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»Einstweilen
wird es Mittag…«
Ein
Film nach der Studie »Die Arbeitslosen von Marienthal«. 1987/88
Die besondere Bedeutung
der
Marienthal-Studie
lässt sich auch daran ermessen, dass sie als wohl einzige
sozialwissenschaftliche Studie Anlass zu einem Spielfilm bot. Der Titel des
Werks, »Einstweilen wird es
Mittag…«, ist ein Zitat aus dem Zeitverwendungsbogen eines
dreiunddreißigjährigen Arbeitslosen über den Verlauf seines Vormittags
in »Die Arbeitslosen
von Marienthal« (Leipzig 1933), Seite 62.
Der Spielfilmcharakter wird unter anderem dadurch betont, dass man den
Ort des Geschehens, Marienthal, im Film
»Weißenberg« nennt; die »Actien-Gesellschaft der Baumwoll-Spinnereien, Webereien, Bleiche, Appretur, Färberei und Druckerei zu Trumau und Marienthal«
figuriert im Film als »Weißenberger Spinnerei & Weberei Compagnie«. Der
Untertitel des Films lautet jedoch eindeutig »Nach der Studie /
Die Arbeitslosen von Marienthal. / von
Marie Jahoda,
Paul F. Lazarsfeld, /
Hans Zeisel«.
Einstweilen
wird es Mittag…
Nach der Studie Die Arbeitslosen von
Marienthal. von Marie Jahoda, Paul F. Lazarsfeld, Hans Zeisel
TV-Film
Color
Regie: Karin
Brandauer
Drehbuch:
Heide Kouba & Karin Brandauer
Kamera:
Helmut Pirnat
Produktion:
ORF (Wien) & ZDF (Mainz)
Gedreht:
1987
Erstsendung:
ORF, 1. Mai 1988
Dauer: 95
Minuten
Hauptdarsteller (und ihre Rollen): Nicolas Brieger (Robert Bergheim),
Andrea Kiesling (eine Arbeitslose), Inge Maux (eine Arbeitslose), Peter
Moucka (ein Arbeitsloser), Johannes Nikolussi (Kurt Schrader), Maria
Perschy (Frau Strauss), Herman Schmid (Karl Uferer), August Schmölzer
(Karl Jindracek), Bernd Spitzer (Franz Wimmer), Georg Staudacher (ein
Arbeitsloser), Stefan Suske (Philipp Strauss), Karina Thayenthal (eine
Arbeitslose), Franziska Walser (Ruth Weiss), Kristina Walter (eine
Arbeitslose). Mehr:

Regisseurin des Films war die österreichische Filmemacherin und
Drehbuchautorin
Karin Brandauer
(1945–1992), welche dafür mehrfach ausgezeichnet wurde:
ehrende Anerkennung beim DAG-Fernsehpreis 1989, gemeinsam mit der
Co-Autorin des Drehbuchs und Initiatorin des Projekts
Heide Kouba
(geb. 1941), und 21. Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung, gemeinsam mit
Helmut Pirnat (geb. 1950).
Nicht ganz so positiv sah diesen Film eine an der Studie zentral
Beteiligte, nämlich
Marie Jahoda
(1907–2001), die ihn als direkte Verfilmung der Studie betrachtete und
daher in
ihrer Kritik
vor allem Ungenauigkeiten beanstandete, insbesondere die im Film
dargestellte Liebesgeschichte. Dazu ist zu bemerken, dass Marie Jahoda
zur Zeit der Marienthal-Studie bereits von ihrem Ehemann
Paul Felix Lazarsfeld
(1901–1976) getrennt lebte.
Der Film »Einstweilen
wird es Mittag…« wurde im Mai und Juni 1987 in Gramatneusiedl und
bei
der ehemaligen Papierfabrik Schlöglmühl in Schmidsdorf (Gemeinde
Payerbach, Niederösterreich) gedreht, sämtliche Innenaufnahmen im
ehemaligen
Fabrikgasthaus
der Textilfabrik Marienthal kurz vor dessen Renovierung durch den Wirt
Paul Humann (geb. 1943). Als Statisten wirkten viele Einwohner von Gramatneusiedl
und Umgebung mit.
Der
Film
ist auch als DVD erhältlich:
● Karin
Brandauer: Einstweilen wird es Mittag. Eine Produktion von ORF, ZDF,
MR-TV. Nach der Studie »Die Arbeitslosen von Marienthal« von Marie
Jahoda, Paul F. Lazarsfeld und Hans Zeisel.
[Wien]: Der Standard / filmarchiv austria / Hoanzl [Oktober 2010]
(= Der österreichische Film. Edition Der Standard. 154.), 95 Minuten.

Zum
Film »Einstweilen wird es Mittag…«
●
Besetzung des Films
●
Bilder während der Dreharbeiten zu »Einstweilen wird es Mittag…«
●
Vertrag über Dreharbeiten im ehemaligen Fabrikgasthaus
●
Marie Jahoda: Über den Film »Einstweilen wird es Mittag…«
●
Pressetext von
3sat.online anlässlich der Ausstrahlung in 3sat am 11. Juli 2001
© Reinhard Müller
Stand: Oktober 2010
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