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Diskussion der Freien Gemeinde Gramatneusiedl über das Kriegerdenkmal in Gramatneusiedl. 12. März 1924

in: Archiv der Marktgemeinde Gramatneusiedl, Gemeinde-Kurrenden 1919–1938, Sitzungs-Protokoll zur Gemeinde-Ausschuß-Sitzung der Ortsgemeinde Gramatneusiedl am 12. März 1924, S. [14–16].

Transliteration: Reinhard Müller.

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VI. Kriegerdenkmal-An[tra]g.

Der Vorsitzende [d.i. Josef Bilkovsky; Anm. R.M.] verliest ein Ansuchen des Burschenvereins, worin derselbe ansucht um Zuweisung eines geeigneten Platzes zur Aufstellung eines

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Kriegerdenkmales und gleichzeitig um geldliche Unterstützung von Seiten der G[e]m[ein]de. Herr G[e]m[ein]derat [Matthias] Spiegelgraber befürwortet aufs wärmste das Ansuchen des Burschenvereines. Er führt in seiner Rede aus, daß es sich dieser Verein zur Aufgabe gestellt hat das Andenken der im Weltkrieg gefallenen Bürger von Gramatneusiedl durch ein Denkmal, auf dem alle Gefallenen namentlich verzeichnet sind, zu ehren und verweist darauf, daß in allen umliegenden G[e]m[ein]den bereits Kriegerdenkmäler bestehen, somit die Gmde Gramatneusiedl eine der letzten Gmden ist, die ihrer Pflicht den Gefallenen gegenüber nachzukommen sucht.

In demselben Sinne spricht sich Herr Gmderat [Josef] Moldaschl für die weitestgehende Unterstützung des vorliegenden Ansuchens aus.

Herr Vizeb[ürgermeister Rudolf] Theuer verweist darauf, daß es sich um einen Akt der Pietät handelt. Es soll das Andenken der Toten dadurch geehrt werden und diese Aufgabe hat sich der Burschenverein gestellt, was aufs wärmste zu begrüßen ist. Da sich ja der Gmderat bereits im Prinzipe dem Projekte zugestimmt hat, so käme jetzt nun die finanzielle Seite des Ansuchens in Betracht, inwieweit die Gmde die Durchführung des Projektes finan-

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ziell unterstützt und da möchte ich beantragen, daß die Gmde dieses Unternehmen nicht durch eine Geldspende subventioniert, sondern, daß sie direkt einen Teil der Ausführungskosten trägt.

Dieser Antrag wird von der Minorität mit Freude begrüßt.

Bezüglich des Anteiles der Gmde an den Kosten werden drei Anträge gestellt:

Antrag [Rudolf] Großmann: Die Gemeinde möge ¼ der Gesamtkosten nominieren.

Antrag [Josef] Moldaschl: Die Gmde möge 1/3 der Gesamtkosten bestreiten und der

Antrag [Matthias] Spiegelgraber: Die Gmde möge dem Burschenverein den Restbetrag, der von den gesammelten Geldern desselben in der Höhe von 15 Mil[lionen] Kronen auf die Gesamtkosten noch fehlt aus der Gmde Kassa beisteuern.

Sämtliche 3 Anträge gelangen aber nicht zur Abstimmung, weil dem Gmderat derzeit nicht die Höhe der Herstellungskosten bekannt ist und wird beschlossen, die Erledigung dieser Angelegenheit, sowohl die Platzfrage als auch der Bestimmung des auf die Gmde entfallenden Kostenbeitrages dem Geschäftsführenden Ausschuß zu überlassen.

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