Biografie Dirk Albertus Haselhoff Lich
Pseudonyme: D.A. Lich, Dirk Albertus van Lich, Dirk Albertus Haselhoff van Lich
*Amsterdam 21. Juli 1885, †Seggauberg / Steiermark 196?
österreichischer Dichter niederländischer Herkunft


Sohn des niederländischen Kakao- und Schokoladefabrikanten Marinus Louis Haselhoff Lich (*Rotterdam 1854) und der Catharina Cornelia Elisabeth Haselhoff Lich, geborene Ebel (*Amsterdam 1862); evangelisch (Augsburger Bekenntnis).

Aufgewachsen in Amsterdam. Nach der Schule 1903/04 ein Jahr in verschiedenen Abteilungen der Maschinenfabrik "Naamlooze Vennootschap Fabriek van Stoom- en andere Werktuigen Hk. Jonker & Zoon" in Amsterdam tätig. 1904 Eintritt in die 1811 gegründete Kakao- und Schokoladefabrik "F. Korff & Co." in Amsterdam.

1905 Übersiedlung nach Österreich, wo er seither - mit kurzen Unterbrechungen - lebte; behielt aber bis zu seinem Tod die niederländische Staatsbürgerschaft. 1905 bis 1913 in Pottenbrunn / Niederösterreich, hier 1905 bis 1910 Direktor der österreichischen Niederlassung der "Ersten Holländischen Cacao & Chokolade-Fabrik F. Korff & Co.". 1910 organisierte er die Verlegung und Neueinrichtung der Fabrik in Wien; deren Direktor (Einzelprokura) bis zur kriegsbedingten Liquidierung 1916.

Lebte 1913 bis 1919 in Wien. Nach seiner Tätigkeit als Fabriksdirektor erste schriftstellerische Versuche; 1917 Drehbuch zum Film "Bob Merkers letztes Abenteuer" der "Burg-Filmindustrie-Ges. m.b.H." Wien.

1920 bis 1921 in Gaaden / Niederösterreich, 1921 bis 1927 in Tullnerbach / Niederösterreich; daneben hatte er stets auch eine Wohnung in Wien. Verschiedene Berufe und Aktivitäten, unter anderem 1924 der Plan der Goldsuche in der Tschechoslowakei bei Teplice.

1928 bis 1929 Aufenthalt in Rio de Janeiro, Brasilien.

Danach als Glücksspieler beim Roulette in Österreich tätig. Dazwischen arbeitete er je drei Monate in der Wintersaison 1929/30 bis 1937/38 in Sankt Anton am Arlberg / Tirol und in der Sommersaison in Badgastein / Salzburg als "Direktor" (Chefportier), wozu ihn auch seine Sprachkenntnisse befähigten (Niederländisch, Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch). 1939 bis 1940 lebte er abwechselnd in Wien und Baden bei Wien / Niederösterreich.

Ehe mit Clara Maria Westermayer, verheiratete Godderidge (*Wien 14. November 1880, †Seggauberg / Steiermark 196?), die einen Sohn aus der ersten Ehe mitbrachte: Ing. Thomas Ralph Godderidge, später Wäschereibesitzer in Wiener Neustadt / Niederösterreich.

November 1941 bis Februar 1942 mit der Ehefrau in Antwerpen, Belgien.

Februar bis April 1942 Arbeit als Direktor im Hotel Bayerischer Hof in Augsburg / Bayern.

April 1942 bis Februar 1943 in Badgastein / Salzburg. Hier vorübergehend auch auf Kur wegen seiner chronischen Nervenentzündung und Hüftgelenksentzündung (Arthritis deformans in den Beinen).

1943 bis 1944 in Baden bei Wien / Niederösterreich.

1944 bis 1955 in Gschöder bei Gußwerk / Steiermark, zunächst als Verwalter in der "Verwaltung der Güter Gschöder und Buchberg". Bezeichnete sich seit 1947 auch offiziell als Schriftsteller.

Lebte November 1955 bis September 1960 mit seiner Frau im Pflegeheim Mathildenheim des Steiermärkischen Caritasverbandes in Sankt Stefan ob Leoben / Steiermark, unterstützt durch den "Ondersteuningsfonds voor noodlijdende Nederlanders in Oostenrijk" des niederländischen General-Konsuls in Wien. Noch 1960 versuchte er gemeinsam mit seinem Freund Mano Ziffer-Teschenbruck ein Glückspielsystem für das Roulette. Bemühte sich auch um ein Patent für sein Spiel "Die bösen Sieben".

Seit September 1960 mit seiner Frau in Seggauberg / Steiermark.

Autor vor allem von Kriminalromanen. Schuf die Figur des Privatdetektivs Pierre Kanniput, "Professeur des problèmes criminels", und jene des genialen Glücksspielers Jan van Overhoff.


Graz, im April 1999
Reinhard Müller

BACK  |  STARTSEITE