Biografie Johann Mokre
bis 1939 Pseudonym: Hans Mokre
*Bruck an der Mur / Steiermark 4. Juni 1901, †Graz / Steiermark 26. Dezember 1981
österreichischer Soziologe und Rechtsphilosoph


Johann Josef Alois Mokre, einziges Kind des Postamtsdirektors Josef Johann Mokre (1870-1938) und der Hausfrau Martha Rosalia Johanna, geborene Lechner (1869-1948).

Aufgewachsen in den steirischen Orten Bruck an der Mur, Radkersburg und Kindberg.

Seit 1907 in Graz. Hier Besuch der Volksschule und des Ersten Staatsgymnasiums (heute Akademisches Gymnasium); 1919 Matura. Anschließend Studium an der Universität Graz: 1919 bis 1920 Mathematik und Physik, 1920 bis 1924 Rechtswissenschaft, 1925 bis 1928 Philosophie und Physik; 1924 Dr. jur., 1925 Dr. rer. pol. und 1928 Dr. phil. (Philosophie / Physik). 1928 Demonstrator am mit dem Philosophischen Seminar verbundenen Psychologischen Laboratorium, 1928 bis 1932 Wissenschaftliche Hilfskraft am Philosophischen Seminar der Universität Graz. Hier 1931 habilitiert für Rechtsphilosophie; 1932 bis 1938 Privatdozent (Priv.-Doz.), seit 1937 als titular außerordentlicher Universitätsprofessor (tit. a.o. Univ.-Prof.). Hauptberuflich 1930 bis 1938 im Volksbildungswesen tätig: 1934 Aspirant im Bundesstaatlichen Volksbildungsreferat der sozialpolitischen Abteilung an der Landeshauptmannschaft Steiermark, 1934 bis 1938 (bundes)staatlicher Volksbildungsreferent für Steiermark als wirklicher Lehrer der Verwendungsgruppe V (Referat Arbeiterkunde, Arbeiter- und Arbeitslosenbildung). Außerdem 1934 bis 1935 Bildungsreferent an der Kammer für Arbeiter und Angestellte Steiermark. 1938 entlassen, seine Lehrbefugnis an der Universität zunächst sistiert, im April 1939 als Universitätslehrer zwangspensioniert.

Im Juni 1939 Emigration über die Schweiz und Italien in die U.S.A.; 1946 amerikanischer Staatsbürger. 1939 bis 1940 Lecturer in History of Governments am St. Peter's College in Jersey City, New Jersey. 1940 bis 1945 Instructor in Sociology am College of Arts and Sciences der Saint Louis University in Saint Louis, Missouri. 1945 bis 1948 Professor of Physics and Mathematics am Barat College of the Sacred Heart in Lake Forest, Illinois.

Im März 1948 Rückkehr nach Graz. Zunächst 1948 bis 1949 Gastprofessor mit dem Lehrauftrag für Rechtsphilosophie, Staatsrecht und Völkerrecht an der Universität Graz. 1949 Wiederannahme der österreichischen Staatsbürgerschaft. 1949 bis 1971 ordentlicher Universitätsprofessor (o. Univ.-Prof.) der Rechts- und Staatswissenschaften mit der Lehrverpflichtung für Rechtsphilosophie, Allgemeine Staatslehre und Soziologie an der Universität Graz. 1958 bis 1965 Vorstand des von ihm initiierten "Instituts für Empirische Soziologie und Statistik"; auf sein Betreiben hin Trennung des Instituts in ein "Institut für Statistik" und ein "Institut für Soziologie", welches er 1965 bis 1968 allein, 1968 bis 1971 zusammen mit Kurt Freisitzer leitete. Weiters initiierte er 1967 die Gründung des "Instituts für Rechtsphilosophie" an der Universität Graz, dessen Leiter er 1967 bis 1971 war. 1971 emeritiert.

1951 Gründer der "Österreichischen Gesellschaft für Soziologie / Landesgruppe Steiermark", welche 1976 in die "Gesellschaft für Soziologie an der Universität Graz" umgewandelt wurde. 1963 Gründer der "Österreichischen Sektion" der "Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie" mit Sitz in Graz.

1951 Heirat mit Dorothea Eleonore Schön (*Graz 1932), Dr. phil. (Psychologie), Hausfrau; Tochter Monika Mokre (*Graz 1963), Dr. phil., und Adoptivtochter Barbara Mokre, verheiratete Prasch (*Graz 1966), Erzieherin.


Weitere Informationen siehe Reinhard Müller: Johann Mokre (1901-1981). Rechtsphilosoph und Soziologe, in: Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich. Newsletter (Graz), Nr. 8 (Mai 1993), S. 12-17.


Graz, im November 1997
Reinhard Müller

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