Erik Wintersberger

d. i. bis 1938: Erik Jellinek

geb. Wien, Kronland Österreich unter der Enns, Österreich-Ungarn (heute Bundesland Wien, Österreich), am 10. September 1907

gest. Wien, Bundesland Wien, Österreich, am 23. März 2005

Manager

Neffe von Othmar Spann (1878–1950) und Erika Spann-Rheinsch (1880–1967)

Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises, Gründungs-, Vorstands- und Ehrenmitglied der »Gesellschaft für Ganzheitsforschung«

Erik Wintersberger, Sohn von Ferdinand Jellinek (1881–1965), der 1938 seinen Namen in »Wintersberger« änderte, und von Adele Jellinek, geborene Spann (1880–1961), besuchte das Gymnasium in Wien. Nach der Reifeprüfung studierte er zunächst an der Technischen Hochschule (heute Technische Universität) Wien, dann Philosophie und Nationalökonomie bei Othmar Spann (1878–1950) an der Universität Wien, wo er aufgrund der Arbeit »Zur Theorie der wirtschaftlichen Verbandsbildung« 1932 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. Als Student gehörte er dem christlichsozialen Studentenverband »Völkisch-Soziale Front« an. Erik Wintersberger war auch früh Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises, an dessen Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) er 1932 mitarbeitete.

Erik Wintersberger war zunächst Referent in der »Österreichischen Kontrollbank für Industrie und Handel AG« in Wien, später war er in leitender Funktion bei verschiedenen Industrieunternehmen tätig, unter anderem bei der »Wiener Lokomotivfabrik AG«, wo er aufgrund seiner Position während des Nationalsozialismus verfolgte Angehörige des Spannkreises unterbringen konnte. Wintersberger war seit 10. November 1938 Parteianwärter und seit 1. April 1940 Mitglied der »Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei« (NSDAP), wurde aber wegen seines Vaters als »Mischling ersten Grades« am 28. Juni 1944 aus der NSDAP ausgeschlossen, durfte jedoch – abgesehen von seiner Funktion als Abwehrbeauftragter in der Lokomotivfabrik – seinen Posten beibehalten. Seit 1942 gehörte er zur Widerstandsgruppe »W-ASTRA«, zu deren Kern Karl von Winckler (1912–1988), Roman Hädelmayr (1907–1988) und Raphael Spann (1909–1983) zählten.

1960 war Erik Wintersberger Mitbegründer der »Europäischen Föderalistischen Partei Österreichs« (EFPÖ), welche allerdings nur 1962 bei den Nationalratswahlen antrat und lediglich 0,5 Prozent der Stimmen erreichte. 1962 erhielt er einen Posten beim »Österreichischen Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch)«, dessen Vorstand er seit 1964 angehörte und wo er für die Betreuung der gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften zuständig war; seit 1968 war er hier Verbandsanwalt und Vorsitzender des Verbandsvorstands, bis er 1973 in den Ruhestand trat. Bis zuletzt war Erik Wintersberger eine wichtige Persönlichkeit der »Gesellschaft für Ganzheitsforschung«, deren Gründungsmitglied er war; 1992 wurde er deren Ehrenmitglied.

Selbstständige Publikationen