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Beschluss der Freien Gemeinde Gramatneusiedl betreffs des Zubaus zur Volksschule für die Hauptschule. 3. Juli 1930

in: Archiv der Marktgemeinde Gramatneusiedl, Gemeinde-Kurrenden 1919–1938, Sitzungs-Protokoll zur Gemeinde-Ausschußsitzung der Ortsgemeinde Gramatneusiedl am 3. Juli 1930, S. [2–4].

Transliteration: Reinhard Müller.

[2]

Punkt 3: Beschlussfassung über die Erweiterung der Volks und Hauptschule durch Zubau von einen Turnsaal und vier Schulklassen:

Der Vorsitzende [d.i. Josef Bilkovsky; Anm. R.M.] verliest das Ansuchen des O[rts] S[chul] R[ates] der Gemeinde wegen der notwendig gewordenen Erweiterung der Volks und Hauptschule worin von Seite des O.S.R. der Vorschlag gemacht wird, die notwendig gewordenen Schulräume durch einen Zubau an das bestehende Schulgebäude rückwärts im Schulhofe zu schaffen, Gleichzeitig [!] wäre auch ein Turnsaal zu erbauen, die Klostanlagen [!] zu verlegen und ein verlängerter Gang mit Fensterbelichtung gegen die Ostseite des Schulhauses zu in das Bauprojekt einzubeziehen.

Der Vorsitzende des O.S.R. G[e]m[ein]d[e]r[a]t Rudolf Theuer begründet sodann in längeren Ausführungen die dringende Notwendigkeit der Erweiterung der Volks und Hauptschule, bespricht die einzelnen Projekte die sich alle als undurchführbar erwiesen haben, während das jetzt vom O.S.R. einstimmig gebilligte Projekt die beste und billigste Lösung dieser Frage bedeutet. Er bittet im Namen des O.S.R. um die einstimmige

[3]

Annahme und um die Bewilligung der hiezu erforderlichen Geldmittel. Herr Gmdrt. Johann Pribil [recte Pribyl; Anm. R.M.] gibt namens der Wirtschaftspartei die Erklärung ab, dass sich die Vertreter derselben der Notwendigkeit des Ausbaues der bestehenden Hauptschule nicht verschliessen, jedoch dürfe dadurch keine neuerliche Belastung der Grundbesitzer und der Geschäftsleute in Form von Gemeinde oder Schulumlagen entstehen, da infolge der Wirtschaftskrise im Orte die Landwirte und Gewerbetreibenden keine neuen Lasten auf sich nehmen könnten. Im Uebrigen stimmt die Wirtschaftspartei analog der Ausführungen des Gemdr. Theuer dem Projekte zu.

Die Herren Gmdr. [Johann] Gröss und [Josef] Moldaschl fragen an wegen der Beschaffung des notwendigen Baukapitales, worauf von Seite des Finanzreferenten [d.i. Johann Thim; Anm. R.M.] folgende Erklärung abgegeben wird: Die Gemeindeverwaltung ist der Ansicht, dass mit dem derzeit vorhandenen Schulbaufonde [!] im Betrage von 53.000 Schilng [!] das Auslangen gefunden werden wird, auch bezüglich der Inneneinrichtung; infolgedessen kann eine Mehrbelastundg [!] der Steuerträger nicht erfolgen. Diese Ausführungen werden von Gmdrt. Theuer noch dahin ergänzt, dass auch vom diesjährigen Ortschulratserforderniss [!] Ersparnisse gemacht werden könnten, da die Gemeinde Reisenberg ihren Anteil von 2 Jahren eingezahlt hat. und [!] somit ein Teil der Erfordernisse der Inneneinrichtung gedeckt werden könnte.

Herr Gmdrt. Gröss regt an. [!] den Antrag genauer zu formulieren, besonders in Bezug auf die entstehenden Baukosten, damit auch die Vertreter der Wirtschaftspartei in der Lage sind, mit ruhigen [!] Gewissen ihre Zustimmung geben zu können. Es sprechen noch die Gmdr. [Michael] Hums, [Josef] Baron u. Moldaschl im selben Sinne, worauf Gmdrt. Theuer folgenden Antrag stellt:

Der Gemeinderat beschliesst, dem Ansuchen des O.S.R. wegen der Erbauung von vier Schulklassen und einen Turnsaal (durch Zubau an das bestehende Schulgebäude) Folge zu geben. Die Geldmittel für die Erbauung sind aus den [!] vorhandenen Schulbaufond im derzeitigen Betrage von Sch[illing] 53.000 zu decken. Solltendiese [!] Mittel für den beabsichtigten Neubau, b[e]z[iehungs]w[eise] die Inneneinrichtung deselben [!] nicht ausreichen, so ist vor Beginn des Baues und der entgiltigen Vergebung der Arbeiten nochmals die Zustimmung des Plenums des Gemeinderates einzuholen und über die Beschaffung des Mehrerfordernisses Beschlüsse zu fassen.

[4]

Diese Antrag wird nach kurzer Wechselrede, an der sich die Gmdr. Gröss, Hums und V[i]c[e]b[ürger]m[eister Josef] Dolecek beteiligen einstimmig – angenommen unddas [!] Bürgermeisteramt beauftragt, die notwendigen Vorarbeiten unverzüglich in die Wege zu leiten.

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