Soziologie in Österreich

 

 

 

 

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Fritz Ottel

d. i. Friedrich Ottel

geb. Wien, Kronland Österreich unter der Enns, Österreich-Ungarn (heute Bundesland Wien, Österreich), am 25. November 1896

gest. Aachen, Land Nordrhein-Westfalen, Deutschland, am 24. März 1968

Hochschulprofessor, Betriebs- und Volkswirtschaftler

Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises, Mitglied der »Gesellschaft für Ganzheitsforschung«

Fritz Ottel, erstes von zwei Kindern des Universitätsprofessors der Betriebswirtschaftslehre Klemens Ottel (Wien 1869 – Wien 1945) und dessen Ehefrau Rosalie, geborene Scheller (Wien 1852 – Wien 1927), besuchte das Gymnasium in Wien. Nach der Reifeprüfung studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1919 zum Dr. jur. promoviert wurde. Sein Studium wurde unterbrochen vom Kriegsdienst in der Österreichisch-ungarischen Armee, wo er zuletzt im Rang eines Leutnants der Reserve diente.

Fritz Ottel arbeitete nach seinem Studium als Bankprokurist der »Niederösterreichischen Escomte-Gesellschaft« und als Prokurist der »Industrie-AG«. 1926 heiratete er Gertrude Trautzl (Wien 1895 – Aachen 1977), mit der er einen Sohn hatte: Gerhard Ottel (geb. Wien 13. Juli 1927), Bankmanager.

Daneben war Fritz Ottel seit Mai 1935 Privatdozent (Priv.-Doz.) für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Welthandel (heute Wirtschaftsuniversität Wien). Hier reichte er am 10. November 1937 seine Arbeit »Bankpolitik« und ein Habilitationsgesuch für »Volkswirtschaftslehre und Volkswirtschaftspolitik« ein, welches aber mit seinem Einverständnis bis zur Vorlage einer ergänzenden Arbeit ruhte. 1939 wurde Ottel hier zum Dozenten (Doz.) und mit 7. September 1943 zum außerplanmäßigen Professor (apl. Prof.) bestellt.

In diesen Jahren war Fritz Ottel Angehöriger des engeren sogenannten Spannkreises, an dessen Zeitschrift »Ständisches Leben« (Berlin–Wien) er 1931 bis 1935 und an dessen Schriftenreihe »Deutsche Beiträge zur Wirtschafts- und Gesellschaftslehre« er 1934 und 1937 mitarbeitete.

Fritz Ottel, seit 1938 Mitglied der »Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei« (NSDAP), leistete im Zweiten Weltkrieg als Offizier der Deutschen Wehrmacht Kriegsdienst und geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1946 entlassen wurde.

Am 22. Juni 1950 wurde Fritz Ottel Privatdozent für Volkswirtschaftslehre an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (Nordrhein-Westfalen), an der er seit 25. Juli 1950 als außerplanmäßiger Professor (apl. Prof.) für Volkswirtschaftslehre und seit 1. August 1952 umhabilitiert als Dozent für Volkswirtschafts- und Privatwirtschaftslehre am Institut für Wirtschaftswissenschaften tätig war. Am 5. August 1957 wurde er Wissenschaftlicher Rat und trat am 1. Dezember 1961 in den Ruhestand.

 

Selbstständige Publikationen

Ständische Theorie des Geldes. Jena: Verlag von Gustav Fischer 1934 (= Deutsche Beiträge zur Wirtschafts- und Gesellschaftslehre. Herausgegeben von Othmar Spann und Georg von Below† in Verbindung mit Wilhelm Andreae, Hanns Dorn, Hans Freyer, Friedrich Lenz. 11.), VIII, 192 S. Mehr…

Bankpolitik. Jena: Verlag von Gustav Fischer 1937 (= Deutsche Beiträge zur Wirtschafts- und Gesellschaftslehre. Herausgegeben von Othmar Spann. 15.), VIII, 184 S. Mehr…

Lehrbuch der kaufmännischen Wirtschaftskunde für Handels- und kaufmännische Fortbildungsschulen. (Mit Genehmigung des G. Freytag Verlages, Plön/Holstein.) München: Bayerischer Schulbuch-Verlag 1949, 227 S. Von Fritz Ottel bearbeitetes Buch seines Vaters Klemens Ottel: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs. Ein Handbuch der allgemeinen und internationalen Handelskunde des Waren- und Bankgeschäftes.

