Biografie Paul F. Lazarsfeld
* Wien 13. Februar 1901, †New York City, New York 30. August 1976
amerikanischer Soziologe österreichischer Herkunft



Paul Felix Lazarsfeld, Sohn des Juristen Robert Lazarsfeld und der Individualpsychologin Sophie Lazarsfeld, geborene Munk (1882-1976). Aufgewachsen in Wien. Besuch des Gymnasiums in Wien; Matura ebenda. Aktivist des linken Flügels der "Vereinigung sozialistischer Mittelschüler" und später Mitglied der "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs". Studium der Mathematik an der Universität Wien, 1924 Dr. phil. (Mathematik) ebenda.

1924 bis 1925 Post-Graduierten-Studium in Frankreich. Mitglied der "Parti Socialiste. Section Française de l'Internationale Ouvrière". Nahm im August 1925 am 2. Kongress der "Sozialistischen Arbeiter-Internationale" in Marseille teil.

1925 Rückkehr nach Wien. 1925 bis 1929 Gymnasiallehrer für Mathematik in Wien. 1929 bis 1933 Mitglied des Psychologischen Instituts der Universität Wien als Assistent von Karl Bühler (1879-1963) und Charlotte Bühler (1893-1974) mit Lehrauftrag für Psychologie. Daneben 1930 bis 1933 Leiter der "Wirtschaftspsychologischen Forschungsstelle", Wien.

1926 bis 1934 Ehe mit der Soziologin Marie Jahoda (*Wien 26. Jänner 1907-); Tochter Lotte Lazarsfeld, verheiratete Bailyn (*Wien 17. Juli 1930), Sozialpsychologin.

1933 Emigration in die USA; 1943 amerikanischer Staatsbürger. Zunächst 1933 bis 1935 Stipendiat der "Rockefeller Foundation". 1935 Beschluss, in den USA zu bleiben. Kurzzeitige Rückkehr nach Wien, um ein Immigrantenvisum anstatt des bisherigen Studentenvisums zu besorgen.

1935 bis 1936 Supervisor bei der National Youth Administration in New Jersey. 1936 bis 1937 Director des Research Center der University of Newark, New Jersey.

1936 Ehe mit der Sozialwissenschaftlerin Herta Herzog (*Wien 14. August 1910, †14. Dezember 1999); geschieden.

1937 bis 1939 Director des von der "Rockefeller Foundation" geförderten Office of Radio Research an der Princeton University, welches 1939 an die Columbia University verlegt wurde und später den Namen Bureau of Applied Social Research erhielt. 1939 bis 1976 Fakultätsmitglied der Columbia University in New York: Associate Professor, seit 1940 Full Professor of Sociology, seit 1963 Quetelet Professor of Social Science, seit 1971 emeritiert. 1940 bis 1949 Director des Bureau of Applied Social Research ebenda; legte 1949 die Leitung zurück und verblieb dort seit 1949 als Associate Director. Außerdem seit 1949 Chairman des Graduate Department of Sociology ebenda.

1949 Ehe mit der Sozialwissenschaftlerin Patricia Louise Kendall (*26. Februar 1927, †New York, N.Y. April 1978); Sohn Robert Lazarsfeld (*New York, N.Y. 1953).

1971 bis 1976 Professor of Sociology an der University of Pittsburgh, Pennsylvania.

Daneben zahlreiche Tätigkeiten: unter anderem während des Zweiten Weltkriegs Consultant des War Production Board im War Department; 1949 Consultant der New York Public Service Commission on Canned Music; 1948 bis 1949 Gastprofessor an der Universität Oslo, 1962 bis 1963 und 1967 bis 1968 Gastprofessor an der Sorbonne Paris. Außerdem Mitarbeit an zahlreichen T.V. Research Commissions und am T.V. Bureau of Advertising.


Graz, im Dezember 1999
Reinhard Müller

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