirma »Bata« in Zlín (Jihormoravský Kraj), bei der ihr Bruder Hans Zeisl seit 1935 beschäftigt war. Daneben arbeitete Ilse Zeisl als freischaffende Journalistin für die Tageszeitung »Neues Wiener Tagblatt« (Wien), vor allem aber war sie eine erfolgreiche Leichtathletikerin. Aus Protest gegen den Nationalsozialismus verweigerte sie ihre Teilnahme für Österreich an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

1938 emigrierte Ilse Zeisl – seither »Zeisel« – in die Vereinigten Staaten von Amerika, deren Staatsbürgerschaft sie später annahm. Sie setzte ihr Studium an der Columbia University in New York City (N.Y.) unter anderem bei Paul Felix Lazarsfeld (1901–1976) und Robert K(ing) Merton (d.i. Meyer Robert Schkolnick; 1910–2003) sowie an der New York University fort. 1947 wurde sie Manager and Supervisor aller laufenden Forschungsprojekte an Lazarsfelds Bureau of Applied Social Research, welches seit 1945 mit der University of Columbia assoziiert war. 1947 bis 1950 war Zeisel Director in Charge of Procedures bei der »Market Research Company of America«, wo sie schon seit 1942 arbeitete, und 1950 bis 1952 führte sie Medienanalysen für »Foote, Cone & Belding« durch. Schließlich eröffnete Zeisel 1952 ein eigenes Forschungsbüro, die »Ilse Zeisel Research«, in der sie bis 1964 Forschungen mit quantitativen und qualitativen Methoden durchführte. 1964 bis 1966 war Zeisel Vice President in Charge of Client Relations bei der »Marketing Impact« und 1966 bis 1974 Manager of Survey Research beim »Newspaper Advertising Bureau, Inc.«. Ilse Zeisel, die wiederholt mit ihrem Bruder Hans Zeisel wissenschaftlich eng zusammenarbeitete, wurde Honorary Life Member der »American Association for Public Opinion Research«.

Ilse Zeisel heiratete 1994 Frederick William Williams (1911–1999), der als Berater für die US-amerikanische Regierung sowie die Privatwirtschaft tätig war und Forschungen auf den Gebieten der Psychologie, Soziologie und Kunstgeschichte veröffentlichte. Ilse Zeisel-Williams verstarb nur wenige Monate vor ihrem Mann.

Über Ilse Zeisel auf dieser Website

● Große Chronik von Gramatneusiedl, Marienthal und Neu-Reisenberg:

● Das Projektteam der Marienthal-Studie:

© Reinhard Müller
Stand:
August 2011

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