Biografie Walter Heinrich
Pseudonym: Reinald Dassel
*Haida / Böhmen [Nový Bor / Tschechische Republik] 11. Juli 1902,
†Graz / Steiermark 25. Jänner 1984
österreichischer Nationalökonom und Soziologe österreichisch-tschechischer Herkunft


Walter Adolf Franz Heinrich, Sohn des Bürgerschullehrers Franz Heinrich (1871-?) und der Glasraffineurstochter Berta Heinrich, geborene Fluch (1877-?). Gymnasium in Böhmisch-Leipa / Böhmen [eská Lípa / Tschechische Republik]; 1921 Matura. Seit etwa 1921 mit der "Sudetendeutschen Jungenschaft" in Kontakt, wo er bald eine führende Stellung einnahm. 1921 Bekanntschaft mit Othmar Spann (1878-1950).

Studium der Staatswissenschaften an der Deutschen Universität in Prag; 1925 Absolutorium.

1925 Übersiedlung nach Wien, Fortsetzung des Studiums an der Universität Wien; 1925 Dr. rer. pol. 1926 bis 1933 Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für politische Ökonomie und Gesellschaftslehre der Universität Wien bei Othmar Spann. Walter Heinrich gehörte fortan zu den engsten Vertrauten Othmar Spanns. 1928 habilitiert für Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien; 1929 bis 1938 Privatdozent (Priv.-Doz.) ebenda. 1933 bis 1938 außerordentlicher Professor (a.o. Prof.) der Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Welthandel (heute: Wirtschaftsuniversität) Wien.

Daneben seit 1928 enge Verbindungen zur österreichischen Heimwehr, 1929 bis 1930 Generalsekretär der "Bundesführung der Heimwehr". Autor des "Korneuburger Eides" vom 18. Mai 1930. Nach seinem Rückzug aus der Heimwehr vor allem im Sudetenland aktiv, wo 1930 eine sudetendeutsche Spann-Gruppe entstand. Außerdem 1934 als treibende Kraft bei der Gründung des "Instituts für Ständewesen" in Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen, hier auch 1934 bis 1936 als Dozent tätig.

1935 Ehe mit Johanna Epp (1901-?); zwei Kinder: Johannes Heinrich und Georg Heinrich (*Wien 1937), o. Univ-Prof. der Anatomie und Physiologie der Pflanzen an der Universität Graz.

Nach dem "Anschluss" Österreichs 1938 an der Hochschule für Welthandel entlassen, seine Venia Legendi an der Universität Wien widerrufen und 1940 auch hier offiziell entlassen. 1940 bis 1941 für 18 Monate "Schutzhaft" in Dresden / Sachsen beziehungsweise im Konzentrationslager Dachau / Bayern. 1941 bis 1945 leitender Vorstandssekretär und Prokurist des Wiener Industriekonzerns "Stölzle Glasindustrie A.G." und der "Glashüttenwerke vorm. J. Schreibers Hessen A.G." in Wien.

1945 wieder Priv.-Doz. für Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien, 1946 - rückwirkend seit 1945 - wieder Dozent (Doz.) an der Hochschule für Welthandel Wien; hier 1948 außerordentlicher Professor (a.o. Prof.) der Volkswirtschaftslehre, 1949 ordentlicher Professor (o. Prof.) der Volkswirtschaftslehre; seit 1958 auch Vorstand des Instituts für Politische Ökonomie, 1951 Gründer und Vorstand des Instituts für Gewerbeforschung und Vorstand des Instituts für Integrationsfragen und Wirtschaftspolitik ebenda; 1972 emeritiert.

Mitbegründer der "Österreichischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft" und Begründer der "Gesellschaft für Ganzheitsforschung"; seit 1962 Korrespondierendes Mitglied der "Österreichischen Akademie der Wissenschaften" (philosophisch-historische Klasse).


Graz, im Oktober 1992
Reinhard Müller

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