[ Nachlässe ]

Nachlaß Johann Mokre

Johann Josef Alois Mokre, bis 1939 Hans Mokre
(Bruck an der Mur / Steiermark 1901 - Graz 1981),
österreichischer Soziologe und Rechtsphilosoph.

Studium der Mathematik und Physik, der Rechtswissenschaft sowie der Philosophie und Physik an der Universität Graz, 1924 Dr. jur., 1925 Dr. rer. pol. und 1928 Dr. phil. (Philosophie / Physik). 1928 Demonstrator an dem mit dem Philosophischen Seminar verbundenen Psychologischen Laboratorium und 1928-32 Wissenschaftliche Hilfskraft am Philosophischen Seminar der Universität Graz. Hier 1931 habilitiert für Rechtsphilosophie, 1932-38 Privatdozent, seit 1937 als titular außerordentlicher Universitätsprofessor. 1930-34 hauptberuflich im Volksbildungswesen tätig, 1934-38 (bundes)staatlicher Volksbildungsreferent für Steiermark als wirklicher Lehrer der Verwendungsgruppe V (Referat Arbeiterkunde, Arbeiter- und Arbeitslosenbildung). Nach dem "Anschluß" 1938 von den Nationalsozialisten als Volksbildner entlassen und die Lehrbefugnis zunächst stillgelegt, 1939 schließlich als Universitätslehrer zwangspensioniert. 1939 Emigration in die USA. 1939-40 Lecturer in History of Governments am St. Peter's College in Jersey City, New Jersey. 1940-45 Instructor in Sociology am College of Arts
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and Sciences der Saint Louis University in St. Louis, Missouri. 1945-48 Professor of Physics and Mathematics am Barat College of the Sacred Heart in Lake Forest, Illinois. 1948 zunächst nur vorläufige Rückkehr des 1946 zum amerikanischen Staatsbürger Gewordenen nach Graz. 1948-49 Gastprofessor mit dem Lehrauftrag für Rechtsphilosophie, Staatsrecht und Völkerrecht an der Universität Graz. 1949-71 ordentlicher Universitätsprofessor der Rechts- und Staatswissenschaften mit der Lehrverpflichtung für Rechtsphilosophie, Allgemeine Staatslehre und Soziologie ebenda. Initiierte 1958 die Gründung des Instituts für Empirische Soziologie und Statistik an der Universität Graz, dessen Leiter er 1958-65 war. Initiierte 1965 die Trennung des Instituts in ein Institut für Statistik und ein Institut für Soziologie, das er 1965-68 allein und 1968-1971 mit Kurt Freisitzer (geb. 1928) leitete. Initiierte 1951 die Gründung der "Österreichischen Gesellschaft für Soziologie / Landesgruppe Steiermark", welche 1976 in die "Gesellschaft für Soziologie an der Universität Graz" umgewandelt wurde. Initiierte außerdem 1963 die Gründung der Österreichischen Sektion der "Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie" mit Sitz in Graz und 1967 die Gründung des Instituts für Rechtsphilosophie an der Universität Graz. 1971 emeritiert. Nachlaß: 7.339 Blatt sowie ein Teil der Bibliothek (744 Bücher und Sonderabdrucke). Korrespondenz, Manu- und Typoskripte, Druckwerke, Unterlagen zu Lehrveranstaltungen, Dichtungen und Tagebücher, Materialsammlungen, Konvolute zu Alexius Meinong und Ernst Mally, Texte anderer Personen, persönliche Dokumente, Fotos.