Soziologie in Österreich

 

 

 

 

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Franz Krautzberger

geb. Karlsbad (heute Karlovy Vary), Kronland Böhmen, Österreich-Ungarn (heute Karlovarský kraj, Tschechien), am 23. Juli 1913

gest. ?, am 5. Januar 2013

Turnlehrer und nationalsozialistischer Politiker

Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises

Franz Krautzberger besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Karlsbad (heute Karlovy Vary). Nach der Reifeprüfung studierte er Staatswissenschaften an den Universitäten Prag ‹Praha› und Wien, wo er bei Othmar Spann (1878–1950) aufgrund der Arbeit »Der Begriff des Volkstums in der Romantik und im deutschen Idealismus« 1936 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde.

Franz Krautzberger war seit 1931 in der nationalsozialistischen Jugendarbeit tätig, insbesondere bei der sudetendeutschen Turnerbewegung, und war etwa 1933 bis 1936 auch als privater Assistent von Walter Heinrich (1902–1984) tätig. Krautzberger gehörte damals zum engeren sogenannten Spannkreis, an dessen Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) er 1933 bis 1935 auch mitarbeitete. 1936 wurde Krautzberger als Schulungsleiter an der Turnschule Asch in Aš (Tschechoslowakei, heute Tschechien) bestellt und am 8. Mai 1938 mit der Durchführung des Zusammenschlusses der sudetendeutschen Jugend in der »Sudetendeutschen Volksjugend« betraut. Am 7. November 1938, nach der Annexion der Sudetengebiete durch das Deutsche Reich, wurde Krautzberger kommissarischer Führer des Gebietes Sudetenland der »Hitlerjugend« (HJ) und seit Dezember 1938 HJ-Gebietsführer. Im Zuge der Ergänzungswahl zum Reichstag wurde er am 4. Dezember 1938 Mitglied des Reichstags, dem er bis zum Frühjahr 1945 als Vertreter der Sudetengebiete angehörte. Krautzberger, wegen seiner Zugehörigkeit zum sogenannten Spannkreis von der »Schutzstaffel« (SS) stark angegriffen, wurde am 11. Februar 1939 seiner Funktion als Führer der sudetendeutschen »Hitlerjugend« enthoben. Allerdings wurde er im April 1939 Persönlicher Referent des Gauleiters Konrad Henlein (1898–1945).

Seit 1. Februar 1940 leistete Franz Krautzberger Kriegsdienst in der Deutschen Wehrmacht.

 

Selbstständige Publikationen

● Der Begriff des Volkstums in der Romantik und im deutschen Idealismus. Wien 1936, Maschinenschrift. Staatswissenschaftliche Dissertation an der Universität Wien 1936.

Teilabdruck unter dem Titel: Fichtes Volks- und Staatslehre. Lobositz [Lovosice]: Haußner 1936, 64 S.

Mannschaft und völkischer Kampf. Reden von Willi Brandner, Willi Schmidt, Dr. Franz Krautzberger. Asch []: Deutscher Turnverband [1937] (= Deutscher Turnverband. Arbeitshefte der Turnerschaft. 2.), 36 S. Gemeinsam mit Willi Brandner und Willi Schmidt.

Zusammenbruch oder Neuordnung der Volksgemeinschaft. Gablonz a. N. [Jablonec nad Nisou]: Deutscher Turnverband [1937] (= Deutscher Turnverband. Arbeitshefte der Turnerschaft. 1.), 51 S.

Ein Volk – eine Jugend! Rede des sudetendeutschen Jugendführers Franz Krautzberger bei der Eingliederung der Jungenbünde in der Jungturnerschaft am 8. Mai 1938. Gablonz a. N. [Jablonec nad Nisou]: Deutscher Turnerverband 1938 (= Schriftenreihe »Junges Sudetendeutschtum«. 1.), 23 S.

◊ Ein Volk – eine Jugend! Rede des sudetendeutschen Jugendführers Franz Krautzberger bei der Eingliederung der Jungenbünde in der Jungturnerschaft am 8. Mai 1938. Nach der Beschlagnahme 2. Auflage. Gablonz a. N. [Jablonec nad Nisou]: Deutscher Turnerverband 1938 (= Schriftenreihe »Junges Sudetendeutschtum«. 1.), 23 S.

 

Herausgeber

Schriftenreihe »Junges Sudetendeutschtum«. Herausgeber: Franz Krautzberger. Gablonz a. N. [Jablonec nad Nisou]: Deutscher Turnerverband 1938, 2 Bände:

◊ Band 1: Franz Krauzberger: Ein Volk – eine Jugend! Rede des sudetendeutschen Jugendführers Franz Krautzberger bei der Eingliederung der Jungenbünde in der Jungturnerschaft am 8. Mai 1938. 1938, 23 S.

◊ Band 2: Willi Zimmermann: Sudetendeutsche Jugend. Gesetze, Aufgaben, Dienstformen. 1938, 157 S.

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Juli 2012