Biografie Gertrude Wagner
geborene (bis 1939: Gertrud) Höltei, verheiratete Wagner
Görz [Gorizia / Italien] 13. Dezember 1907, †Wien 23. Juni 1992
österreichische Sozialwissenschaftlerin österreichisch-italienischer Herkunft


Tochter eines Eisenbahningenieurs ungarischer Herkunft und einer Getreidehändlerstochter; obwohl die Eltern jüdischer Herkunft, wurde sie römisch-katholisch erzogen. Aufgewachsen (den Arbeitsplätzen ihres Vaters folgend) zunächst in Tarvis / Kärnten [Tarvisio / Italien] und in Hieflau / Steiermark. Dann wurde der Vater in die große Eisenbahndirektion nach Villach / Kärnten versetzt, wo er später auch zum Hofrat avancierte. Volksschule und Gymnasium bis zur 7. Klasse in Villach.

1923 Übersiedlung der Familie nach Wien. Abschluss am Gymnasium in der Hollandgasse, Wien II. Hier Anschluss an die "Sozialistischen Mittelschüler". 1926/27 bis 1929/30 Studium der Rechts- und Staatswissenschaft an der Universität in Wien; Juli 1930 Absolutorium, Juni 1931 Dr. jur. Danach Gerichtsjahr. Bereits während des Studiums Mitglied der "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs".

193? Ehe mit dem sozialdemokratischen Journalisten und späteren Nationalökonomen Ludwig Wagner (*Wien 23. Februar 1900), von dem sie später geschieden wurde.

1932 bis 1935 Fürsorgerin bei der Kinderübernahmestelle der Stadt Wien. Außerdem seit 1931 Mitarbeiterin und seit 1934 gemeinsam mit Marie Jahoda (*1907) Leiterin der "Wirtschaftspsychologischen Forschungsstelle" in Wien.

Vom Februar 1936 bis Mai 1948 Exil in Großbritannien. Studium der an der University of London; 1939 Ph.D. und 1940 M.A. (Psychology). Seit 1938 berufstätig; 1939 bis 1948 Senior Research Officer bei der "Wartime Social Survey" London.

1948 Rückkehr nach Wien. Angestellte der Österreichischen Länderbank. Danach Assistentin an der Abteilung für Soziologie des "Instituts für Höhere Studien", Wien, und sozialwissenschaftliche Projektarbeit, vor allem auf dem Gebiet des Konsumentenschutzes. Österreichische Repräsentantin der "International Organization of Consumers Unions". Seit 1949 wieder Mitglied der "Sozialistischen Partei Österreichs".

Geburt des Sohnes Michael Wagner (*Wien 16, September 1948).


Weitere Informationen siehe [Reinhard Müller]: Notiz. Nachlaß Gertrude Wagner, in: Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich. Newsletter (Graz), Nr. 15 (Juni 1997), S. 14.

Graz, im Juni 1997
Reinhard Müller

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