18.09.2002  Ausstellung über Marie Jahoda in Marienthal
  (Gramatneusiedl)

Am 18. September 2002 wird in Gramatneusiedl , im Ortsteil Marienthal, um 18 Uhr die Ausstellung über Leben und Werk der britischen Sozialpsychologin und Soziologin österreichischer Herkunft Marie Jahoda (1907-2001) eröffnet.

Die Ausstellung wird bis einschließlich 23. September 2002 geöffnet sein.


 28.07.2002   Ernest Manheim gestorben

Am Abend des 28. Juli starb der US-amerikanische Soziologe, Anthropologe und Komponist österreichisch-ungarischer Herkunft Ernest Manheim im 103. Lebensjahr.

Das "Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich", das seinen Nachlass verwaltet, ehrte Manheim anlässlich seines 100. Geburtstages mit einer Ausstellung über sein Leben und Werk.


 16.05.2002  Ausstellung: Marie Jahoda (1907-2001)

Ausstellung
Marie Jahoda (1907-2001) -
Pionierin der Sozialforschung

Eine Ausstellung des "Archivs für die Geschichte
der Soziologie in Österreich"

Marie Jahoda 1997      vom 3. Juni bis 2. August 2002
an der Universitätsbibliothek Graz
Karl-Franzens-Universität Graz
Gestaltung: Reinhard Müller

Ausstellungsbeschreibung der Universitätsbibliothek Graz


 03.09.2001  Paul M(artin) Neurath gestorben

Paul M(artin) Neurath
österreichisch-amerikanischer Anthropologe, Soziologe und Statistiker österreichischer Herkunft
*Wien 12. September 1911
†New York, N.Y. 3. September 2001

Der international renommierte Sozialwissenschaftler studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1937 zum Dr. jur. promovierte. Im April 1938 verhaftet, kam er zunächst in des Konzentrationslager Dachau und wurde im September 1938 nach Buchenwald deportiert. Im Mai 1939 freigelassen, emigrierte Neurath nach Schweden, 1941 in die USA. In New York studierte er Soziologie und stellte 1943 seine Dissertation über die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald fertig, promovierte allerdings erst 1951 zum Ph.D. (Sociology). Der langjährige Assistent von Paul F. Lazarsfeld kam 1946 ans Queens College der City University of New York, wurde hier 1953 Assistant Professor, 1959 Associate und 1962 Full Professor of Sociology and Statistics; 1977 emeritierte er. Seit 1973 war Paul M. Neurath regelmäßig Honorar- beziehungsweise Gastprofessor an der Universität Wien und gründete hier 1980 das Paul F. Lazarsfeld-Archiv, das er bis zu seinem Tod leitete.

Mit Paul M. Neurath, seit 1987 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats, verliert das "Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich" einen engagierten Unterstützer und Berater.



 29.04.2001  Marie Jahoda gestorben

Marie Jahoda
britische Soziologin und Sozialpsychologin österreichischer Herkunft *Wien 26. Jänner 1907
†Keymer, Sussex 28. April 2001

Vater: Carl Jahoda (1867-1926), Geschäftsmann
Mutter: Betty Probst (1881-1967), Hausfrau
Bruder: Edward Jahoda (d.i. Eduard "Edi" Jahoda; 1903-1980), Dr. phil. (Mathematik), Geschäftsmann
Schwester: Rosi Jahoda, verh. Kuerti (1905-), Dr. phil. (Naturwissenschaften), Hochschullehrerin
Bruder: Fritz Jahoda (1909-), Dirigent und Musikwissenschaftler, Hochschullehrer
1. Ehe: 1926 bis 1934 mit Paul Felix Lazarsfeld (1901-1976), Dr. phil., Soziologe, Hochschullehrer; geschieden 1934
Tochter: Lotte Lazarsfeld, verh. Bailyn (1930-), Dr. phil., Sozialpsychologin, Hochschullehrerin
2. Ehe: seit 1958 Austin Albu (1903-1996), B.Sc., Labour-Abgeordneter, Politiker