Wo stehen wir? Die Wirtschaftsordnung nach dem zweiten Weltkrieg. Düsseldorf: Konrad Triltsch-Verlag 1954, V, 74 S.

Vom Wettbewerb zum Zwangsrecht. Ein Beitrag zur Reform des Personenbeförderungsrechtes. Berlin–Köln: Carl Heymanns Verlag 1955, VII, 93 S.

Wettbewerb Schiene – Straße im Güterverkehr. Düsseldorf: Verlag Handelsblatt 1955 (= WUW-Schriftenreihe, 1.), 36 S.

Organisierung der Verbraucher? Baden-Baden–Frankfurt am Main: Verlag August Lutzeyer 1955, 55 S.

Wirtschaftspolitik am Rande des Abgrundes. Frankfurt am Main: Fritz Knapp Verlag [1957], 250 S.

Zwei Jahre deutsche Kartellpolitik. Wettbewerb – Modell oder Wirklichkeit? Frankfurt am Main: Fritz Knapp Verlag [1960], 144 S.

Untergang oder Metamorphose der sozialen Marktwirtschaft. Stuttgart: Gustav Fisher 1963, 121 S.

Bausteine zu einer europäischen Wirtschaftsordnung. Funktionärherrschaft, Soziale Marktwirtschaft oder Économie concertée. Bergisch Gladbach: Johann Heider Verlag 1967, 223 S.

 

Herausgeber

Technik, Wirtschaft, Kultur. Carl-Max Maedge zum 70. Geburtstag. Herausgegeben von Peter Mennicken und Fritz Ottel. Düsseldorf: Konrad Triltsch-Verlag 1954, 101 S.

 

Herausgeber von Schriftenreihen

Beiträge zur angewandten Wirtschaftslehre. Würzburg: Konrad Triltsch-Verlag 1939–1941, 4 Bände:

◊ Band 1: Karlfranz A[nton] Hajek: Grundzüge der Devisenbewirtschaftung und des Devisenverkehrs in Deutschland. 1939, 57 S. Zugleich Dissertation an der Hochschule für Welthandel Wien 1939.

◊ Band 2: Leopold L[orenz] Illetschko: Der Bildungswert des Wirtschaftsunterrichts. 1940, 94 S. Zugleich Dissertation an der Hochschule für Welthandel Wien 1939.

◊ Band 3: Hellmut Lüdecke: Die Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Großdeutschlands (ein Beitrag zur Klärung des Autarkieproblems). 1940, 132 S. Zugleich Dissertation an der Hochschule für Welthandel Wien 1939.

◊ Band 4: Wilhelm Reithoffer: Kartellwesen und Marktordnung. 1941, 80 S. Zugleich Dissertation an der Hochschule für Welthandel Wien 1940.

Nicht mehr von Fritz Ottel herausgegeben:

◊ Band 4 [recte 5]: Friedrich Kühberger: Die Entwicklung der Volksbanken in der Ostmark. 1942, 151 S. Zugleich Dissertation an der Hochschule für Welthandel Wien 1941.

 

Herausgeber von Zeitschriften

Zahlungsverkehr und Bankbetrieb (Berlin), 21.–25. Jg. (1939–1943); Mitherausgeber.

● Wirtschaft und Wettbewerb. Zeitschrift für Kartellrecht, Wettbewerbsrecht und Marktorganisation (Düsseldorf), 3.?. Jg. (1957–?); Mitherausgeber.

Copyright © 2013 Reinhard Müller, Graz
Stand: Juli 2012