Soziologie in Österreich

 

 

 

 

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Roman Hädelmayr

ursprünglich: Roman Hädelmayr-Kühn; falsche Namensschreibung: Roman Hädelmayer

geb. Wien, Kronland Österreich unter der Enns, Österreich-Ungarn (heute Bundesland Wien, Österreich), am 30. März 1907

gest. Wien, Bundesland Wien, Österreich, 1988

Journalist, Schriftsteller und Ökonom

Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises, Dozent am Institut für Ständewesen

Roman Hädelmayr, römisch-katholisch, aus einer Arbeiterfamilie stammend, besuchte das Gymnasium in Wien, wo er die Reifeprüfung ablegte. Bereits als Gymnasiast wurde er 1923 Mitglied der »Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei« (NSDAP), später auch der »Sturmabteilung« (SA). Noch als Gymnasiast wurde er im Juli 1924 im Zuge einer Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Sozialdemokraten in Wien verhaftet. 1926 wurde Hädelmayr Führer der »Hitlerjugend« (HJ) Wien und 1928 als Gauführer mit der Landesleitung betraut. Das von ihm getextete und ursprünglich von Fritz Mahrer (1902–1977) komponierte Lied »Wiener Jung-Arbeiterlied« (1926) wurde gleichsam die Hymne der Wiener Hitlerjugend.

Roman Hädelmayr studierte Staatswissenschaften an der Universität Wien, wo er mit der Dissertation »Die Gesellschaftsauffassung der Romantik« am 22. Oktober 1932 bei Othmar Spann (1878–1950) zum Dr. rer. pol. promoviert wurde.

Roman Hädelmayr wandte sich aber seit 1932 immer mehr vom Nationalsozialismus ab. Zu dieser Zeit bewegte er sich auch im sogenannten Spannkreis, wobei er vor allem mit Raphael Spann (1909–1983) zusammenarbeitete und mit ihm die Organisation »Die Ständische Gesellschaft« leitete. Er war auch 1932 bis 1935 Mitarbeiter der Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien), 1934 Redakteur der Zeitung »Österreichischer Beobachter« (Wien) und 1935 bis 1936 Hauptschriftleiter der Zeitschrift »Der Augarten« (Wien), an der auch Wladimir von Hartlieb (1887–1951) als Redakteur beteiligt war. Außerdem war Hädelmayr Dozent am 1933 gegründeten Institut für Ständewesen in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) für das Fachgebiet Soziologie. Er galt als Hauptverbindungsmann von Franz von Papen (1879–1969) zu Kardinal Theodor Innitzer (1875–1955).

Roman Hädelmayr wurde nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 verhaftet und am 2. April 1938 ins Konzentrationslager Dachau (Bayern) eingeliefert. Später ins Konzentrationslager Buchenwald (Thüringen) verbracht, wo er als politischer Häftling zwei Jahre als Kalfaktor tätig war, wurde er 1943 aus dem Konzentrationslager entlassen. Er gehörte 1943 bis 1945 gemeinsam mit Raphael Spann und Karl von Winckler (1912–1988) zum Kern der Widerstandsgruppe »W-ASTRA«.

Roman Hädelmayr versuchte sich nach 1945 in Wien erneut als Schriftsteller, war aber vor allem als Ökonom und Propagandist der Gemeinwirtschaft im Rahmen der »Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Gemeinwirtschaft« tätig.

Selbstständige Publikationen

Die Gesellschaftsauffassung der Romantik. Auszug. [Berlin–Wien: Erneuerungs-Verlag 1932], S. 421–441. Erschien unter dem Namen Roman Hädelmayr-Kühn. Staatswissenschaftliche Dissertation an der Universität Wien 1932. Sonderdruck unter dem Titel »Die Gesellschaftsauffassung der Romantik« aus: Ständisches Leben (Berlin–Wien), 2. Jg., Nr. 8/9, S. 421–441, hier unter dem Autorennamen Roman Hädelmayr.

Es pfeift von allen Dächern. Mit neuer Schlußstrophe: »Wir danken unserem Führer«. [Berlin: o. V. 1933] (= Nationalsozialistische Lieder. 15.), 2 Bl. Es handelt sich dabei um das »Wiener Jung-Arbeiterlied«.

Wiener Jungarbeiter-Marsch (Es pfeift von allen Dächern). Marsch und Lied für Salon-Orchester von Schröder – Hädelmayr. Berlin: Verlag für Deutsche Musik [um 1940], 14 Bl. Text von Roman Hädelmayr, Komposition von Fritz Mahrer, Bearbeitung von Max Schröder.

Die Wiederkehr. Gedichte. BerlinWienLeipzig: Zsolnay 1938, 68 S.

Grande Amatrice. Eleonora Duse und Gabriele d'Annunzio. Mit 4 Tafeln. Graz: Querschnitt 1948 (= Buchreihe »Von der großen Liebe«.), 162 S.

● Die Stellung der Kirche zur Gemeinwirtschaft. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1962 (= Wie denken Herr und Frau Jedermann über die Gemeinwirtschaft? [4].), 18 S. Der Name des Autors wurde »Roman Hädelmayer« geschrieben.

Zeitgemäße Wirtschaftskunde. Grundriß einer Lehre von der Wirtschaftskunde und Wirtschaftspolitik. (Illustriert von Heinz-Dieter Brandsch.) Wien–München: Verlag für Jugend und Volk 1968, 206 S. Gemeinsam mit Walter Fremuth und Herbert Jabinger.

Die Gemeinwirtschaft in Österreich. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Gemeinwirtschaft. (Die redaktionelle Gestaltung dieses Handbuchs besorgten Friedrich Bucek, Walter Fremuth, Rolf Grünwald, Roman Hädelmayr, Karl Pröbsting, Anny Pöltinger, Ilse Postrihac. Für die Gesamtredaktion zeichnen verantwortlich: Roman Hädelmayr, Ilse Postrihac.) Wien–München: Verlag für Jugend und Volk 1972, 464 S. & 2 Falttabellen.

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Januar 2014