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Große Chronik von Mitterndorf a. d. Fischa

1400 bis 1499

1407

Leopold IV. von Habsburg (1371–1411), Herzog von Österreich, belehnt am 2. Februar 1407 Hanns den Inbrucker (?–um 1410) aus Inprugg (heute zu Neulengbach, Niederösterreich) mit der Veste Mitterndorf a. d. Fischa samt Zugehör: »vest ze Mitterndorf mit ächkern wismaden paumgarten, vischweiden awen und andern zugehörungen«.  (Urkunde, 1387 & 1418)

 

1407

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 19. Mai 1407, ist Mitterndorf a. d. Fischa mindestens seit 1407 eine eigene Pfarre, damals mit Eberhard als Pfarrer: »her Eberhart die zeit pharrer ze Mitterndorf«.  (1325 & 1508) Mit dieser Urkunde stiften Hanns den Inbrucker (?–um 1410) aus Inprugg (heute zu Neulengbach, Niederösterreich) sowie seine Brüder Christoph und Gottschalk die Inbrucker eine Burgkapelle Allerheiligen in der Veste Mitterndorf: »capellen der vesten ze Mitterndorff«, »in eren aller heiligen miteinander gewidmet«. Der Stiftbrief verlangt auch, dass alle zukünftigen Besitzer der Veste Mitterndorf a. d. Fischa den darin festgelegten Verpflichtungen nachkommen müssen, weiters, dass im Falle einer Zerstörung der Veste Mitterndorf die von ihnen gestiftete Messe in die Pfarrkirche des Dorfs übertragen werde.  (Stiftbrief & 1429)

 

1418

Albrecht V. von Habsburg (1397–1439), Herzog von Österreich, belehnt am 1. Juli 1418 Ulrich den Inbrucker (?–um 1426) aus Inprugg (heute zu Neulengbach, Niederösterreich) mit Veste und Dorf Mitterndorf a. d. Fischa samt Zugehör, die er bis zu seinem Tod innehat. Mit dem kinderlos Gebliebenen stirbt die männliche Linie der Inbrucker um 1426 aus.  (1407, 1418 & 1426)

 

1418

Gemäßeiner einer Urkunde im Hausarchiv der regierenden Fürsten von Liechtenstein Wien, datiert Wien, am 17. November 1418, belehnt Albrecht V. von Habsburg (1397–1439), Herzog von Österreich, Hartneid V. von Liechtenstein (1390–1427) mit der Fischweide zu Mitterndorf a. d. Fischa.  (1395)

 

1423

Gemäß dem Lehenbuch im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien belehnt Albrecht V. von Habsburg (1397–1439), Herzog von Österreich, Hans Kulmer 1423 mit einem Drittel Zehent zu Brodersdorf (heute Deutsch-Brodersdorf, zu Seibersdorf, Niederösterreich), Mitterndorf a. d. Fischa und Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf).

 

1426

Albrecht V. von Habsburg (1397–1439), Herzog von Österreich, belehnt 1426 Alex den Gradner unter anderem mit der von seinem Verwandten Ulrich dem Inbrucker (?um 1426) ererbten Veste und Dorf Mitterndorf a. d. Fischa samt Zugehör und Getreidezehent.  (1418, 1429 & 1443)

 

1429

Alex der Gradner bestätigt 1429 die Einhaltung des Stiftbriefs für die Kapelle in der Veste Mitterndorf a. d. Fischa.  (1407 & Vermerk am Ende des Stiftbriefs sowie 1426)

 

1440

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert Wien, am 18. Februar 1440, gibt Friedrich V. von Habsburg (1415–1493), Herzog von Österreich, Margarethe Braun, die Ehefrau des Bernhard Braun und Tochter des verstorbenen Kaspar Teindorfer, den großen und kleinen Zehent auf zwei ganze Lehen in Brodersdorf (heute Deutsch-Brodersdorf, zu Seibersdorf, Niederösterreich), auf dreizehn Viertel in Mitterndorf a. d. Fischa und auf elf Viertel in Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf), die ihr Vater von Stefan Fronauer geerbt hatte. Der Herzog setzt ihren Ehemann Bernhard Braun als Lehenträger ein.  (1449 & 1449)

 

1443

Friedrich V. von Habsburg (1415–1493), Herzog von Österreich, belehnt 1443 Wigeleus Gradner (?–1467) und dessen Brüder Jörg (?–1476) und Bernhard Gradner (?–1489) unter anderem mit der von ihrem Onkel Alex den Gradner ererbten Veste Mitterndorf a. d. Fischa.  (1426 & 1455)

 

1444

Gemäß einer Urkunde im Niederösterreichischen Landesarchiv St. Pölten, datiert Wien, am 10. Januar 1844, verkauft Hans Pöckel aus Mitterndorf a. d. Fischa sein freies Eigen, »gelegen im Prater«, an das Augustinerkloster in Wien. Es handelt sich bei dieser Urkunde auch um einen der frühen Namensbelege für den Wiener Prater.

