Soziologie in Österreich

 

 

 

 

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Ferdinand A. Westphalen

d. i. bis 1919: Ferdinand Aloys Graf von Westphalen zu Fürstenberg; auch: Ferdinand Alois Westphalen

geb. Przemysl (heute Przemyśl), Kronland Galizien, Österreich-Ungarn (heute Woiwodschaft Podkarpackie, Polen), am 7. Februar 1899

gest. Wien, Bundesland Wien, Österreich, am 11. Juni 1989

Universitätsprofessor, Nationalökonom

Angehöriger des inneren sogenannten Spannkreises, Mitglied der »Gesellschaft für Ganzheitsforschung«

Vater: Ottokar Clemens Wolfgang Max Maria Graf von Westphalen zu Fürstenberg (Kulm [Böhmen; Chlumec u Chabařovic] 18. Juni 1866 – Kulm [heute Chlumec u Chabařovic] 12. März 1941), Offizier der österreichisch-ungarischen Armee, Rittmeister, k.u.k. Kämmerer

Mutter: Josephine Sophie Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg, geborene Gräfin von und zu Trauttmansdorff-Weinsberg (Wien 3. Oktober 1866 – Chlumec u Chabařovic 7. November 1936)

Geschwister: 1) Marie Rosine Josefine Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg (Schloss Fridau in Ober-Grafendorf, Niederösterreich 13. Oktober 1895 – München 28. Februar 1896); 2) Friedrich Ferdinand Graf von Westphalen zu Fürstenberg (Landshut, Preußen [heute Łańcut, Polen] 15. August 1897 – Hoffnungsthal [heute zu Rösrath, Nordrhein-Westfalen] 10. Februar 1991), Dr. jur., Besitzer von Schloss und Gut in Kulm (Böhmen; heute Chlumec u Chabařovic, Tschechien) und Schönwald (Böhmen; heute Krásný Les, zu Petrovice u Chabařovic, Tschechien); 3) Theobald Emanuel Josef Maria Vinzentius Antonius Graf von Westphalen zu Fürstenberg (Mariaschein [heute Bohosudov, zu Krupka, Tschechien] 19. Juli 1901 – Salzburg 31. März 1967); 4) Joseph Adolph Graf von Westphalen zu Fürstenberg (Kulm [Böhmen; heute Chlumec u Chabařovic] 18. Dezember 1902 – an der sogenannten Ostfront Mai 1945); 6) Eduard Clemens Graf von Westphalen zu Fürstenberg (Kulm [Böhmen; heute Chlumec u Chabařovic] 9. März 1904  Ignatovo ‹Игнатово›, Russland 10. Dezember 1942)

Ehe: am 9. April 1931 Therese Maria Josefa Franziska Aloisia Ignacia (bis 1919: Gräfin von) Meran von Brandhofen (Székesfehérvár / Stuhlweißenburg [Österreich-Ungarn; heute Székesfehérvár, Ungarn] 13. Januar 1906 – Wien 11. November 1991)

Kinder: keine

Religion: römisch-katholisch

Ferdinand Aloys Graf von Westphalen wuchs auf dem väterlichen Stammsitz, Schloss Kulm (Böhmen; heute Chlumec u Chabařovic, Tschechien), auf. Nach Ablegung der Reifeprüfung 1917 leistete er 1917 bis 1918 Kriegsdienst in der österreichisch-ungarischen Armee.

1918 bis 1922 studierte Ferdinand Aloys Westphalen Rechtswissenschaften an der Deutschen Universität Prag ‹Praha›, wo er 1922 zum Dr. jur. promoviert wurde.

1922 bis 1925 studierte Ferdinand Aloys Westphalen Nationalökonomie an der Universität Wien und an der Universität München (Bayern), wo er 1925 aufgrund der Arbeit »Die Veränderungen in der Gestaltung der Absatzgrundlage der nordwestböhmischen Braunkohlenindustrie seit Ende des Krieges« zum Dr. rer. pol. promoviert wurde.

Ferdinand Aloys Westphalen, der seit 1925 wieder in Wien lebte, wurde 1932 an der Universität Wien bei Othmar Spann (1878–1950) für Nationalökonomie habilitiert und war hier seit 25. Januar 1933 als Privatdozent (Priv.-Doz.) Lehrbeauftragter.

Ferdinand Aloys Westphalen war Angehöriger des engsten sogenannten Spannkreises, an dessen Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) er 1931 bis 1935 und an dessen Schriftenreihe »Deutsche Beiträge zur Wirtschafts- und Gesellschaftslehre« er 1931 und 1934 mitarbeitete.

1935 bis 1938 war Ferdinand Aloys Westphalen Dozent an der Hochschule für Bodenkultur (heute Universität für Bodenkultur) Wien, 1937 bis 1938 außerordentlicher Universitätsprofessor (a.o. Univ.-Prof.) für Nationalökonomie an der Universität Wien und 1938 Lehrbeauftragter für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der Technischen Hochschule (heute Technische Universität) Wien.

Seit 1. Januar 1938 außerordentlicher Professor (a.o. Prof.) für Volkswirtschaftslehre, Volkswirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft an der Hochschule für Bodenkultur (heute Universität für Bodenkultur) Wien, wurde Ferdinand Aloys Westphalen mit Ende Mai 1938 aus politischen Gründen in den zeitlichen Ruhestand versetzt. Außerdem wurde seine Venia Legendi an der Universität Wien widerrufen. Er arbeitete 1940 bis 1945 als Disponent und Referent für Arbeitsrecht in Privatunternehmen, wurde aber noch 1944 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und erlebte das Kriegsende in Ivrea (Piemont).

1946 wurde Ferdinand Aloys Westphalen als Lehrbeauftragter für Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien reaktiviert, wo er zuletzt als titular ordentlicher Universitätsprofessor (tit. o. Univ.-Prof.) wirkte. Ebenfalls 1946 wurde er als außerordentlicher Professor (a.o. Prof.) an der Hochschule für Bodenkultur (heute Universität für Bodenkultur) Wien reaktiviert, wo er seit 1956 als ordentlicher Professor (o. Prof.) für Volkswirtschaftslehre, Volkswirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft sowie für Agrarpolitik lehrte. Außerdem war er 1960 bis 1969 erster Vorstand des Instituts für Rechts- und Sozialwissenschaft. Westphalen emeritierte 1969.

Ferdinand Aloys Westphalen, der 1949 Ordentliches Mitglied der Katholischen Akademie in Wien wurde, blieb auch nach 1945 dem sogenannten Spannkreis eng verbunden, gab 1950 bis 1959 gemeinsam mit Ferdinand Wagner (1908–1973) die Schriftenreihe »Stifterbibliothek« heraus, darin die Unterreihen »Klassiker der Staatskunst«, »Fragen der Zeit« und »Klassiker der Bühne«, und war Mitherausgeber der seit 1963 erscheinenden sogenannten Gesamtausgabe der Werke von Othmar Spann.

Ferdinand Aloys Westphalen war seit 1951 Lehrender an der englischsprachigen Sommerhochschule der Universität Wien in Strobl am Wolfgangsee (Salzburg) und hatte 1952 bis 1953 eine Gastprofessur in den USA.

Bibliografie Ξ Nachlass

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Oktober 2013