Kurt Willvonseder

geb. Salzburg, Kronland Salzburg, Österreich-Ungarn (heute Bundesland Salzburg, Österreich), am 10. März 1903

gest. Salzburg, Bundesland Salzburg, Österreich, am 3. November 1968

Universitätsprofessor, Prähistoriker und Museumsdirektor

Angehöriger des weiteren sogenannten Spannkreises

Kurt Willvonseder, Sohn eines Apothekers, besuchte das Gymnasium in Salzburg, wo er 1922 die Reifeprüfung ablegte. Seit 1924 studierte er Germanische Philologie und Altertumskunde an der Universität Wien, 1925 bis 1926 Skandinavistik an der Universität Stockholm und 1926 bis 1929 Urgeschichte an der Universität Wien, wo er aufgrund der Arbeit »Der Unterberg und seine Sagen. Ein Beitrag zur Salzburger Heimatkunde« 1929 zum Dr. phil. promoviert wurde. 1930 bis 1937 war Willvonseder außerordentlicher Assistent am Urgeschichtlichen Institut der Universität Wien. Er wurde 1937 an der Universität Wien für Urgeschichte des Menschen habilitiert, war seither Privatdozent (Priv.-Doz.) und war außerdem 1934 bis 1937 Mitarbeiter, seit Juli 1937 bis 1939 wissenschaftlicher Assistent an der Zentralstelle für Denkmalschutz.

In diesen Jahren war Kurt Willvonseder Angehöriger des weiteren sogenannten Spannkreises, an dessen Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) er 1934 bis 1935 mitarbeitete.

Kurt Willvonseder, der seit 1939 Mitglied der »Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei« (NSDAP) war, trat mit 30. Januar 1939 der »Schutzstaffel« (SS) bei, wurde Untersturmführer und 1941 Obersturmführer; außerdem war er seit März 1939 offizieller Vertrauensmann des Vereins »Das Ahnenerbe. Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte«, für den er Kulturgüter unter anderem in der Slowakei (1940/41) und in Serbien (1942) katalogisierte. Er wurde im September 1939 kommissarischer Leiter der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte am Institut für Denkmalpflege in Wien, besetzte 1940 für zwei Trimester das Extraordinariat am Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Innsbruck (Tirol), wurde im Januar 1941 Gaupfleger der Bodenaltertümer in den Reichsgauen Niederdonau und Wien und im Januar 1943 außerplanmäßiger außerordentlicher Universitätsprofessor (apl. a.o. Univ.-Prof.) für Vorgeschichte an der Universität Wien. 1943 wurde er zum Kriegsdienst bei der Deutschen Wehrmacht einberufen, doch konnte er sich einem eigentlichen Kriegseinsatz weitgehend entziehen.

1945 aus politischen Gründen entlassen, wurde Kurt Willvonseder auch die Venia Legendi entzogen, und er wohnte als Privatgelehrter in Wien. 1954 vom Bundespräsidenten begnadigt, wurde er im selben Jahr Direktor des Salzburger Museums Carolino Augusteum in Salzburg, eine Stellung, die er bis zu seinem Tod innehatte. Im Mai 1967 eröffnete er das durch Bombentreffer zerstörte und nun wiedererrichtete Museumsgebäude. Seit 1964 Lehrbeauftragter an der Universität Salzburg wurde Willvonseder hier 1966 neuerlich habilitiert, war seither Privatdozent (Priv.-Doz.) und wurde 1967 außerordentlicher Universitätsprofessor (a.o. Univ.-Prof.) für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Salzburg.

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