Der »Erneuerungs-Verlag«
Berlin-Wilmersdorf – Wien 1929 und 1931 bis 1935

Der »Erneuerungs-Verlag« hatte einen Vorläufer, der 1929 in Berlin-Wilmersdorf drei Publikationen verlegte. 1931 wurde der »Erneuerungs-Verlag« aus finanziellen Mitteln der Großindustrie wiederbegründet, mit Wilhelm Longert (1888–1970) als Geschäftsführer und Paul Karrenbrock (1892–1966) als Gesellschafter. Der »Erneuerungs-Verlag«, der seinen Sitz in Berlin-Wilmersdorf 1, Berliner Straße 6, hatte und als zweiten Verlagsort Wien angab, war der zentrale Verlag des sogenannten Spannkreises in den 1930er Jahren. Hier erschien nicht nur das damals wichtigste Organ der Anhänger von Othmar Spann (1878–1950), die Zeitschrift »Ständisches Leben«, hier wurden auch weltanschaulich richtungweisende Werke Spanns und seiner Anhänger veröffentlicht. Für den Verlag prägend waren neben Spann vor allem der Sozialwissenschaftler Wilhelm Longert, bis 1939 Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik und später Leiter der »Hauptstelle Soziologie« beim Beauftragten des Führers (Amt Rosenberg), und der Jurist Paul Karrenbrock.

Im Februar 1935 zogen sich die Großindustriellen, insbesondere Fritz Thyssen (1873–1951), nach einer Restzahlung von 4.000 Reichsmark vom Verlag zurück. Grund dafür war eine die offizielle Linie der nationalsozialistischen Rassentheorie kritisierende Schrift von Paul Karrenbrock »Die Lösung der Judenfrage in Deutschland. Zugleich eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gedankenwelt des ›Mythos‹« (Düsseldorf: Bagel 1935). Mit der Verhaftung Karrenbrocks, vor allem aber mit der darauf erfolgten Entziehung der finanziellen Mittel fand der »Erneuerungs-Verlag« 1935 sein Ende.

Verlagsprogramm

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Zeitschrift