Biografie Rafael Spann
d.i. Raphael Spann; Kosenamen: El, Elchen
*Kempten im Allgäu / Bayern 10. Juni 1909, †Wien 21. Oktober 1983
österreichischer faschistischer, später konservativer politischer Publizist und Manager


Geboren als zweiter und letzer Sohn von Othmar Spann und Erika Spann-Rheinsch ; Bruder von Adalbert Spann.

Aufgewachsen in Wien.

Im Sommer 1920 in Schweden.

Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft an der Universität Wien und je ein Semester an den Universitäten in Grenoble und Palermo; 1933 Dr. jur. utr. an der Universität Wien.

1930 Aufenthalt in Frankreich.

1934 bis 1938 Konsulent des Kartells der österreichischen Glasfabriken "Glasunion". Daneben Wiener Vertreter der belgisch-flämischen Zeitung "De Standaard" (Brüssel) und Mitarbeiter diverser Zeitschriften sowie Übersetzer aus dem Italienischen, darunter von Texten Benito Mussolinis, mit dessen Anhängern er engere Kontakte unterhielt.

1937 Ehe mit der akademischen Malerin und Restauratorin Ingeborg (bis 1919: von) Cramer; zwei Töchter: Astrid (*Wien 1938) und Angelika (*Wien 1943).

Am 13. März 1938 von Nationalsozialisten verhaftet und neun Monate in Gestapo-Haft in Berlin beziehungsweise im Konzentrationslager Sachsenhausen / Brandenburg gefangengehalten.

Nach seiner Freilassung 1939 Arbeit bei der Firma "Koreska" in Wien.

Zur Jahresmitte 1939 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen; machte bis September 1940 den Frankreichfeldzug mit; ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz.

1940 bis 1943 Direktionssekretär und dann Einzelprokurist der Doppelfirma "M.R. Drott KG, Friedrich Krupp Vertriebsgesellschaft" und "Huber und Drott" in Wien, 1943 bis 1945 stellvertretender Geschäftsführer in der Direktion der Wiener Neustätter Flugzeugwerke. 1945 an der Gründung der In- und Exportfirma "Österreichischer Kontor Ges.m.b.H." beteiligt.

Im Jänner 1948 von sowjetischen Besatzungstruppen in die Sowjetunion verschleppt, von wo er erst Juni 1955 nach Österreich zurückkehren konnte.

Zunächst Wiederherstellung seiner Gesundheit. 1957 bis 1958 Mitarbeit an einem Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Auswärtige Angelegenheiten zur Klärung der wirtschaftlichen Folgen der Besatzung. 1959 kommerzieller und administrativer Geschäftsführer der "Österreichischen Studiengesellschaft für Atomenergie Ges. m.b.H." in Wien; Mitarbeit am Aufbau des Reaktorzentrums Seibersdorf. Außerdem Geschäftsführer des Österreichischen Atomforums und Referent für Fragen der Kernenergie im Generalsekretariat der Österreichischen Volkspartei. Nach seiner Entlassung Reitstallbesitzer.

Rafael Spann war stets ein enger Vertrauter und Mitarbeiter Othmar Spanns, dessen Erbe er zunächst gemeinsam mit seiner Mutter, nach deren Tod allein verwaltete. In dieser Funktion zählte er auch zu den führenden Persönlichkeiten der "Gesellschaft für Ganzheitsforschung", welche nach dem Tode Othmar Spanns zur Wahrung und Weiterentwicklung von dessen Lehren eingerichtet wurde und die bis heute besteht.

Rafael Spann starb 1983 in Wien an den Folgen eines Reitunfalls.


Graz, im Mai 1999
Reinhard Müller

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