Soziologie in Österreich

 

 

 

 

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Erich Hruschka

auch: Erich K[rebs] Hruschka

geb. Wien, Kronland Österreich unter der Enns, Österreich-Ungarn (heute Bundesland Wien, Österreich), am 7. September 1911

gest. Wien, Bundesland Wien, Österreich, im März 1992

Universitätsprofessor, Betriebswirtschaftler

Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises, Vorstandsmitglied der »Gesellschaft für Ganzheitsforschung«

Erich Hruschka, Sohn eines Offiziers und Diplom-Ingenieurs, besuchte das Gymnasium in Wien. Nach der Reifeprüfung studierte er Nationalökonomie an der Hochschule für Welthandel (heute Wirtschaftsuniversität) Wien, wo er 1933 Diplom-Kaufmann (Dkfm.) und 1935 aufgrund der Arbeit »Darstellung und Kritik der Freihandelslehre« bei Walter Heinrich (1902–1984) zum Dr. der Handelswissenschaften promoviert wurde; Auszüge aus seiner Dissertation erschienen 1934 und 1935 Auszüge in der Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien). Spätestens seither gehörte Hruschka zum engeren sogenannten Spannkreis.

1935 bis 1939 war Erich Hruschka in der Lebensmittel-, Papier- und Textilindustrie in verschiedenen Positionen tätig. Seit 1937 war er außerdem Privatassistent von Walter Heinrich und 1938 bis 1940 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Welthandel (heute Wirtschaftsuniversität) Wien.

Seit 1940 leistete Erich Hruschka Kriegsdienst in der Deutschen Wehrmacht, zuletzt im Rang eines Leutnants. Vom April 1945 bis Juli 1946 befand er sich in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

1947 bis 1948 war Erich Hruschka als Wirtschaftsjournalist tätig, 1949 bis 1951 als Generalbevollmächtigter eines Holz verarbeitenden Betriebs.

1951 bis 1956 war Erich Hruschka Geschäftsführer des formal erst 1953 gegründeten Instituts für Gewerbeforschung an der Hochschule für Welthandel (heute Wirtschaftsuniversität) Wien. Am 22. Februar 1956 wurde er aufgrund der Arbeit »Betriebswirtschaftliche und allgemeine Gewerbeförderung auf der Grundlage von Betriebsuntersuchungen mit besonderer Berücksichtigung des Handwerks« an der Hochschule für Welthandel Wien für Betriebswirtschaftslehre des Handwerks habilitiert und war hier seither als Privatdozent (Priv.-Doz.) tätig. 1956 bis 1957 absolvierte er einen einjährigen Lehrgang für »Business administration« in den USA, den er als Diplom-Kaufmann (Dipl.-Kfm.) abschloss. Seit 18. März 1957 war Erich Hruschka außerordentlicher Professor (a.o. Prof.) für Betriebswirtschaftslehre des Gewerbes und der Klein- und Mittelbetriebe an der Hochschule für Welthandel. Außerdem wurde er 1957 Stellvertretender Vorstand und 1972 als Nachfolger Walter Heinrichs bis 1975 Vorstand des Instituts für kleingewerbliche Forschung, welches seit Mai 1957 Institut für Betriebswirtschaftslehre des Gewerbes und der Klein- und Mittelbetriebe hieß. Am 23. Januar 1962 wurde Hruschka titular ordentlicher Professor (tit. o. Prof.), am 27. Mai 1968 ordentlicher Professor (o. Prof.) beziehungsweise durch die Mai 1978 erfolgte Umwandlung der Hochschule für Welthandel zur Wirtschaftsuniversität Wien ordentlicher Universitätsprofessor (o. Univ.-Prof.). Außerdem wurde er 1972 als Nachfolger von Walter Heinrich Leiter des Instituts für Gewerbeforschung, bis ihm 1982 J[ohann] Hanns Pichler (d. i. Johann Pichler; geb. 1936) folgte. 1970 bis 1972 war Hruschka stellvertretender Vorsitzender des »Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft«, 1972 Gastprofessor an der University of Western Australia in Perth (Australien). 1979 suchte Hruschka aus gesundheitlichen Gründen um vorzeitige Emeritierung an, behielt aber bis Ende 1981 die Leitung des Instituts für Gewerbeforschung bei. Am 27. Juni 1979 erhielt Hruschka den Wirtschaftsuniversitätspreis der Wiener Kammer für Gewerbliche Wirtschaft.

Auch nach dem Tod von Othmar Spann (1878–1950) war Erich Hruschka eine wichtige Persönlichkeit im Kreis der Spann-Anhänger und der »Gesellschaft für Ganzheitsforschung«.

 

Selbstständige Publikationen

Darstellung und Kritik der Freihandelslehre. Wien 1934. IV, 87 Bl., Maschinenschrift. Dissertation an der Hochschule für Welthandel Wien 1935.

