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MITTERNDORF A. D. FISCHA

     

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Große Chronik von Mitterndorf a. d. Fischa

1300 bis 1399

1321

Gemäß einer Urkunde im Oberösterreichischen Landesarchiv Linz, gezeichnet Wien, am 21. Oktober 1321, wird der Kauf einer Wiese in Achau (Niederösterreich) »mit vnsers pvrchherren hant hern Siboten von Mitterndorf« (mit unseres Burgherrn Hand Herrn Siboto von Mitterndorf) genehmigt.  (Urkunde) Diese und andere Quellen legen nahe, dass die ehemalige Herrschaft Mitterndorf a. d. Fischa längst unter mehreren Besitzern aufgeteilt ist, von denen einer Siboto von Mitterndorf (?1329) ist.  (1337)

 

1325

Weikhard von Toppel, Pfarrer von Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf)  (1220), stimmt wegen des weiten Wegs der Mitterndorfer zu ihrer bisherigen Pfarrkirche in Waltersdorf am 11. November 1325 der Errichtung einer Seelsorgestation im Pfarrsprengel Waltersdorf zu. Dies geschieht mit Einverständnis des zuständigen Bischofs von Passau, Albert II. von Sachsen-Wittenberg (um 1285–1342). Otto von Hausbach, Inhaber zumindest eines größeren Teils der Herrschaft Mitterndorf, schenkt zu diesem Zweck ein Grundstück (eine halbe Hofstatt), auf welchem die Kapelle in Mitterndorf a. d. Fischa (heute Standort der Pfarrkirche hl. Katharina) errichtet wird: »gestift in sant Johans ewangelist und der heiligen junchvrowen sand Katreyn« (gestiftet dem Sankt Johannes Evangelist und der heiligen Jungfrau Sankt Katharina).  (Urkunde) Bekannt sind auch alle anderen Stifter der Kapelle, in der nun Seelenmessen abgehalten und Ehen geschlossen werden dürfen. Begräbnisse jedoch finden weiterhin in Waltersdorf statt.

Wann die Seelsorgestation in Mitterndorf a. d. Fischa zu einer Pfarre erhoben wird, ist unbekannt, vermutlich noch im 14. Jahrhundert, spätestens jedoch 1407.  (1220 & 1407)

Bemerkenswert ist auch, dass in dieser Urkunde Mitterndorf a. d. Fischa als »inwert aigen« (Inwärtseigen) der Herzöge von Österreich bezeichnet wird. Im Gegensatz zum Lehen, das nur auf Zeit gewährt wird, gehört das Inwärtseigen auf Dauer einem Herrscherverband, in diesem Fall den Herzögen bzw. seit 1453 Erzherzögen von Österreich. Mitterndorf, das später der Herrschaft Unter-Waltersdorf einverleibt wird, bleibt bis 1620 ein solches Inwärtseigen.  (1620)

 

1331

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, gezeichnet 21. Januar 1337, verkaufen Brigitte (»Preyd«), die Hausfrau des Raedler von »Aychau« (d. i. Achau, Niederösterreich), und ihr Sohn Jans ihren Hof in Waltersdorf (d. i. Unterwaltersdorf, Niederösterreich) mit achtzig Joch Äckern und fünfzehn Tagwerk Wiesen in Mitterndorf a. d. Fischa um 118 Pfund Wiener Pfennige an Heinrich den Taetscher (»Taeschen«).  (1332 & 1337)

 

1332

Gemäß einer Urkunde im Hau-, Hof- und Staatsarchiv Wien, gezeichnet 10. Februar 1332, verkaufen Heinrich der Taetscher, seine Frau Gertr(a)ud und deren Söhne Bernhard und Friedrich drei Lehen und neun Hofstätten in Waltersdorf (d. i. Unterwaltersdorf, Niederösterreich), vier Hofstätten in Brodersdorf (d. i. Deutsch-Brodersdorf, zu Seibersdorf, Niederösterreich) und zwei Hofstätten in Mitterndorf a. d. Fischa um 47 Mark Silber Wiener Gewichtes an die Brüder Ulrich und Berthold von Pergau.  (1331 & 1337)

 

