Biografie Gustav E. Kafka
*München / Bayern 4. Februar 1907, †Graz / Steiermark 17. Jänner 1974
österreichischer Rechts- und Sozialwissenschaftler deutscher Herkunft


Gustav Eduard Kafka, eines von zwei Kindern des Philosophen und Psychologen Gustav Kafka (1883-1953). Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten München / Bayern, Kiel / Schleswig-Holstein und Leipzig / Sachsen; 1929 Referendarsprüfung, 1933 Assessorexamen, 1934 Dr. jur. an der Universität Leipzig.

1929 bis 1933 im sächsischen Justizvorbereitungsdienst in Dresden / Sachsen.

1930 Ehe mit Elisabeth Menzel (1908-199?); vier Kinder: Monika (*1931), Stefanie (*1932), Elisabeth (*1936) und Gustav Kafka (*1948), Ministerialbeamter.

Als "rassisch" Vorbelasteter 1933 bis 1934 Wirtschaftsprüfer und 1934 bis 1938 Syndikus und Exportleiter einer pharmazeutischen Fabrik in Dresden.

1938 Flucht nach Frankreich, 1939 in die Niederlande; hier im Juli 1940 von der GeStaPo entdeckt, verhaftet und nach Deutschland zurückgebracht.

1941 vom Volksgerichtshof zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt; in der Folge in achtzehn Gefängnissen; 1943 Überstellung ins Gefängnis Karlau in Graz / Steiermark; im April 1945 Flucht aus dem Gefängnis.

Nach Kriegsende Wohnsitz in Graz. 1945 bis 1948 Dolmetscher, zuerst für die Polizei, dann für die britische Besatzungsmacht. 1948 bis 1952 Abteilungsleiter in der Sicherheitsdirektion für Steiermark in Graz. 1953 bis 1955 Lektor des Grazer Verlags "Styria". 1955 habilitiert für Allgemeine Staatswissenschaft und österreichisches Verfassungsrecht an der Universität Graz; 1955 bis 1959 Privatdozent (Priv.-Doz.).

1956 bis 1961 Leiter des Referats für staatspolitische Angelegenheiten beim "Zentralkomitee der Deutschen Katholiken" in Bad Godesberg / Nordrhein-Westfalen.

1959 Lehrstuhlvertretung für Kirchenrecht und Verwaltungsprozessrecht an der Universität Mainz / Rheinland-Pfalz.

1961 für Kirchenrecht und Verwaltungsprozessrecht umhabilitiert. 1961 bis 1965 außerordentlicher Professor (a.o. Prof.) des Kirchenrechts und Verwaltungsprozessrechts an der Hochschule für Welthandel (heute: Wirtschaftsuniversität) Wien.

1965 bis 1973 ordentlicher Universitätsprofessor (o. Univ.-Prof.) der Allgemeinen Staatslehre und des Österreichischen Verfassungsrechts an der Universität Graz; 1973 emeritiert.


Graz, im November 1992
Reinhard Müller

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