 

1449

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert Wiener Neustadt (Niederösterreich), am 18. Februar 1449, gibt Friedrich V. von Habsburg (1415–1493), Herzog von Österreich, für sich und sein Mündel Ladislaus Postumus von Habsburg (1440–1457) dem Abt Gottfried von Otterstet (?–1460) und dem Konvent des Zisterzienserstifts Neukloster in Wiener Neustadt den großen und kleinen Zehent auf zwei ganze Lehen in Brodersdorf (heute Deutsch-Brodersdorf, zu Seibersdorf, Niederösterreich), auf dreizehn Viertel in Mitterndorf a. d. Fischa und auf elf Viertel in Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf), welche der Konvent des Neuklosters angeblich von Margarethe Braun, geborene Teindorfer, bereits gekauft hat.  (1440 & 1449)

 

1449

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert Wiener Neustadt (Niederösterreich), am 28. Dezember 1449, verkauft Margarethe Braun, geborene Teindorfer, dem Abt Gottfried von Otterstet (?–1460) und dem Konvent des Zisterzienserstifts Neukloster in Wiener Neustadt den großen und kleinen Zehent auf zwei ganze Lehen in Brodersdorf (heute Deutsch-Brodersdorf, zu Seibersdorf, Niederösterreich), auf dreizehn Viertel in Mitterndorf a. d. und auf elf Viertel in Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf), der ihnen aber bereits im Februar 1449 von Friedrich V. von Habsburg (1415–1493), Herzog von Österreich, gegeben wurde.  (Urkunde, 1440, 1449 & 1565)

 

1453

Mit der Anerkennung des gefälschten »Privilegium maius« (Großer Freiheitsbrief) wird das Herzogtum Österreich am 6. Januar 1453 zu einem Erzherzogtum erhoben.  (1156)

 

1455

Ladislaus Postumus von Habsburg (1440–1457), Herzog von Österreich, belehnt am 10. April 1455 anstatt Margaret Gradner, geborene Thumritzer (?–1497), deren Ehemann Jörg Gradner (?–1476) für sich und seine außer Landes befindlichen Brüder Wigeleus Gradner (?–1467) und Bernhard Gradner (?–1489) unter anderem mit Veste und Dorf Mitterndorf a. d. Fischa samt Zugehör und Getreidezehent. Die angesprochenen Brüder flüchteten nach einem Konflikt mit Siegmund von Habsburg (1427–1496), Erzherzog von Österreich und Regent von Oberösterreich, in die Schweiz, wo sie auch starben. Wie lange Jörg Gradner Mitterndorf besitzt, ist unbekannt.  (1443 & 1490)

 

1463

Im Zuge des 1458 bis 1463 währenden Krieges zwischen den Brüdern Kaiser Friedrich III. von Habsburg (1415–1493) und Erzherzog Albrecht VI. von Habsburg (1418–1463) wird die Veste Mitterndorf a. d. Fischa zwischen März und Anfang April 1463 unter Führung eines gewissen Hincko von Albrechts Söldnern, die vergeblich ihren Sold einfordern, erobert. Das Dorf wird verwüstet, Veste und Kapelle samt Pfarrhof bleiben jedoch zumindest baulich erhalten.  (1482)

 

1482

Im März 1482 beginnt die Eroberung des Erzherzogtums Österreich unter der Enns durch das Heer von Matthias Corvinus (d. i. Hunyadi Mátyás; 1443–1490), König von Ungarn, und am 1. Juni 1485 kapituliert Wien. Auch im Verlauf dieser Kämpfe dürfte Mitterndorf a. d. Fischa, das bis zum 6. April 1490 im Machtbereich von Matthias Corvinus liegt, neuerlich verwüstet worden sein, Veste und Kapelle samt Pfarrhof bleiben jedoch auch diesmal zumindest baulich erhalten. Spätestens jetzt ist Mitterndorf ein weitgehend verödeter Ort.  (1463 & 1490)

 

1490

Vermutlich 1490 ist die Herrschaft Mitterndorf a. d. Fischa wieder an Friedrich V. von Habsburg (1415–1493), Erzherzog von Österreich, gefallen, allerdings sind Veste und Dorf Mitterndorf verödet.  (1482 & 1492)