1337

Gemäß einer Urkunde im Hau-, Hof- und Staatsarchiv Wien, gezeichnet 21. Januar 1337, verkaufen Heinrich der Taetscher, seine Frau Gertr(a)ud und deren Söhne Friedrich und Hermann ein Gut in Waltersdorf (heute Unterwaltersorf, Niederösterreich), welches sie von Siboto von Mitterndorf (?1329) geerbt haben, um 220 Pfund Wiener Pfennige.  (1321, 1331 & 1332)

 

1341

Gemäß eines Eintrags im Original-Hauptbuch des St. Claraklosters in Wien schenkt Albrecht II. von Habsburg (1298–1358), Herzog von Österreich, 1341 dem Clarissenkloster St. Clara, Wien 1., die Pfarre Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf), der damals sieben Dörfer nutzbar waren: Brodersdorf (heute Deutsch-Brodersdorf, zu Seibersdorf, Niederösterreich), Götzendorf an der Leitha, Mitterndorf a. d. Fischa, Reisenberg, Roching (ein abgekommener, einst zwischen Reisenberg und Seibersdorf gelegener Ort), Seibersdorf und Waltersdorf. Auf diesen Umstand geht auch der heute noch in Mitterndorf a. d. Fischa gebräuchliche Flurname »Nonnenwiese« zurück.

 

1349

Die im Vorjahr ausgebrochene Pest überzieht 1349 flächendeckend das Herzogtum Österreich und betrifft wohl auch die Bewohner von Mitterndorf a. d. Fischa.

 

1359

In einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 25. November 1359, scheint ein »Seyfrits des Planchen von Mitterndorff« als Zeuge auf. Dieser Seifried der Plancke könnte ein Verwandter einer Stifterin der Kapelle in Mitterndorf a. d. Fischa sein.  (Urkunde)

 

1362

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 31. Mai 1362, bestätigt Rudolf IV. von Habsburg (1339–1365), Herzog von Österreich, die Belehnung des Konrad von Wulzendorf mit der Fischweide zu Mitterndorf.

 

1387

Gemäß einer Urkunde im Wiener Stadt- und Landesarchiv Wien, datiert Wien, am 20. März 1387, wird der Verkauf eines Hauses durch Wilhelm von Wulzendorf aus Wulzendorf (abgekommener Ort auf dem Gebiet von Wien 22.) an ihren Schwager Gottschalk den Inbrucker aus Inprugg (heute zu Neulengbach, Niederösterreich) vertraglich geregelt.  (1388 & 1407) Dabei wird erstmals eine Mühle in Mitterndorf a. d. Fischa erwähnt: »ze Mitterndorf auf einer mül«. Außerdem wird von einem »behausten lehen daselbens« geschrieben, das einst Niklas von Lachsendorf aus Laxenburg (Niederösterreich) gehörte.  (Urkunde)

 

1388

Gemäß dem Verkaufsurbar im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien verkaufen die Brüder Wilhelm und Jörg von Wulzendorf  (1387) für sich und ihre Brüder Erasmus und Leopold von Wulzendorf die »vest ze Mitterndorf« samt Zugehör den Brüdern Jörg (?–1398), Hans (?–1397) und Hartneid (?–um 1395), Herren von Liechtenstein und Nikolsburg, um insgesamt 1.200 Pfund Wiener Pfennige.  (1395) Dieses Urbar ist der erste urkundliche Beleg für die Veste Mitterndorf, die wohl ein aus Stein erbautes, befestigtes Haus war. Zugleich wird ein umfassender Einblick in die Bestände der Herrschaft Mitterndorf a. d. Fischa gewährt.  (Urbar, 1220 & 1499)

 

1395

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 6. Februar 1395, erhalten Jörg (?–1398), Hans (?–1397) und Hartneid (?–um 1395), Herren von Liechtenstein und Nikolsburg, mehrere ihrer vom Herzog von Österreich strafweise eingezogenen Güter zurück, darunter auch die Veste Mitterndorf a. d. Fischa.  (1388, 1407 & 1418)

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Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Copyright © 2013 Arnold Krizsanits, Mitterndorf a. d. Fischa
Stand: Februar 2013

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