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Große Chronik von Gramatneusiedl, Marienthal und Neu-Reisenberg 1958

1958

Im März 1958 wird die Fabrik von Kurt Sonnenschein (1906–195?), »Kurt Sonnenschein, mechanische Weberei und Appretur Marienthal, Gesellschaft mit beschränkter Haftung«, welche zuletzt rund 80 Beschäftigte zählt, stillgelegt. Bis zur endgültigen Auflösung der Firma am 31. Mai 1958 fungiert Jaro Jerabek (1926–2006) als Betriebsleiter. Schon im Juni 1958 hat die Fabrik einen neuen Besitzer, den Wiener Textilfabrikanten Justinian Karolyi, Eigentümer der »Seidenwarenfabrik Justinian Karolyi, Großhandel und Manipulation mit Mieder- und Bandagen-Zugehör«, mit Firmensitz in Wien 11., Lorystraße 122. Am 15. September 1958 geht die »Seidenweberei Justinian Karolyi, Fabrik Gramatneusiedl« mit 120 Beschäftigten und 69 Webstühlen in Betrieb: eine Seiden- und Baumwollweberei, Spulerei, Zettelei, Schlichterei, Färberei, Appretur, Rauerei und Filmdruckerei. Erstmals wird in Marienthal nun auch das Siebdruckverfahren benutzt. Fabrikdirektor vor Ort ist Justinians Sohn Georg Karolyi, Technischer Betriebsleiter wieder Jaro Jerabek. Produziert wird ausschließlich für die eigene Konfektion. Nach erheblichen Absatzschwierigkeiten wird die Seidenweberei Justinian Karolyi im August 1960 stillgelegt.

1958

Anlässlich der Stilllegung der Fabrik von Kurt Sonnenschein (1906–195?), »Kurt Sonnenschein, mechanische Weberei und Appretur Marienthal, Gesellschaft mit beschränkter Haftung«, im März 1958 schenkt der Betriebsrat den Gramatneusiedler »Kinderfreunden« ein Sparbuch der Postsparkasse mit 1.000 Schilling, welches als Spende für den Bau eines neuen Heimes der Kinderfreunde gedacht ist, welcher allerdings erst 1961 in Angriff genommen werden kann.

1958

Am 17. April 1958 wird das ehemalige Gemeindewirtshaus Nr. 2 (ab 1961: Bahnstraße 5) abgerissen. ( Leopold Eder in (Georg Grausam & Margarete Jandl: Chronik von Gramatneusiedl. Gramatneusiedl 1977 / 1994), S. 27, 28a und 28b.)

1958

Seit April 1958 gibt es im Arbeiterheim Marienthal einen Fernsehapparat, den die »Kinderfreunde«, welche nunmehr 83 Kinder als Mitglieder haben, um 6.000 Schilling kaufen. Welche Bedeutung diesem Ereignis zukommt, zeigt ein Vorfall anlässlich der Krönung von Angelo Giuseppe Roncalli zum Papst Johannes XXIII. (1881–1963) am 28. Oktober 1958: »Gen(osse Johann) Wurschitz erhob gegen die Schulleitung Protest wegen unbefugten Eindringens in das Arbeiterheim zum Fernsehen der Papstkrönung. Gen. (Julius) Jung rügte die Schulleitung wegen dieses Vorfalls.« (Protokoll über die Ausschuss-Sitzung vom 6. November 1958, in: Protokollbuch der SPÖ [1956–1962], S. (9899).) Im Oktober 1958 wird beim Arbeiterheim Marienthal auch ein neuer Zaun aufgestellt.

1958

Am 1. Juni 1958 werden die 27 Wohnungen des 1956 begonnenen gemeindeeigenen ersten Wohnblocks beim alten Marktplatz bezogen: Neubau 1. Drei weitere Gemeindewohnbauten folgen in den nächsten Jahren.

1958

Die Bauernschaft errichtet ein gemeinschaftliches Tiefkühlhaus, Gramatneusiedl 73 (ab 1961: Hauptplatz 11).

1958

Bei der Kirche Sankt Peter und Paul werden 1958 umfangreiche Reparaturen vorgenommen. Die mittlerweile zersprungene Türkenglocke der Kirche wird durch die Wiener Glockengießerei von Josef Pfundner (1902–1983) geschweißt, der eiserne Glockenstuhl neu gestrichen, und die vorhandenen Glocken werden, ausgenommen das Sterbeglöckchen, mit elektrischen Läutemaschinen versehen. Alle vier Glocken (Türkenglocke, Griesmüllerglocke, Peter und Paul Glocke, Sakramentsglocke) erhalten teils neue, teils reparierte Klöppel. Außerdem wird die Uhrstube um 40 Zentimeter gehoben, und das Pfarrheim bekommt ein neues Dach aus Welleternit.

1958

Die Gemeinde Gramatneusiedl richtet für die Mädchen der 4. Hauptschulklassen in der Hauptschule die Kochschule Gramatneusiedl ein, wobei später Teile der Kochschule – wie auch die Landwirtschaftliche Fortbildungsschule Gramatneusiedl – ins Pfarrheim verlegt werden.

1958

Seit 1958 gibt es von der Gemeinde Gramatneusiedl bezahlte Schutzimpfungen gegen Kinderlähmung.

1958

1958 lässt die Gemeinde Gramatneusiedl das Lehrerhaus, Gramatneusiedl 86 (ab 1961: Bahnstraße 4), neu decken, den Sitz des Gemeindeamtes, also das Schloss Gramatneusiedl, renovieren, die Krautgartenbrücke und ein Trafogebäude um rund 80.000 Schilling neu errichten sowie erstmals öffentliche Abfallkörbe aufstellen.

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2011

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