Arnold Krizsanits fasst den Baubestand der Siedlung Mitterndorf a. d. Fischa bis zu seiner Verödung folgendermaßen zusammen: »Das bebaute Gebiet von Mitterndorf erstreckte sich bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts, von Unterwaltersdorf kommend, auf der linken Seite der Landesstraße, ungefähr in der Höhe des ›Roten Kreuzes‹ beginnend, zwischen Fischa und Landesstraße, bis zur heutigen Liegenschaft Hauptstraße 35 und müsste inklusive der Mühle mindestens 55 Häuser umfasst haben, zuzüglich der ›Veste‹ mit ihrem Meierhof, dessen Standort uns bekannt ist, und der Pfarrkirche samt Pfarrhof und Wirtschaftsgebäuden, welche aber in weiterer Folge noch zu lokalisieren sein werden.«

 

1492

Gemäß einer Urkunde im Finanz- und Hofkammerarchiv Wien, datiert 30. Juni 1492, erlässt Friedrich V. von Habsburg (1415–1493), Erzherzog von Österreich, einen Gabbrief an den von ihm 1469 gestifteten St. Georgs-Ritterorden für Schloss, Markt und Pfarrkirche Unter-Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf) samt Zugehör sowie die öden Dörfer Mitterndorf a. d. Fischa und Schranawand (heute zu Ebreichsdorf, Niederösterreich). Der Orden unterhält seither in Unter-Waltersdorf eine Komturei.  (1490, 1493, 1494, 1496, 1496 & 1500)

 

1493

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 15. Juni 1493, vollzieht Maximilian I. von Habsburg (1459–1519), Erzherzog von Österreich, die Trennung zwischen dem Bistum Wiener-Neustadt und dem mit diesem eng verbundenen St. Georgs-Ritterorden, welcher als Entschädigung jährlich 60 Fuder Salz aus Gmunden (Oberösterreich) für seine Komturei Unter-Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf) erhält.  (1492 & 1494)

 

1494

1494 kauft Maximilian I. von Habsburg (1459–1519), Erzherzog von Österreich, unter anderem Schloss, Markt und Pfarrkirche Unter-Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf) sowie die öden Dörfer Mitterndorf a. d. Fischa und Schranawand (heute zu Ebreichsdorf, Niederösterreich) vom St. Georgs-Ritterorden zurück. Dieser verweigert jedoch offensichtlich deren Herausgabe.  (1492, 1493, 1496, 1496 & 1500)

 

1496

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 7. Mai 1496, fordert Maximilian I. von Habsburg (1459–1519), Erzherzog von Österreich, Konrad Auer von Herrenkirchen (?–um 1500), Marschall des St. Georgs-Ritterordens, auf, die öde Veste Mitterndorf a. d. Fischa dem Kämmerer Kaspar von Meckau (?–1498) abzutreten. Die bisher getätigten Einnahmen soll er dem Kaiser abliefern. Wenn er aber glaube, berechtigte Ansprüche zu haben, solle sein Anwalt binnen acht Tagen vor ihm erscheinen.  (1492, 1493, 1494, 1496 & 1500)

 

1496

Gemäß einer Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, datiert 9. Dezember 1496, fordert Maximilian I. von Habsburg (1459–1519), Erzherzog von Österreich, Konrad Auer von Herrenkirchen (?–um 1500), Marschall des St. Georgs-Ritterordens, neuerlich auf, die öde Veste Mitterndorf a. d. Fischa abzutreten, diesmal an Bernhard Stadler (?–1505). Dieser macht Erbansprüche geltend, die von seiner verstorbenen Frau Armenia Stadler, geborene Krottendorfer (?–1496), und seiner Schwägerin Martha Krottendorfer auf ihn gekommen seien. Auer werden sechs Wochen Einspruchsfrist eingeräumt. Wann der St. Georgs-Ritterorden diesen Besitz zurückgibt, ist unklar, aber im Mai 1500 wird nochmals der Besitzanspruch angemeldet.  (1492, 1493, 1494, 1496 & 1500)

 

1499

Das Urbar der landesfürstlichen Herrschaft Waltersdorf (heute Unterwaltersdorf) im Finanz- und Hofkammerarchiv Wien, datiert 31. Mai 1499, bezeichnet die Veste Mitterndorf a. d. Fischa als verlassen: »das öd Gesloss Mitterndorff ist öd«. Es ist davon auszugehen, dass auch das Dorf Mitterndorf a. d. Fischa weitgehend unbewohnt ist.  (1388 & 1539)

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Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Copyright © 2013 Arnold Krizsanits, Mitterndorf a. d. Fischa
Stand: Februar 2013

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