Soziologie in Österreich

 

 

 

 

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Karl Faigl

geb. Brünn (heute Brno), Kronland Mähren, Österreich-Ungarn (heute Jihomoravský kraj, Tschechien), am 4. Juli 1880

gest. Brünn (heute Brno), Protektorat Böhmen und Mähren, Großdeutsches Reich (heute Jihomoravský kraj, Tschechien), am 27. Dezember 1944

Gymnasiallehrer, Privatdozent, Philosoph und Naturwissenschaftler

Angehöriger des inneren sogenannten Spannkreises

Karl Faigl war der jüngere Bruder des Architekten Ludwig Faigl (Brünn [heute Brno] 1874  Galizien [Polen] 1914), der unter anderem 1905 das Volksheim Ottakring (Volkshochschule) in Wien 16. miterrichtete und Ausschussmitglied des Wiener Volksbildungsvereins war. Karl Faigl besuchte das Gymnasium in Brünn (Brno), wo er 1898 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend studierte er 1898/99 zwei Semester an der Technischen Universität in Wien, schließlich 1899 bis 1902 Philosophie an der Universität Wien. 1905 bis 1928 war er Professor an der Landes-Oberrealschule in Znaim (Mähren bzw. Tschechoslowakei; heute Znojmo, Tschechien), wo er auch Kollege seines Freundes Ernst Elsler (1881–1915) war. Unterbrochen wurde seine Lehrtätigkeit durch den Ersten Weltkrieg: Er rückte 1914 ein und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1921 entlassen wurde.

Karl Faigl wurde in dessen Brünner Zeit einer der engsten Freunde von Othmar Spann (1878–1950), bei dem er dann 1925/26 an der Universität Wien Philosophie studierte und aufgrund der Arbeit »Bau und Erkenntniswert des mathematischen und ganzheitlichen Begriffsystems« am 20. März 1926 zum Dr. phil. promoviert wurde. Faigl war vor allem bis zu seinem Tod persönlicher Vertrauter Spanns, gehörte aber auch zum inneren Kreis des sogenannten Spannkreises. Er war Mitarbeiter an Spanns Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) und der Schriftenreihe »Ergänzungsbände zur Sammlung Herdflamme«.

1928 bis 1944 unterrichtete Karl Faigl Pädagogik und Philosophie am Deutschen Gymnasium in Brno. Außerdem war er 1929 bis 1944 Honorardozent (Hon.-Doz.) für die philosophischen Grundlagen der Wissenschaft, Philosophie und Pädagogik an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn (Brno) und 1941 bis 1942 Privatdozent (Priv.-Doz.) für die philosophischen Grundlagen der Wissenschaft ebenda.

Selbstständige Publikationen

Gemeinverständliche Einführung in die Grundgedanken der nichteuklidischen Geometrie. Programm der Landes-Oberrealschule in Znaim 1906. Znaim [Znojmo]: Landes-Realschule 1906, 14 S.

Ganzheit und Zahl. Ein Versuch über Bau und Erkenntniswert des mathematischen und ganzheitlichen Begriffsgebäudes. Jena: Verlag von Gustav Fischer 1926 (= Ergänzungsbände zur Sammlung Herdflamme, herausgegeben von Dr. Othmar Spann, o.ö. Professor der Universität Wien. 2.), VIII, 187 S. Mehr…

Mit einer gedruckten Widmung an Othmar Spann versehene Druckfassung der Philosophischen Dissertation an der Universität Wien 1926: Bau und Erkenntniswert des mathematischen und ganzheitlichen Begriffsystems.

Die Welt der Natur. (Sonderausgabe.) Mü̈nchenBerlin: Verlag R. Oldenbourg 1931, 154 S. Sonderdruck aus: Handbuch der deutschen Lehrerbildung. Band 1: Grundlegung. B: Systematischer Teil: Die Bildungswelt. Mü̈nchenBerlin: Verlag R. Oldenbourg 1930–1933.

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Oktober 2013