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Die Ebersdorfer

Inhaber der Herrschaft Gramatneusiedl 1318 bis 1428

Die Ebersdorfer zählten im 14. Jahrhundert zu den einflussreichsten Rittergeschlechtern Österreichs und hatten seit 1298 das Amt des Obersten Kämmerers in Österreich inne, welcher die Einkünfte des Herzogs zu verwalten sowie für Wohnung und Kleidung des Hofes zu sorgen hatte (seine Funktion als Leiter des Finanzwesens verlor er im späten Mittelalter an den Schatzmeister).

1318 erhielten die Brüder Hans und Rudolf von Ebersdorf die Herrschaft Gramatneusiedl im Tauschweg von den Laaern. 1356 verzichtete der Sohn von Hans, Albert von Ebersdorf, zugunsten seines Cousins Peter von Ebersdorf auf die Herrschaft Gramatneusiedl. Am 7. Mai 1373 entsagte wiederum Peter von Ebersdorf auf die halbe Herrschaft Gramatneusiedl, womit die Herrschaft (vermutlich erstmals) geteilt wurde; 1379 ist Peter von Ebersdorf ein letztes Mal als Inhaber der halben Herrschaft Gramatneusiedl urkundlich belegt, 1400 sein Sohn Hans (II.) von Ebersdorf (?–1444), 1403 dessen Bruder Albrecht von Ebersdorf. 1428 verkauften die Ebersdorfer die Herrschaft Gramatneusiedl an die Ladendorfer.

Noch einmal kamen die Ebersdorfer vorübergehend in den Besitz der Herrschaft Gramatneusiedl: 1453 erhielt der Sohn vom letztgenannten Albrecht von Ebersdorf, der den gleichen Namen wie sein Vater führte, die halbe Herrschaft Gramatneusiedl als Pfand und behielt diese einige Jahre, musste sie aber nach Tilgung der Schulden wieder an die Ladendorfer abtreten, sicher vor dem Jahr 1471, für das Albrecht von Ladendorf als letzter Mann dieses Geschlechts zum letzten Mal urkundlich belegt ist.

Besitzer der anderen Hälfte der Herrschaft Gramatneusiedl waren seit vermutlich 1373 die Tirna und seit 1398 das Metropolitankapitel zu Sankt Stephan in Wien.

Offensichtlich kleine Besitzungen, vermutlich nur einige Äcker, besaßen in Gramatneusiedl auch Maria von Wallsee, die 1320 verstarb und vom Domherrn und Domdechanten zu Freising (Bayern) Heinrich von Polheim beerbt wurde, welcher aber diesen Besitz 1333 seinem Onkel Marchart von Mistelbach verkaufte. Franz Schweickhardt (1794–1858) nennt in seiner »Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens« ohne Quellennennung für 1405 Ulrich von Trauttmansdorff (?–um 1448) als Inhaber der Herrschaft Gramatneusiedl.

Daneben gab es auch noch Anteile am Zehent der Herrschaft Gramatneusiedl, welche in anderem Besitz waren. 1371 verkaufte die Wiener Bürgerin Anna Würffel ihre dortigen Zehentanteile an Wolf den Krämer aus Herzogenburg, der sie wiederum dem Wiener Bürgerspital vor dem Kärntnertor (gegründet 1253/57) schenkte. Für den 31. Januar 1419 ist Ulrich von Inprugg als Besitzer eines Zehents zu Gramatneusiedl belegt.

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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