Karl Pawek

später: Karl H. Pawek

geb. Wien, Kronland Österreich unter der Enns, Österreich-Ungarn (heute Bundesland Wien, Österreich), am 27. August 1906

gest. Sankt Peter (Hochschwarzwald), Land Baden-Württemberg, Deutschland, am 24. September 1983

Redakteur, Journalist und Fototheoretiker

Angehöriger des weiteren sogenannten Spannkreises

Karl Pawek besuchte das fürsterzbischöfliche Knabenseminar in Hollabrunn (Niederösterreich). Nach der Reifeprüfung begann er ein Studium der Theologie an der Universität Innsbruck (Tirol), studierte dann aber Philosophie und Staatswissenschaften ebenda, wo er aufgrund der Arbeit »Die Kategorienlehre von Othmar Spann« 1931 zum Dr. phil. promoviert wurde.

Karl Pawek kehrte nach Wien zurück, wo er Kulturreferent der »Katholischen Aktion« und Generalsekretär der »Katholischen Kulturwochen« war. Außerdem gründete er im Rahmen des Wiener Volksbildungswerks im April 1935 die Zeitschrift »Die Pause« (Wien), bei der er bis 1938 Hauptschriftleiter war. In diesen Jahren war Karl Pawek Angehöriger des weiteren sogenannten Spannkreises, an dessen Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) er 1932 bis 1934 mitarbeitete.

Karl Pawek, der 1938 vergeblich um die Mitgliedschaft in der »Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei« (NSDAP) ansuchte, wurde 1942 zur Deutschen Wehrmacht nach Eisenstadt / Kismarton / Željeznon (Burgenland) eingezogen, aber wegen eines Nervenleidens nicht zum Frontdienst abkommandiert. Pawerk erfuhr zufällig vom Versuch einiger Offiziere, Wien kampflos an die Rote Armee zu übergeben (»Operation Radetzky«). Aufgrund seiner Denunziation vom 5. April 1945 wurden Major Karl Biedermann (1890–1945), Hauptmann Alfred Huth (1918–1945) und Oberleutnant Rudolf Raschke (1923–1945) am 8. April 1945 hingerichtet.

Im April 1945 flüchtete Karl Pawek nach Sankt Gilgen (Salzburg), wo er für die US-amerikanische Militärregierung beim Salzburger Radiosender arbeitete. Pawek wurde am 16. Juli 1945 verhaftet und wegen Denunziation der »Operation Radetzky« vom Volksgericht am 21. Juli 1945 zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt, verschärft durch ein hartes Lager vierteljährlich und Dunkelhaft an jedem 5. April des Jahrs; strafmildernd hatte sich ein psychiatrisches Gutachten ausgewirkt.

Nach seiner Freilassung im November 1947 durfte Karl Pawerk als nationalsozialistisch Belasteter in Österreich publizistisch nicht tätig sein. Es wird allgemein angenommen, dass er sich Klotilde-Maria Gassner als Strohfrau bediente, welche 1949 den »Zeitschriftenverlag ›Austria International‹ GmbH« in Wien gründete; hier erschien 1949 bis 1955 die Zeitschrift »Austria international. Das österreichische Journal für Wirtschaft und Kultur« (Wien), für die wieder Gassner als Verantwortliche im Sinne des Pressegesetzes zeichnete. Aus diesem Verlag ging 1954 auch die Zeitschrift »magnum. Die Zeitschrift für das moderne Leben« (Wien) hervor, bei der wieder Klotilde-Maria Gassner als Herausgeberin fungierte; Pawek war erst nach Verlegung des Erscheinungsorts nach Frankfurt am Main (Hessen) offiziell bei der Zeitschrift tätig: 1955 bis April 1958 als Herausgeber sowie von 1955 bis April 1957 als Redakteur, schließlich vom Juni 1958 bis April 1961 als Chefredakteur und vom Juni 1961 bis Juni 1962 als Chefredakteur für Kultur. 1954 bis 1964 war Karl Pawek außerdem Kunstkritiker bei der Zeitung »Kurier« (Wien), seit 1962 Redakteur und Leiter des Ausstellungsressorts bei der Zeitschrift »Stern« (Hamburg). In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift »Stern« organisierte Karl Pawek 1964 die erste von vier »Weltausstellungen der Photographie« in verschiedenen Museen in zahlreichen Städten. Er war auch ein bedeutender Förderer der »Life«-Fotografie.

1983 wurde Karl Pawek posthum mit dem Kulturpreis der »Deutschen Gesellschaft für Photographie« ausgezeichnet.

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