Aufgewachsen in Wien, wurde sie während ihrer Gymnasialzeit Mitglied der "Vereinigung Sozialistischer Mittelschüler" und fungierte zeitweise als Vorsitzende des "Bunds Sozialistischer Mittelschüler Österreichs". 1926 bis 1932 studierte sie Psychologie an der Universität Wien, wo sie 1932 zum Dr. phil. (Psychologie) promoviert wurde. Daneben besuchte sie 1926 bis 1928 die Pädagogische Akademie Wien, wo sie 1928 ihr Diplom erhielt. 1933 bis 1936 leitete sie die Wiener Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle. Nach den Februarkämpfen 1934 wurde sie Mitglied der "Revolutionären Sozialisten Österreichs", Mitglied des Schulungsausschusses und Mitarbeiterin des Zentralkomitees. Sie vertrat die Theorien der Gruppe "Neu Beginnen" um Walter Loewenheim und war eine enge Mitarbeiterin von Joseph Buttinger. Nachdem sie die Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle als Deckadresse für illegale Post benutzen ließ, wurde sie Ende 1936 verhaftet, die Forschungsstelle gesperrt. Im Juli 1937 drei Monaten schweren Kerkers verurteilt, wurde sie nach zahlreichen Interventionen aus Frankreich und Großbritannien aus der Haft entlassen, allerdings mit der Auflage, Österreich zu verlassen.

1937 lebte 1945 lebte sie in London im Exil. 1938 bis 1939 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Institute of Sociology, 1939 bis 1940 Pinsant Darwin Fellow an der University Cambridge. 1940 bis 1945 arbeitete sie als Soziologin im Ministry of Information, wo sie sozialpsychologische Untersuchungen in den Notgebieten von Wales und während des Krieges Untersuchungen über die geistige Haltung der Zivilbevölkerung leitete. Daneben engagierte sie sich weiterhin politisch und war 1941 bis 1944 Mitglied des "Londoner Bureaus der österreichischen Sozialisten in Großbritannien", wo sie die Linie von Karl Czernetz unterstützte. Sommer bis Herbst 1941 war sie neben Walter Wodak und Stefan Wirlander für den Sender "Radio Rotes Wien" in London verantwortlich. Daneben arbeitete sie am National Institute of Social and Economic Research mit.

1945 bis 1958 lebte sie in die USA, wo sie 1945 bis 1948 Mitarbeiterin an der wissenschaftlichen Abteilung des "American Jewish Committee" und 1948 bis 1949 Mitarbeiterin des Bureau for Applied Social Research der Columbia University war. 1949 bis 1958 war sie Associate Professor, dann Professor of Social Psychology an der New York University.

1958 kehrte sie nach Großbritannien zurück, wo sie bis zu ihrem Tod lebte und 1959 die britische Staatsbürgerschaft annahm. 1958 bis 1965 war sie Professor of Psychology an der Brunel University, 1965 bis 1973 Professor of Sociology an der University of Sussex; 1973 emeritierte sie. Sie lebte danach in Keymer, wo sie 1996 einen ersten Schlaganfall erlitt und seither stark sehbehindert war.

Reinhard Müller
Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich, Graz



Christian Fleck: Marie Jahoda (1907-2001)
Marie Jahoda: Ausgewählte Schriften



 02.05.2001  Green Panther 2001

GreenPanther Homepage


Unsere Virtuelle Galerie anlässlich der AGSÖ-Ausstellung:

- Ernst - Ernest Manheim.
Soziologe, Anthropologe und Komponist.
Zum 100. Geburtstag

wurde in der Kategorie "Internet" nominiert. Die Vergabe der Panther in Gold, Silber und Bronze findet am 31. Mai auf den Schloßberg-Kasematten statt.

 


 01.02.2001  Relaunch der Archiv-Homepage
 
Am 1. Februar 2001 startet das AGSÖ mit einem umfangreichen Update der Homepage. Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:

Zusätzliche Nachlässe: Die Homepage wurde um 31 Nachlässe bzw. Konvolute auf insgesamt 40 bereichert.
Neue Benutzerführung: Ein besonderes Augenmerk wurde auf eine benutzerfreundliche Navigation gelegt. So kann jetzt bereits direkt von der Homepage aus auf die Nachlässe des Archivs zugegriffen werden. Einheitliche Startseiten der Nachlässe erleichtern die Recherche in den Beständen. Zus