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Vaterländische Front, Bezirk Mödling

Rundschreiben an die Bürgermeister des Bezirks. Mödling (Niederösterreich), am 16. Juni 1937

in: Archiv der Marktgemeinde Gramatneusiedl, Gemeinde-Kurrenden 1919–1938, Einladungs-Kurrende zur Gemeindetagssitzung am 23. Juli 1937, Beilagen, S. [1–2].

Transliteration: Reinhard Müller.

[1]

Vaterländische Front

Bezirk Mödling

Rathausgasse 4

Tel[efon] 32

Mödling, 16. Juni 1937

Sanierung notleidender Gemeinden.

Betreff: Dr. Pi / Vo.

Referent:

Z[ahl]

Rundschreiben an sämtliche Bürgermeister des Verwaltungs-Bezirkes Mödling.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Es wird in Aussicht genommen, in nächster Zeit wieder eine Bürgermeistertagung einzuberufen, die sich u[nter] a[nderem] mit der Frage der Sanierung notleidender Gemeinden zu befassen hat.

Aus diesen Anlasse übermitteln wir Ihnen Vorschläge zum Gegenstande, die von der Gemeinde W[iene]r Neudorf erstattet worden sind und mit deren Zustimmung den übrigen Gemeinden des Verwaltungsbezirkes Mödling zur Stellungnahme und Aeusserung bei der nächsten Bürgermeistertagung anbei übermittelt werden.

Sollten Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, ergänzende Vorschläge in dieser Angelegenheit zu machen haben oder Bemerkungen allgemeinen Interesses für notwendig halten, so bitte ich Sie, dieselben zwecks Weiterleitung an die übrigen Gemeinden des Verwaltungsbezirkes Mödling, mir fr[eun]dl[ich] zugehen lassen zu wollen.

Front Heil!

Oesterreich!

Der Bezirksführer:

[Unterschrift unleserlich]

1 Beilage.

[2]

Vorschläge,

welche für die Sanierung der notleidenden Gemeinden in Betracht zu ziehen wären.

1.)

Einteilung der einzelnen Gemeinden in solche, die sich ohne fremde Hilfe nicht sanieren können, in sonstige verschuldete Gemeinden und endlich in solche mit völlig geordnetem Haushalte.

2.)

Heranziehung aller Gemeinden Nieder-Oesterreichs zur Hilfe für die Notstandsgemeinden, ähnlich wie bei der Winterhilfe-Aktion.

3.)

Ermässigung des Zinsfusses für die Darlehensschuldenabstattung – jedoch nur für Notstandsgemeinden.

4.)

Tunlichste Umwandlung aller kurzfristigen Darlehen der Notstandsgemeinden in langfristige.

5.)

Festsetzung einer anderen Bemessungsgrundlage für die von den Gemeinden an den Fürsorgebezirk zu entrichtenden Beiträge.

6)

Entlastung der Notstandsgemeinden von übermässigen Krankenverpflegskosten- Ersätzen und Beiträgen zum Personalschulaufwand.

7.)

Streichung der 10 %igen Abzüge von den Bundesertragsanteilen zu Gunsten des Landes, jedoch nur für notleidende Gemeinden.

8.)

Entsendung von Bevollmächtigten des Landes in die Notsandsgemeinden zwecks Feststellung der wirtschaftlichen Lage und Verschreibung des Budgets zur Führung des Gemeindehaushaltes.

9.)

Schaffung eines Gesetzes, welches die Bürgermeister jener Gemeinden, die ausserstande sind, sich ohne fremde Hilfe zu sanieren, der Verantwortung für das Zustandekommen der Sanierung enthebt.

10.)

Eheste Einberufung der Vertreter der Notstandsgemeinden zur Landeshauptmannschaft.

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