Biografie Kurt Friedrich Reinsch
Kosenamen: Fritz, Nigo
*Kempten im Allgäu / Bayern 1895, †München / Bayern 1927
österreichischer Hydrobiologe und Erfinder deutscher Herkunft


Letztes von vier Kindern des Eisenbahningenieurs und kgl. bayr. Regierungsrats Friedrich August Reinsch (1849-1933) und dessen Ehefrau, der Oberbürgermeisterstochter Anna Elisabeth, geborene Berg (1857-1937); Geschwister: Erika Spann-Rheinsch (1880-1967), Karl Friedrich (*Hammelburg / Bayern 29.12.1882) und Alfred (*Diebach / Bayern 14.6.1884), Oberingenieur der "Daimler-Motoren-Gesellschaft".

Volksschule und Gymnasium in München / Bayern. Im August 1912 in Langenargen am Bodensee / Baden-Württemberg Besuch eines vierzehntägigen Kurses für Süßwasserbiologie. Studium der Zoologie an der Universität München; 1922 Dr. phil. mit der Arbeit "Die Entomostrakenfauna in ihrer Beziehung zur Makroflora der Teiche". Dazwischen 1914 bis 1918 als Freiwilliger im kgl. preuss. Telegrafen-Bataillon Nr. 2 im Kriegsdienst, zuletzt im Rang eines Leutnants der Reserve.

Nach seiner Promotion ichthyologische Studien an der biologischen Versuchsstation des deutschen Zoologen Reinhard Demoll (1882-1960) in München.

Schloss sich im August 1923 nicht - wie ursprünglich geplant - seinem Freikorps-Bataillon an, sondern ging nach Innsbruck / Tirol, wo er am Monatsende an einem Kongress der Biologen teilnahm.

Im Herbst 1923 Übersiedlung nach Wien. Zunächst biologischer Volontär-Assistent, seit Jahresbeginn 1924 besoldete wissenschaftliche Hilfskraft (Assistent) an der Hochschule für Bodenkultur an der 1920 errichteten Lehrkanzel für Hydrobiologie und Fischereiwirtschaftslehre bei Oskar Haempel (1882-1953). Beteiligte sich am Aufbau des Instituts und an Haempels Alpenseeuntersuchungen.

1925 von der Bunadarfjelag (Landbaugesellschaft) Islands in Reykjavik beauftragt, die isländischen Süßwasserflächen biologisch zu untersuchen; viermonatige Expedition in einem Großteil Islands. Bei den Forschungsarbeiten stürzte er zweimal vom Pferde und litt seither unter starken Schmerzen. Reiste zwar noch ein zweites Mal nach Island, konnte seine Untersuchungen aber nicht mehr beenden.

Zwischen den Islandreisen beteiligte er sich über Einladung der Wiener optischen Firma Reichert an der Verbesserung von Mikroskopen, insbesondere an der Entwicklung eines für Feldarbeiten tauglichen Taschenmikroskops, welches 1927 als "Feldmikroskop Heimdall nach Reinsch" auf den Markt kam. Außerdem meldete er 1927 ein Patent auf ein "Mikroskop mit kontinuierlich einstellbarer Blende" an.

Er verstarb nach eineinhalbjährigem Leiden einunddreißigjährig nach einer Operation 1927 in München an Krebs.

Kurt Friedrich Reinsch veröffentlichte mehrere wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiete der Biologie, insbesondere der Hydrobiologie.


Graz, im Mai 1999
Reinhard Müller

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