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Erste urkundliche Nennungen Gramatneusiedls in vier Urkunden, ausgestellt von Ulrich von Hoeft, seit 1092 Bischof von Passau

Passau, am 6. Januar 1120

Bischof Ulrich I. von Passau (das ist Ulrich von Hoeft; um 1027–1121) weihte am 6. Januar 1120 die Kirche Sankt Margaretha in Traiskirchen (Niederösterreich) und bestimmte aus diesem Anlass die Grenzen der Pfarre sowie deren Zehent in vier Urkunden. In der Beschreibung der Pfarrgrenzen wurde erstmals die heutige Siedlung Gramatneusiedl urkundlich genannt, wobei in jeder Urkunde eine andere Schreibung des Ortsnamens erfolgte: »Gezenniusidelen«, »Hademniusidelen«, »Niusidelen« und »Tezenniusidelen« (wohl ein Schreibfehler).

Aus der ersten Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau: Einweihungsurkunde der Kirche Sankt Margaretha in Traiskirchen, in der die Grenzen der Pfarre angegeben werden, ausgestellt am 6. Januar 1120

Quelle: Stiftsarchiv des Benediktinerstifts Melk, Melk (Niederösterreich)

»A Steininenstike procedit terminus usque Piesnikhe et sicut Piesnikhe defluit ad Hadwartisdorf et Eberrichsdorf. et Rocinisdorf. et Scranawat. et Brunnen. et Gezenniusidelen. et Velwen.«

Übersetzung: Von Steinentisch [abgekommen, bei Wöllersdorf–Steinabrückl] verläuft die Grenze zur Piesting und wie die Piesting hinabfließt nach Hadwartesdorf [abgekommen, östlich von Tattendorf] und Ebreichsdorf und Rutzendorf [bei Unterwaltersdorf, heute zu Ebreichsdorf] und nach Schranawand [heute zu Ebreichsdorf] und Moosbrunn und Gezos Neusiedel [d.i. Gramatneusiedl] und Velm [heute zu Himberg].

Faksimile

Aus der zweiten Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau: Bestätigungsurkunde, dass der Zehent der Pfarre Traiskirchen den Brüdern des Klosters Melk gehört, ausgestellt am 6. Januar 1120

Quelle: Stiftsarchiv des Benediktinerstifts Melk, Melk (Niederösterreich)

»A Steininenstike procedit terminus usque Piesnikhe. et sicut piesnikke defluit ad Hatwatersdorf. et Eberrichsdorf. et Chaltingange. et Rozinesdorf. et Scranawat. et Brunnen. et Hademniusidelen. et Velwen.«

Übersetzung: Von Steinentisch [abgekommen, bei Wöllersdorf–Steinabrückl] verläuft die Grenze zur Piesting und wie die Piesting hinabläuft nach Hadwartesdorf [abgekommen, östlich von Tattendorf] und Ebreichsdorf und zum Kalten Gang [d.i. ein Fluss] und Rutzendorf [bei Unterwaltersdorf, heute zu Ebreichsdorf] und Schranawand [heute zu Ebreichsdorf] und Moosbrunn und Hadmars Neusiedel [d.i. Gramatneusiedl] und Velm [heute zu Himberg].

Aus der dritten Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau: Einweihungsurkunde der Kirche Sankt Margaretha in Traiskirchen, ausgestellt am 6. Januar 1120

Quelle: Stiftsarchiv des Benediktinerstifts Melk, Melk (Niederösterreich)

»A Steinintische procedit in riuum qui decitur Piesnikhe. et sicut illud flumen decurrit usque aduillam Walrates. et sicut ager huius ville finit in flumen Viescha et veluti Viescha dinidit agros harum villarum Hafewartersdorf. et Rucinesdorf. Scranawat. Brunnen et ugri de villa Niusidelen partingunt at agros ville Ebergozzingen. et veliti uilla Velwen cum agros suis pertingit ad villam Stindorf et sic retro ad terminurn parochie in Medeliche. usque ad mintem qui dicitur Chaltenperch.«

Übersetzung: Die Grenze erstreckt sich von Steinentisch [abgekommen, bei Wöllersdorf–Steinabrückl] zum Fluss Piesting und nach seinem Flusslauf bis zum Dorf Weigelsdorf [heute zu Ebreichsdorf], dann so wie das Ackergebiet dieses Dorfes an den Fluss Fischa grenzt und wie die Fischa die Felder dieser Dörfer Hadwartesdorf [abgekommen, östlich von Tattendorf], Rutzendorf [bei Unterwaltersdorf, heute zu Ebreichsdorf], Schranawand [heute zu Ebreichsdorf], Moosbrunn teilt und wie die Felder des Dorfes Neusiedel [d.i. Gramatneusiedl] angrenzen an die Felder des Dorfes Ebergassing und wie das Dorf Velm [heute zu Himberg] mit seinen Äckern grenzt an das Dorf Stindorf und sodann zurück an die Grenze der Pfarre Mödling und sodann aufwärts zwischen den Weingärten zum Berg genannt Kaltenberg.

Aus der vierten Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau: Traiskirchener Kirchenweihurkunde, ausgestellt am 6. Januar 1120

Quelle: Stiftsarchiv des Augustiner-Chorherrenstifts Herzogenburg, Herzogenburg (Niederösterreich)

»A steininenstike procedit terminus usque Liesnikhe et sicut liesnikhe defluit ad Hadvvartesdorf et Iberrichesdorf et Ruozinesdorf. et Scranewat. et Brunnen. et Tezenniusidelen. et Uelwen. sicut terminationes istarum villarum que hic nominate sunt finiuntur.«

Übersetzung: Von Steinentisch [abgekommen, bei Wöllersdorf–Steinabrückl] verläuft die Grenze zur Liesing [recte Piesting] und wie die Liesing herabfließt nach Hadwartesdorf [abgekommen, östlich von Tattendorf] und dann nach Ibreichsdorf [recte Ebreichsdorf], Rutzendorf [bei Unterwaltersdorf, heute zu Ebreichsdorf], Schranawand [heute zu Ebreichsdorf], Moosbrunn, Tezos Neusiedl [d.i. Gramatneusiedl], Velm [heute zu Himberg], so wie die Gebietsgrenzen jener Dörfer, die hier genannt sind, begrenzt werden.

© Reinhard Müller
Stand: Juni 2010

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