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Große Chronik von Gramatneusiedl, Marienthal und Neu-Reisenberg 1200 bis 1299

1201

Am 4. Mai 1201 erschüttert ein heftiges Erdbeben mit Epizentrum bei Murau (Steiermark) auch des Gebiet um Gramatneusiedl.

1203

Vom 9. bis 12. April 1203 sind Gramatneusiedl und Umgebung von einem heftigen Schneesturm betroffen. ( Denkbuch Moosbrunn.)

1203

Im Juni 1203 tauscht Leopold VI. von Babenberg, genannt »der Glorreiche« (1176–1230), Herzog von Österreich, seine Güter Fischamend (Niederösterreich), Gramatneusiedl und Schwadorf (Niederösterreich) mit Wolfger von Erla (um 1140–1218), Bischof von Passau (1191–1204). Damit vervollständigt das Bistum Passau seine Besitzungen in diesem Gebiet, zu denen auch Moosbrunn (Niederösterreich), ein wichtiger Nachbarort von Gramatneusiedl, gehört. Wer vom Bistum Passau die Herrschaft Gramatneusiedl als Lehen erhält, ist bis zum Jahr 1318 unbekannt.

1210

Leopold VI. von Babenberg, genannt »der Glorreiche« (1176–1230), Herzog von Österreich, geht gewaltsam gegen die erstarkende religiöse Bewegung der Katharer (auch »Albigenser« und in Österreich »Katharener« genannt) vor, weil diese zahlreiche katholische Dogmen und Gebräuche verwerfen. Die streng asketisch ausgerichtete Glaubensgemeinschaft wird bis ins 14. Jahrhundert hinein grausam verfolgt.

1230

Zwischen etwa 1230 und 1246 wirkt der Minnesänger Tannhäuser bei Herzog Friedrich II. von Babenberg, genannt »der Streitbare« (1219–1246), von dem er unter anderem eine Besitzung in Himberg (Niederösterreich) erhält, einem Nachbarort Gramatneusiedls.

1241

Um 1240 nach Ungarn eingefallene Mongolen bedrohen im Dezember 1241 auch Siedlungen in Österreich, doch ziehen die Mongolen nach dem Tod des Großkahns Ugeedei Khan / Єгєєдэй хаан (1186/89–1241) im April 1242 über Ungarn und Serbien wieder ab. Folgen dieser Ereignisse sind eine Flüchtlingswelle von Ungarn nach Österreich und im Juli 1242 die Besetzung ungarischer Grenzfesten durch Österreich. Gramatneusiedl, im Grenzgebiet liegend, dürfte sicherlich von diesen Ereignissen unmittelbar betroffen sein.

1246

Mit dem Tod des letzten männlichen Babenbergers, Friedrich II. von Babenberg, genannt »der Streitbare« (1219–1246), am 15. Juni 1246 beginnt das Österreichische Interregnum, während dessen das Herzogtum Österreich faktisch ohne Herrscher ist. Dieser Zustand wird erst mit der Huldigung durch österreichische Adelige an Ottokar II. Přemysl (um 1232–1278) am 21. November 1251 beendet, wodurch er als Herzog von Österreich anerkannt wird.

Spätmittelalter  

1252

Nach dem Einfall des Heeres von Béla IV. Árpád (1206–1270), König von Ungarn, im Sommer 1252 kommt es zu fortwährenden Grenzkriegen, die mit dem Frieden von Ofen (heute zu Budapest) am 3. April 1254 vorläufig beigelegt werden. Auch das Gebiet um Gramatneusiedl ist von den Kriegsereignissen betroffen. ( Denkbuch Moosbrunn.)

1276

Im Oktober 1276 zieht der 1273 zum deutschen König gewählte Rudolf I. von Habsburg (1218–1291) gegen Ottokar II. Přemysl (um 1232–1278), König von Böhmen und Herzog von Österreich, bis vor Wien. Am 21. November 1276 kommt zwischen den beiden zum Friedensschluss, doch wird der Konflikt erst durch Ottokars Tod in der Schlacht auf dem Marchfeld, eigentlich bei Dürnkrut und Jedenspeigen (Niederösterreich), am 26. August 1278 endgültig beigelegt. Rudolf I. von Habsburg begann damit, die Vormachtstellung der Habsburger in Österreich dauerhaft zu sichern. Die Habsburger bleiben seit 1282 – mit kurzen Unterbrechungen – bis 1918 die obersten Landesherren Gramatneusiedls.

1277

In den Jahren 1277 und 1278 herrscht eine schwere Hungersnot, bei der es auch zu Kannibalismus gekommen sein soll, in ganz Österreich, sicherlich auch in Gramatneusiedl.

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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