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Große Chronik von Gramatneusiedl, Marienthal und Neu-Reisenberg 1916

1916

Um 1916 wird im Fabrikspital der Textilfabrik Marienthal die »Filiale des k(aiserlich) u(nd) k(öniglichen) Garnisonsspitals M 1 in Wien« eingerichtet. ( Dokument.)

1916

Seit 10. Januar 1916 gibt es neue Richtlinien zum Kleinverschleiß von Mehl, mit 14. Januar von Schweinfett, Schweinespeck und Schweinefleisch; diese werden seither regelmäßig verändert. Mit 25. Januar werden Höchstpreise für Heu und Stroh amtlich verfügt.

1916

Seit 20. Februar 1916 werden neue Brotkarten mit gesenkten Tagesrationen ausgegeben. Der Verbrauch von Mehlprodukten wird seither regelmäßig eingeschränkt.

1916

Seit 6. März 1916 ist die Beifügung von Maismehl bei der gewerbsmäßigen Broterzeugung gestattet, mit 21. März werden das Färben von Hühnereiern und der Verkauf dieser Ostereier sowie das Bestreuen von Straßen, Wegen und Plätzen aus festlichen Anlässen mit Gras und Heu verboten.

1916

Mit Verordnung des Handelsministers vom 13. April 1916 erfolgen eine Veräußerungsbeschränkung und ein Anbotzwang für Baumwolle, Baumwollgespinste und aus diesen hergestellte Erzeugnisse. Dieses Gesetzt betrifft auch die Textilfabrik Marienthal, welche ihre Produkte nunmehr nur an die Militärverwaltung beziehungsweise die »Baumwollzentrale Aktiengesellschaft« verkaufen darf. Außerdem muss sie dem mit Verordnung des Handelsministeriums vom 25. April 1916 gegründeten »Kriegsverband der Wollindustrie« (mit Sitz in Wien) beitreten, welcher der weitgehend vollständigen Integration der Textilindustrie in die Kriegswirtschaft dient.

1916

Für die Zeit zwischen dem 1. Mai und 30. September 1916 wird gemäß Verordnung des Gesamtministeriums vom 21. April 1916 erstmals in Österreich die Sommerzeit (Vorrückung der Uhrzeit um eine Stunde) eingeführt. Die Sommerzeit wird 1917 und 1918 wiederholt. Erst im März 1980 wird es neuerlich zur Einführung der Sommerzeit kommen.

1916

Seit 13. Mai 1916 werden die Reduktion des täglichen Verbrauchs von Zucker angeordnet sowie Herstellung und Verkauf von mit Eiern zubereiteten Getränken im Gast- und Schankgewerbe in der Zeit zwischen 14 und 19 Uhr verboten. Seit 26. Mai wird außerdem die Beigabe von Zucker zu Getränken für das Gast- und Schankgewerbe sowie in Zuckerbäckereien eingeschränkt.

1916

Seit 1916 werden Kriegsgefangene zum Ausbau der bislang ein- zu einer zweigleisigen Bahnstrecke beim Bahnhof Gramatneusiedl verwendet.

1916

Seit 15. Juni 1916 wird Zucker mittels Zuckerkarten rationiert, seit 21. Juni gibt es Beschränkungen beim Kaffeeverbrauch, der seit 9. Juli mittels einer Kaffeekarte reguliert wird.

1916

Die Vierte österreichische Kriegsanleihe vom Juli 1916 erzielt in Gramatneusiedl 141.200 Kronen.

1916

Seit 7. September 1916 werden die Preise für Kartoffel amtlich geregelt, seit 15. September jene für Dörrzwetschken (Dörrpflaumen) und Zwetschkenmus (Pflaumenmus), seit 22. September jene von Hülsenfrüchten. Seit 25. September 1916 ist die Abgabe von Brot in Gast- und Speisewirtschaften verboten, und die Ausschankzeit von Bier in öffentlichen Lokalen wird beschränkt.

1916

Die Fünfte österreichische Kriegsanleihe vom September 1916 erbringt in Gramatneusiedl 183.000 Kronen.

1916

Vom 4. bis 8. Oktober 1916 finden auch in Gramatneusiedl so genannte Opfertage für die Kriegsinvalidenfürsorge, die Tuberkulosenfürsorge sowie den Kriegswitwen- und -waisenfonds statt, doch sind die Spenden äußerst gering. Im selben Monat gibt es erstmals weder Mehl noch Brot in Gramatneusiedl.

1916

Seit 14. Oktober 1916 ist angesichts des Mangels an Fetten die Beleuchtung von Begräbnisstätten an Erinnerungstagen, insbesondere zu Allerseelen, verboten, seit 26. Oktober werden auch Selbstversorger beim Verbrauch selbst gezüchteter landwirtschaftlicher Produkte eingeschränkt.

1916

Mit Verordnung des Gesamtministeriums vom 13. November 1916 wird das k(aiserlich) k(önigliche) Amt für Volksernährung als Zentralbehörde (mit Sitz in Wien) eingerichtet, welches die Erzeugung und Verarbeitung von Rohstoffen, Lebens- und Futtermitteln kontrolliert, Verteilung, Verbrauch und Preise von Bedarfsmitteln regelt und welches Erhebungen von Vorräten durchführt. Diesem Amt, welches am 1. Dezember 1916 seine Tätigkeit aufnimmt, ist auch die Freie Gemeinde Gramatneusiedl verpflichtet.

1916

Seit 24. Dezember 1916 gibt es neuerlich eine Reduzierung des täglichen Verbrauchs von Brot und Mehl.

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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