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Marienthal
Gramatneusiedl

 

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Museum Marienthal
Hauptstraße 64
2440 Gramatneusiedl
Österreich

Öffnungszeiten

täglich 8 bis 18 Uhr
Eintritt frei

 

Zur Geschichte des Gebäudes »Museum Marienthal«

Das heutige Museum Marienthal befindet sich an einem für die Geschichte der Fabrik und Arbeiterkolonie Marienthal bedeutsamen Ort.

1864 initiierte Gustav Haggenmacher, Generaldirektor der eben gegründeten »Marienthaler und Trumauer Actien-Spinn-Fabriks-Gesellschaft«, für die Arbeiterschaft der Textilfabrik Marienthal den »Consum-Verein Marienthal«. Dessen Verwaltung und Leitung befanden sich in den Händen der Arbeiterschaft, allerdings mit der Fabrikdirektion als Präsidium. Das Kapital des Vereins war ein zinsfreies Darlehen der Textilfabrik Marienthal. Die Beiträge der Mitglieder konnten in Raten bezahlt werden, und die Preise der en gros eingekauften Lebensmittel lagen für die Vereinsmitglieder in den 1860er Jahren ebenso wie Ende der 1920er Jahre zwischen 15 und 25 Prozent unter den ortsüblichen. Für diesen Verein ließ die Fabrikleitung 1864 ein eigenes Lager- und Verkaufsgebäude, kurz »Consum« genannt, erbauen. 

Der Consum, im Hof des Arbeiterwohnhauses Altgebäude an der Hauptstraße 64 gelegen, hatte drei Trakte mit zusammen 65 Quadratmetern verbauter Grundfläche: Nordtrakt 5,00 X 3,05 m = 15,25 m2, Mitteltrakt (mit Halbstock) 6,00 X 5,75 m = 34,50 m2, Südtrakt 5,00 X 3,05 m = 15,25 m2 Es befanden sich im Mitteltrakt ebenerdig das Verkaufslokal und im Halbstock ein Magazin, im jeweils eingeschossigen Nord- und Südtrakt je ein Magazin.  Vor dem Gebäude gab es einen größeren Platz mit einem Brunnen: ein beliebter Treffpunkt der Marienthaler Arbeiterschaft. 

Nach Schließung der Textilfabrik Marienthal 1929/30 erwarb der »Consum-Verein Marienthal« im Februar 1932 die erhalten gebliebene Warenlegerei und das Magazin des ehemaligen Bleiche- und Appreturkomplexes der Textilfabrik und richtete dort sein neues Verkaufslokal ein. Das alte Consum-Gebäude stand nunmehr leer. Nach 1945 wurde es vorübergehend wieder vom »Consum-Verein Marienthal« (er ging 1948 in der »Konsum Genossenschaft Leitha-Heideboden, reg. Gen.m.b.H.« auf) und danach einige Zeit als Parteilokal der »Kommunistischen Partei Österreichs« (KPÖ), Ortsgruppe Gramatneusiedl, zuletzt als Werkstätte und Lager genutzt.  Im Film »Einstweilen wird es Mittag…« von Karin Brandauer diente das Gebäude, mit Kulissen verbaut, als Arbeiterheim Weißenberg. 

2002 wurde das Consum-Gebäude samt dem Arbeiterwohnhaus Altgebäude von der »Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Neunkirchen reg. Gen.m.b.H.« (SGN) erworben. Diese ließ das seit Jahren ungenutzte Consum-Gebäude wegen seines baulich katastrophalen Zustands im Juni 2008 schleifen.  Im Dezember 2008 wurde gemäß Kaufvertrag vom Oktober 2008 die Marktgemeinde Gramatneusiedl Eigentümer jener Parzelle, auf dem sich heute das Museum Marienthal befindet.

Die Marktgemeinde Gramatneusiedl ließ auf dem neu erworbenen Grundstück zwischen Februar und November 2009 das Gebäude des ehemaligen »Consum-Vereins Marienthal« weitgehend originalgetreu als »Museum Marienthal« wieder aufbauen. Als Generalunternehmer fungierte die »Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Neunkirchen« (SGN), Architektin des Museumsbaus war Christine Göschelbauer, Wien.  Beim Neubau wurden auch die ursprünglich hofseitig an den Consum angebauten Holzlagen in den Neubau integriert, sodass das Museum nunmehr über 76,50 Quadratmeter verbaute Grundfläche verfügt. Die offizielle Schlüsselübergabe für das Museum Marienthal erfolgte am 26. November 2009. 

Im September 2010 wurde der »Kulturverein Museum Marienthal-Gramatneusiedl« als Trägerorganisation des Museums Marienthal konstituiert. In dessen Rahmen arbeitete seit November 2010 eine Projektgruppe an der Fertigstellung der Räumlichkeiten und an der Museumsgestaltung, welche im September 2011 abgeschlossen wurde.

Am 1. Oktober 2011 wurde das Museum Marienthal feierlich eröffnet.

Weitere Informationen

Kurze Geschichte des Museums Marienthal

Bilder

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Februar 2013