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Marie Jahoda
Über den Film
»Einstweilen wird es Mittag…«
in Steffani Engler
(geb. 1960) & Brigitte Hasenjürgen (geb. 1954): Biographisches Interview mit
Marie Jahoda, in Marie Jahoda:
»Ich habe die Welt nicht verändert«. Lebenserinnerungen einer Pionierin
der Sozialforschung. Herausgegeben von Steffani Engler und Brigitte
Hasenjürgen.
Frankfurt/Main–New York: Campus Verlag 1997, S. 101–185, hier S. 115.
115
Der Film hat anscheinend in
deutschsprachigen Gebieten großen Erfolg und wird immer wieder gezeigt.
Für bestimmte Fragen und Zwecke ist es wahrscheinlich ein guter Film.
Nur wenn man persönlich beteiligt war, dann fallen einem die
Ungenauigkeiten mehr als die Genauigkeiten auf. Er hat die persönlichen
Beziehungen und die Einstellung der Arbeitslosen zu uns verfälscht.
Diese Filmleute haben keinen von uns persönlich gekannt und haben ihr
Wissen wirklich nur aus dem Buch und aus Getratsch oder aus dem, was sie
sonst über uns gehört haben. Ich glaube, die Leute, die mir damals das
Video geschickt haben, hatten ihre Darstellung sehr freundlich gemeint
und waren sehr bestürzt, als ich zwei Dinge genannt habe, die mir nicht
gefallen. […]
Der eine Kritikpunkt betraf meine
Beziehung zum
Paul [Lazarsfeld].
Sie ist implizit als romantische Liebesbeziehung beschrieben worden, was
zu diesem Zeitpunkt nicht mehr den Tatsachen entsprach. Zum anderen
kommt in dem Film eine Rebellion der Arbeitslosen gegen uns und gegen
die Untersuchung vor, die es nie gegeben hat. Das ist eine freie
Erfindung.

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