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Große Chronik von Gramatneusiedl, Marienthal und Neu-Reisenberg 1300 bis 1399

1312

Im Jahr der großen »Ketzer«-Verfolgungen, 1312, verpflichtet Bernhard von Prambach (1221–1313), Bischof von Passau (1285–1313), das Stift Melk (Niederösterreich), in dem seit 1113 – allerdings mit Unterbrechungen – dem Stift gehörenden großen Pfarrsprengel Traiskirchen (Niederösterreich) Filialen einzurichten. Es wird nun die Pfarre Sankt Laurentius in Moosbrunn (Niederösterreich) installiert, wohin Gramatneusiedl bis 1949 zuständig ist und dessen Kirche die Bewohnerschaft Gramatneusiedls bis 1400 ausschließlich besucht. Der erste namentlich bekannte Pfarrer von Moosbrunn ist der für 1388 belegte Eberhard.

1316

In den Jahren 1316 und 1317 ist das Herzogtum Österreich infolge von Regengüssen und Überschwemmungen von einer schweren Hungersnot betroffen.

1318

Die Herrschaft Gramatneusiedl geht 1318 auf dem Tauschweg aus dem Besitz der Laaer in den der Ebersdorfer über. Diese geben um 1373 die halbe Herrschaft an die Tirna ab, die andere Hälfte verkaufen sie 1428 an die Ladendorfer.

1337

Der Sommer 1337 ist außerordentlich kühl und regenreich, so dass die Früchte auf dem Feld verfaulen.

1338

1338 bis 1341 verwüsten Wanderheuschrecken das Herzogtum Österreich. Im Juli 1338 fallen sie auch in das Gebiet um Gramatneusiedl ein, was dort – wie im gesamten Herzogtum – eine große Hungersnot zur Folge hat.

1338

Dem außerordentlich langen und kalten Winter 1338/39 folgen 1339 Überschwemmungen, Naturerscheinungen, die sich 1341/42 und 1346/47 wiederholen.

1349

1348 bricht in Europa die Pest aus und erreicht 1349 auch das Herzogtum Österreich. Die seit 1337 anhaltenden Katastrophen (Überschwemmungen, Missernten, Hungersnot, Ausbruch der Pest) veranlassen die Bevölkerung auf der Suche nach vorgeblich Schuldigen im ganzen Herzogtum Österreich zu schweren Ausschreitungen gegen Angehörige der jüdischen Religionsgemeinschaft.

1359

Am 21. März 1359 führt Rudolf IV. von Habsburg, genannt »der Stifter« (1339–1365), Herzog von Österreich, im gesamten Herzogtum Österreich das so genannte Ungeld ein: eine zehnprozentige Getränkesteuer.

1365

Am 19. April 1365 verzichtet Rudolf IV. von Habsburg, genannt »der Stifter« (1339–1365), Herzog von Österreich, auf das Patronat über die Pfarre Waidhofen an der Thaya (Niederösterreich) und erhält dafür von Albert von Winkel (um 1300–1380), Bischof von Passau (1362–1380), das Patronat über die Stephanskirche in Wien. Dies wird später für das Metropolitankapitel zu Sankt Stephan, seit 1398 Inhaber eines Teils der Herrschaft Gramatneusiedl, von Bedeutung.

1373

Vermutlich 1373 kommt es zur Teilung der Herrschaft Gramatneusiedl: Die Ladendorfer treten in diesem Jahr die halbe Herrschaft an die Tirna ab. 1377 geht die halbe Herrschaft oder ein Teil derselben an das Wiener Bürgerspital vor dem Kärntnertor, Wien, kommt dann aber wieder in den Besitz der Tirna zurück und wird 1398 an das Metropolitankapitel zu Sankt Stephan verkauft.

1398

Die Tirna verkaufen 1398 ihre Hälfte der Herrschaft Gramatneusiedl dem Metropolitankapitel zu Sankt Stephan, welches damit erstmals Inhaber dieser Herrschaft wird und dem es 1520 gelingt, die beiden Herrschaftshälften in einem Besitzstand wieder zu vereinigen. Aus dem Kaufvertrag des Metropolitankapitels mit den Brüdern Rudolf und Ludwig von Tirna aus dem Jahr 1398 ist Art und Höhe der Abgaben für die eine Hälfte der Herrschaft bekannt: Für die Nutzungsrechte an Hof und Hausgründen müssen die Bauern insgesamt 7 Pfund, 6 Schilling und 3 Halbling Wiener Pfennig zahlen; für Überländ, also für über die Hausgründe hinausgehende, frei verkäufliche Gründe, sind 3 Schilling für die Äcker und 80 Pfennig für die Krautgärten an die Herrschaft abzuliefern; dazu kommt die so genannte Weisat, also Abgaben für die Küche des Grundherren: 57 Hühner, 57 Käse, von denen jeder 2 Pfennig wert sein muss, und 11 Schilling Eiergeld. Außerdem sind noch der Zehent zu leisten, also der zehnte Teil der Ernte, in diesem Fall an Getreide und Kraut. Zur halben Herrschaft Gramatneusiedl gehören damals noch 36 Tagwerk Wiesen (ein Tagwerk entspricht etwa einem Drittel Hektar) und eine halbe Fischwaid.

1399

1399 wird in Gramatneusiedl im Zentrum des Ortes, am Kreuzungspunkt der Straßen Wien – Mannersdorf am Leithagebirge (Niederösterreich) sowie Fischamend (Niederösterreich) – Wiener Neustadt (Niederösterreich), eine Kapelle erbaut, die im folgenden Jahr geweiht wird.

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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