Auszugsweise veröffentlicht unter dem Titel: Die Freihandelslehre unter besonderer Berücksichtigung der jüngsten liberalen Theorien, in: Ständisches Leben (Berlin–Wien), 4. Jg. (1934), H. 12, S. 628–637, und 5. Jg. (1935), H. 4, S. 183–197.

Die Reihenuntersuchung im österreichischen Kleidermachergewerbe. (Sachbearbeiter: Erich Hruschka.) Wien: Wirtschaftsförderungsinstitut der Bundeskammer der Gewerblichen Wirtschaft 1952 (= Schriftenreihe des Institutes für Gewerbeforschung, Hochschule für Welthandel. 1.), 122 S. & 3 Tafeln, Maschinenschrift vervielfältigt.

Die Reihenuntersuchung im österreichischen Bäckergewerbe. (Sachbearbeiter: Erich Hruschka.) Wien: Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, Wirtschaftsförderungsinstitut 1953 (= Schriftenreihe des Institutes für Gewerbeforschung, Hochschule für Welthandel. 6.), 48 S., XLVI Doppelseiten & 4 Tabellen, Maschinenschrift vervielfältigt.

Die zweite Reihenuntersuchung im österreichischen Elektro-Installationsgewerbe. (Für den Inhalt verantwortlich: Ernst Appel. Sachbearbeiter: Erich Hruschka, Walter Sertl.) Wien: Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, Wirtschaftsförderungsinstitut 1954 (= Schriftenreihe des Institutes für Gewerbeforschung, Hochschule für Welthandel. 10.), 54 S., 98 Doppelseiten & 4 gefaltete Tabellen, Maschinenschrift vervielfältigt.

Betriebswirtschaftliche und allgemeine Gewerbeförderung auf der Grundlage von Betriebsuntersuchungen mit besonderer Berücksichtigung des Handwerks. Wien 1955, 288 Bl., Maschinenschrift. Habilitationsschrift an der Hochschule für Welthandel 1956.

Die Reihenuntersuchung im österreichischen Uhrmachergewerbe. (Sachbearbeiter: Erich Hruschka, Karl Vodrazka.) Wien: Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, Wirtschaftsförderungsinstitut 1955 (= Schriftenreihe des Institutes für Gewerbeforschung, Hochschule für Welthandel. 14.), 50 S., 3 Tafeln, 71 Doppelseiten, 71 Bl. & 3 gefaltete Tabellen, Maschinenschrift vervielfältigt.

Betriebswirtschaftliche und allgemeine Gewerbeförderung. Die Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe für den Europamarkt. Wien: Manz 1958, 172 S.

● Probleme des Beispielbetriebes. Stuttgart: Ulmer 1962 (= Arbeiten der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim. 12.), 133 S. Gemeinsam mit Georg Bareiss und Hans Rheinwald.

Verlustquellenspiegel. Betriebswirtschaftlicher Leitfaden zur Aufdeckung von Fehlern der Betriebsführung in Klein- und Mittelbetrieben. (Verfasser des Manuskripts: E[rich] Hruschka. Mitarbeiter: W[olfgang] Kemmetmüller und H[einz] Schwarz.) Wien: Wirtschaftsförderungsinstitut der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft 1965 (= Schriftenreihe Rationalisieren. 30.), 16 S.

● Aufdeckung und Beseitigung betrieblicher Verlustquellen. Grundlagen zur betriebswirtschaftlichen Beratung von Klein- und Mittelbetrieben. Stuttgart: C. E. Poeschel 1966, XI, 182 S.

● Die Einstellung landwirtschaftlicher Betriebsleiter und ihrer Frauen zur Übernahme der Buchführung durch die Bäuerin. Eine Motivanalyse. Hiltrup bei Münster (Westfalen): Landwirtschaftsverlag 1968 (= Aus dem Institut für Kommunikationsforschung und Landwirtschaftliches Beratungswesen der Universität Hohenheim. Landwirtschaft – Angewandte Wissenschaft. 136.), 193 S., Maschinenschrift vervielfältigt. Gemeinsam mit J[ózsef] Haris.

● Das österreichische Gewerbe. Fakten und Zahlen. Die vorliegende Schrift wurde im Auftrag der Sektion Gewerbe der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft … ausgearbeitet. Wien: Manz 1970, 24 S.

Wettbewerbschancen für Klein- und Mittelbetriebe. Ein Katalog betriebswirtschaftlicher Förderungsmaßnahmen. Stuttgart: C. E. Poeschel 1976 (= Poeschel-Wirtschaftspraxis.), X, 159 S.

 

Herausgeber

Führung und Förderung von Klein- und Mittelbetrieben bei Konjunkturschwankungen. Herausgegeben von Erich Hruschka, Anton Schmoll. Wien: Wirtschaftsverlag Dr. Anton Orac 1977, 128 S.

 

Festschriften

Klein- und Mittelbetriebe. Chancen, Probleme, Lösungen. Erich Hruschka zum 70. Geburtstag. Herausgegeben von Wolfgang Kemmetmüller und Walter Sertl. Wien: Wirtschaftsverlag Dr. Anton Orac 1981, 406 S.

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Dezember 2012